Ein Interview mit dem neuen Geschäftsführer von Wittur India

By Sheetal Shelar Patil | Branchendialog | Juni 8, 2026

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Raammohan K (RK) beschreibt seinen Führungsstil, der auf Eigenverantwortung, schneller Entscheidungsfindung und Empowerment basiert. Er verfügt über 16 Jahre Erfahrung bei Wittur India und drei Jahrzehnte Branchenerfahrung. Er wird Fertigungseffizienz, Innovation und Kundenorientierung priorisieren, da sich der indische Aufzugsmarkt in Richtung Sicherheitsvorschriften, Lokalisierung und Premiumisierung entwickelt. Wittur erwartet eine steigende Nachfrage nach normkonformen Türsystemen, lokal gefertigten Sicherheitskomponenten, Hausaufzugssets und fortschrittlicher Sicherheitsausrüstung. Nachdem Wittur bereits die strengen europäischen Standards erfüllt hat, wurden die Türen der Serien Core, Core MD und Stellar problemlos an die Norm IS 17900 angepasst. Die vierfache Auszeichnung als „Great Place to Work“ spiegelt eine Unternehmenskultur wider, die Eigenverantwortung fördert und die Umsetzung beschleunigt. Klimaanpassungsfähige Hydra-Türen und kommende Premiumlösungen positionieren Wittur als innovationsorientierten Engineering-Partner.

Raammohan K (RK) gibt dem Autor (SSP) Einblicke in seine zukünftigen Schwerpunkte für das Unternehmen und darüber, wie sich neue Standards auf die VT-Branche auswirken werden.

von Sheetal S. Patil

SSP: Mit über drei Jahrzehnten funktionsübergreifender Beiträge in den Bereichen Personalwesen, Recht, operative Abläufe und strategische Initiativen haben Sie eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Wittur India gespielt. Welchen Führungsstil und welche Strategie werden Sie nun als Geschäftsführer des Unternehmens verfolgen?

RK: Nach über 16 Jahren bei Wittur India habe ich die Entwicklung des Unternehmens von der operativen Umsetzung über die Marktexpansion bis hin zur Kundentransformation hautnah miterlebt. Diese Erfahrung hat meinen Führungsstil geprägt, der auf Eigenverantwortung, Verantwortlichkeit und schnellen Entscheidungen basiert. Mein Fokus liegt nun darauf, Wittur India agiler und zukunftsfähiger zu gestalten, indem ich die Fertigungseffizienz steigere, Innovationen beschleunige und mich eng an die sich wandelnden Kundenerwartungen anpasse. Die Aufzugsbranche in Indien befindet sich in einer neuen Phase, die von Sicherheitsvorschriften, Lokalisierung und Premiumisierung geprägt ist. Unsere Strategie ist es, sicherzustellen, dass Wittur diesem Wandel nicht nur als Komponentenlieferant, sondern auch als vertrauenswürdiger Technologie- und Lösungspartner voraus ist.

SSP: Welche Schlüsselprodukte aus dem Portfolio von Wittur India werden voraussichtlich ab 2026 eine höhere Nachfrage verzeichnen?

RK: Wir erwarten ein starkes Nachfragewachstum in vier Schlüsselkategorien. Erstens werden Aufzugstürsysteme weiterhin die größte Nachfrage verzeichnen, da sicherheitskonforme Türen bei Neuinstallationen und Modernisierungen immer beliebter werden.

Zweitens werden lokal gefertigte Sicherheitskomponenten wie Regler und Sicherheitsvorrichtungen aufgrund besserer Konformität, höherer Kostenwettbewerbsfähigkeit und schnellerer Verfügbarkeit an Bedeutung gewinnen. Drittens werden Hausaufzugssets mit steigender Nachfrage aus gehobenen Wohnimmobilien und Mehrfamilienhäusern ein stetiges Wachstum verzeichnen. Der Markt entwickelt sich eindeutig hin zu Produkten, die Konformität, Zuverlässigkeit und ansprechendes Design vereinen.

Viertens wird bei fortschrittlichen Sicherheitsvorrichtungen wie progressiven Sicherheitssystemen mit einem signifikanten Nachfrageanstieg gerechnet, insbesondere da die BIS-Vorschriften und die Anforderungen an die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen in der gesamten Branche immer verpflichtender werden.

SSP: Mit der Einführung des neuen Bureau of Indian Standards (BIS) wird der Sicherheit mehr Bedeutung beigemessen. Wie wird sich dies Ihrer Meinung nach auf die Branche der vertikalen Förderanlagen in ganz Indien auswirken?

RK: Die Implementierung der BIS-Normen, insbesondere IS 17900, markiert einen Wendepunkt für die indische Verkehrsindustrie. Sicherheit ist kein optionales Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern wird zum Mindeststandard. Dies führt zu einer stärkeren Standardisierung, verbessert die Fahrgastsicherheit und bewirkt eine schrittweise Abkehr des Marktes von nicht konformen, kostengünstigen Praktiken. Langfristig wird die Branche organisierter, qualitätsorientierter und professioneller strukturiert sein. Vor allem aber verstehen die Kunden zunehmend, dass langfristige Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht für kurzfristige Einsparungen geopfert werden dürfen, und dieser Mentalitätswandel wird Kaufentscheidungen grundlegend verändern.

SSP: Wie hat sich Wittur India mit der Einführung der brandneuen, IS 17900-konformen Varianten seiner Stahltüren Core MD, Core und Stellar darauf vorbereitet?

RK: Wittur India war für diesen Übergang bestens gerüstet, da die Einhaltung von Vorschriften seit jeher zu unseren Grundprinzipien im Engineering gehört. Unsere Core- und Core-MD-Plattformen entsprachen bereits strengen europäischen Sicherheitsstandards wie EN 81, lange bevor IS 17900 eingeführt wurde. Da der indische Code eine ähnliche Sicherheitsphilosophie verfolgt, verlief die Migration zu den neuen, konformen Varianten von Core MD, Core und Stellar reibungslos. Dies gibt unseren Kunden die Gewissheit, dass sie keine Produkte erwerben, die lediglich zur Erfüllung einer neuen Vorgabe überarbeitet wurden, sondern Lösungen, die auf jahrelanger, bewährter globaler Erfahrung im Bereich Sicherheitstechnik basieren. Genau hierin liegt die Stärke von Wittur. Wir passen uns nicht erst jetzt an die Vorschriften an; wir entwickeln seit Jahrzehnten Lösungen, die auf deren Einhaltung basieren.

SSP: Wittur India wurde kürzlich zum vierten Mal in Folge als „Great Place to Work“ ausgezeichnet. Wie spiegelt sich darin der Fokus des Unternehmens auf Vertrauen, Respekt und Teamarbeit wider?

RK: Diese Auszeichnung spiegelt die Beständigkeit unserer Unternehmenskultur wider. Bei Wittur India sind wir überzeugt, dass starke Geschäftsergebnisse auf Vertrauen, Transparenz und gemeinsamer Verantwortung beruhen.

Wir schaffen bewusst ein Umfeld, in dem Mitarbeitende ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen, offen zu kommunizieren und funktionsübergreifend als ein Team zusammenzuarbeiten. Dadurch hat sich im Laufe der Zeit eine Kultur des gegenseitigen Respekts und der Verantwortlichkeit entwickelt, die auf hierarchischer Abhängigkeit basiert. Die Zertifizierung ist daher nicht nur ein Erfolg der Personalabteilung, sondern der Beweis dafür, dass unsere Mitarbeitenden engagiert, auf die langfristige Vision des Unternehmens ausgerichtet und ihr verpflichtet sind. Die „Great Place to Work“-Zertifizierung bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass sich positive Geschäftsergebnisse ganz natürlich einstellen, wenn sich Mitarbeitende wertgeschätzt und befähigt fühlen. Unsere Vergütungs- und Anerkennungssysteme sind eng mit unseren Kernwerten verknüpft, und unsere Unternehmenskultur fördert selbstorganisierte Teams mit einem hohen Maß an Verantwortlichkeit. Vor allem aber werden unsere Werte im gesamten Unternehmen konsequent kommuniziert und gelebt – bis hin zum letzten Mitarbeiter.

SSP: Das Team von Wittur India hat sich die Denkweise eines gemeinsamen Ziels, einer einheitlichen Vision und kollektiver Verantwortung zu eigen gemacht. Wie sehen Sie, wie sich dieses Wachstum in Zukunft noch weiter beschleunigen wird?

RK: Wenn Teams mit einer gemeinsamen Vision arbeiten, wird die Umsetzung schneller und kundenorientierter. Gemeinsame Verantwortung beseitigt funktionale Silos und verbessert die abteilungsübergreifende Koordination – ein entscheidender Faktor in einem dynamischen Markt. Bei Wittur India hilft uns diese Denkweise, schneller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren, neue Initiativen zügiger zu skalieren und fundiertere Geschäftsentscheidungen zu treffen. Da sich der Markt für neue, auf Compliance ausgerichtete und Premium-Produkte öffnet, wird dieser einheitliche Ansatz ein starker Wachstumstreiber sein.

SSP: Das Forschungs- und Entwicklungsteam von Wittur India hat Lösungen wie die Wittur Hydra Doors entwickelt, die einen Quantensprung in der Aufzugstürtechnologie darstellen und die Position des Unternehmens als Pionier klimaresistenter Aufzugstechnik stärken. Wie sehen Sie den Beitrag solcher Innovationen zur Förderung der Infrastrukturentwicklung in Indien und zur weiteren Festigung der Unternehmensposition?

RK: Innovationen wie die Wittur Hydra Doors markieren einen wichtigen Wendepunkt in der Entwicklung von Aufzugskomponenten für Indien – weg von importierten Standardprodukten hin zu intelligenten Lösungen, die auf die lokalen Umweltbedingungen zugeschnitten sind. Indiens Infrastruktur wächst rasant: U-Bahnen, Flughäfen, Bahnhöfe, öffentliche Einrichtungen, Küstenregionen und Gebiete mit hoher Staub- und Luftfeuchtigkeit prägen den Markt. Diese Anwendungen erfordern Aufzugssysteme, die klimatischen Belastungen, Verschmutzungen, Korrosion und schwankenden Betriebsbedingungen standhalten, ohne Kompromisse bei der Fahrgastsicherheit oder der Verfügbarkeit einzugehen.

Hydra Doors wurden genau für diese Zukunft entwickelt. Sie sind klimaanpassungsfähig, langlebig, wartungsarm und auch unter den rauen Bedingungen Indiens leistungsstabil. Solche Innovationen fördern die Infrastrukturentwicklung direkt, da sie die Zuverlässigkeit über den gesamten Lebenszyklus verbessern, Ausfallzeiten reduzieren, den Wartungsaufwand verringern und die langfristige Betriebssicherheit öffentlicher Anlagen gewährleisten. Strategisch stärkt dies zudem Wittur Indias Positionierung vom konventionellen Lieferanten zum innovationsorientierten Engineering-Partner. Zusammen mit unseren bevorstehenden Produkteinführungen von Premium-Glastüren, fortschrittlichen Sicherheitssystemen und integrierten Aufzugslösungen baut Wittur kontinuierlich ein Portfolio auf, das nicht nur die heutige Marktnachfrage, sondern auch die zukünftige Entwicklung der vertikalen Mobilität in Indien abdeckt.

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