Aufzüge und Cybersicherheit

By Madeleine Olausson | Die Zukunft von VT – 2030 | März 2, 2026

11 Minuten zum Lesen

KI-Übersicht

Da sich Aufzüge zu vernetzten, softwaregesteuerten Plattformen entwickeln, ist Cybersicherheit ebenso wichtig wie die mechanische Sicherheit. Schwachstellen können den Betrieb stören, Notfallfunktionen gefährden oder Einfallstore zu anderen Gebäudesystemen bieten. Die meisten Sicherheitsvorfälle beginnen mit Phishing, daher sind Mitarbeiterschulungen und Notfallverfahren neben technischen Maßnahmen unerlässlich. Regelmäßige Penetrationstests, Netzwerksegmentierung, Authentifizierung, Zugriffsrechte nach dem Prinzip der minimalen Berechtigungen, Integritätsprüfungen, Verschlüsselung, Protokollierung sowie Schutz vor DDoS-Angriffen und Ressourcenerschöpfung sind zentrale Verteidigungsmaßnahmen. Die Anwendung der IEC 62443-4-2-Prinzipien trägt dazu bei, Identifizierung, Nutzungskontrolle, Systemintegrität, Datenvertraulichkeit, eingeschränkten Datenfluss, zeitnahe Reaktion auf Ereignisse und Verfügbarkeit zu gewährleisten. Der zunehmende regulatorische Druck, unter anderem durch NIS-Rahmenwerke und den Cyber ​​Resilience Act, zwingt Hersteller und Betreiber, Cybersicherheit in Design, Wartung und Berichterstattung zu integrieren, um Menschen und die Geschäftskontinuität zu schützen.

Was passieren kann und wie Sie Ihr Unternehmen schützen können

von Madeleine Olausson, EW UK-Korrespondentin

Da Aufzüge kontinuierlich von isolierten elektromechanischen Systemen zu vernetzten, softwaregesteuerten Plattformen weiterentwickelt werden, ist Cybersicherheit beinahe genauso wichtig geworden wie die Sicherheit selbst. Fernüberwachung, digitale Servicetools, IoT-fähige Steuerungen und cloudbasierte Zielsysteme eröffnen zwar neue Möglichkeiten, bergen aber auch neue Risiken.

Ein Hacker könnte einen Aufzug zu Fehlfunktionen veranlassen, beispielsweise indem er die Türen offen hält oder den normalen Betrieb stört. Eine Aufzugsstörung hat gravierende Auswirkungen auf den Personenfluss und die Gebäudesicherheit. In Gebäuden, in denen ein Aufzug eine definierte Sicherheitsfunktion erfüllt, wie etwa als Feuerwehr- oder Evakuierungsaufzug, kann eine Fehlfunktion die Notfallmaßnahmen erheblich beeinträchtigen. Das Hacken eines Aufzugsystems ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Angriffe auf andere Gebäudeteile. Durch die zunehmende Vernetzung kann der Aufzug als Einfallstor für Angriffe auf andere Subsysteme wie Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Brandmeldeanlagen dienen.

Wie läuft ein Angriff ab?

Der Begriff Cyberangriff kann die unterschiedlichsten Bilder hervorrufen. In neun von zehn Fällen …[1].Ein Phishing-Angriff ist das Ergebnis eines erfolgreichen Phishing-Versuchs. Das heißt, jemand klickt auf einen Link oder öffnet einen Anhang in einer E-Mail und ermöglicht Angreifern so ungewollt Zugriff auf das System. Früher waren solche E-Mails voller Rechtschreibfehler und offensichtlich gefälscht. Wer diese Fehler nicht erkannte, klickte eher auf den Link und fiel dem Betrug zum Opfer. Dank KI sind E-Mails komplexer geworden, schwerer zu erkennen und zielen auf mehr und wertvollere Ziele ab. Hacker können Millionen von E-Mails sehr kostengünstig versenden, und schon ein oder zwei Klicks genügen, um ihre kriminellen Machenschaften erfolgreich abzuschließen. In letzter Zeit gab es Fälle, in denen Stimmen mithilfe von KI geklont wurden, was es noch schwieriger macht, echte von betrügerischen Anfragen zu unterscheiden.

Phishing dient häufig als Einfallstor für Angriffe. Laut Hiscox Insurance ist Phishing die häufigste Angriffsart, die auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Großbritannien abzielt.

Aktuell ist Zahlungsbetrug verbreitet, bei dem Zahlungsanweisungen manipuliert werden. Eine weitere Angriffsart ist die Spionage gegen geistiges Eigentum, also das Ausspionieren und Erlangen geheimer Daten. Auch Cybererpressung ist verbreitet: Angreifer drohen damit, Finanzdaten, Vertragsinformationen und geistiges Eigentum offenzulegen, falls keine Zahlung erfolgt. Oder eine BitLocker-Gruppe sperrt Ihre Dateien und fordert Lösegeld für den Zugriff auf Ihre Systeme. Weitere Angriffe sind DDoS-Kampagnen (Distributed Denial of Service) oder der Einsatz von Krypto-Mining-Malware. DDoS-Angriffe verlangsamen Systeme durch Überlastung mit zu vielen Daten. Krypto-Miner nutzen die Rechenleistung des Rechners, um Kryptowährung zu schürfen. Leider sind die Angriffsarten sehr vielfältig.

Eine mögliche Folge ist, wenn Netzwerküberlastung oder Malware-Befall den Aufzug daran hindert, routinemäßige Statusmeldungen an die Überwachungsserver zu senden. Das Fehlen dieser Meldungen kann den Überwachungsserver veranlassen, eine Betriebsanforderung zu senden. Eine solche Anforderung kann den Aufzug anweisen, in ein Standardgeschoss zurückzukehren oder den normalen Betrieb vorübergehend einzustellen. Es ist entscheidend, dass keine lebenswichtigen Funktionen von externer Kommunikation abhängen.

Wenn das Gebäudenetzwerk durch bösartigen Datenverkehr oder einen ungewöhnlich hohen Ressourcenverbrauch überlastet wird, können wichtige Überwachungssysteme möglicherweise nicht mehr mit dem Aufzug kommunizieren, was zu Verzögerungen bei der Abfahrt, Betriebsausfällen oder Abschaltungen führen kann.

Wie schützen Sie Ihr Unternehmen?

Bei der Cybersicherheit müssen technische und organisatorische Aspekte in Einklang gebracht werden. Technisch sichere Systeme nützen nichts, wenn jemand sein Passwort weitergibt – dann ist die Sicherheit gefährdet und praktisch dahin. Auch gute Verfahren sind wichtig, doch veraltete Systeme ohne aktuelle Sicherheitsvorkehrungen bieten insgesamt nur geringe Sicherheit. Ein erster Schritt ist, die Mitarbeiter darin zu schulen, keine Links anzuklicken, Programme nicht zu installieren und keine Daten weiterzugeben. Außerdem sollte sichergestellt werden, dass sie ein allgemeines Bewusstsein für Cybersicherheit haben. Es ist wichtig, Mitarbeiter im Umgang mit Risiken zu schulen, aber genauso wichtig ist es, Verfahren für den Fall eines Angriffs parat zu haben. Wie lässt sich die Ausbreitung minimieren und wie kann der Betrieb schnellstmöglich wiederhergestellt werden? Heutzutage ist es leider nicht mehr die Frage, ob man gehackt wird, sondern wann. Im Jahr 2024 waren mehr als 40 % aller britischen Unternehmen von Cyberangriffen betroffen – das entspricht über 600,000 Organisationen.[2].

Wie lässt sich der technische Aspekt überprüfen? Eine Möglichkeit ist ein Penetrationstest, kurz Pentest. Dabei versuchen Sicherheitsexperten, in Ihr System einzudringen, um Schwachstellen aufzudecken, bevor Angreifer dazu Gelegenheit haben. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Pentests fast immer Verbesserungspotenzial aufdecken, selbst bei gut konzipierten Systemen“, so Tijmen Molema vom Liftinstituut.

Molema betont weiterhin, dass man einen Penetrationstest nicht fürchten, sondern als Lernerfahrung betrachten sollte. Er bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Verteidigung des eigenen Unternehmens zu verbessern. Je nach Größe und Umfang des Systems gibt es verschiedene Lernmethoden. Am besten ist es, mehrere Tester über mehrere Tage hinweg die Tests durchführen zu lassen. Dies ermöglicht den Testern, sich untereinander auszutauschen und als Team zusammenzuarbeiten. Erste Verbesserungspotenziale werden meist innerhalb der ersten Stunde entdeckt. Durch die mehrtägige Testdauer erhalten die Tester einen umfassenden Überblick über alle Hardware- und Ethernet-Probleme. Die Kombination aus Erfahrung im Bereich Informationstechnologie und Penetrationstests ist ein großer Vorteil: Sie versetzt das Team in die Lage, Schwachstellen zu bewerten und deren Auswirkungen vorherzusehen.

Das Internet wird permanent automatisch von Crawlern durchsucht. Diese suchen nach offenen Ports, also Kommunikationskanälen, die es einem Gerät ermöglichen, mit der Außenwelt zu interagieren. Sobald ein Crawler einen offenen Port findet, prüft der Angreifer, ob dieser von Interesse ist. Offene Ports geben oft wichtige Informationen preis, wie z. B. Gerätetyp, Hersteller oder verwendete Software. Dies kann Angreifern helfen, Systeme mit bekannten Sicherheitslücken oder schwachen Sicherheitskonfigurationen zu identifizieren.

Molema erklärt außerdem, dass die grundlegenden Prinzipien der Cybersicherheit im Wesentlichen unabhängig vom jeweiligen System gelten – es könnte sich um eine Mikrowelle genauso handeln wie um einen Aufzug. Bei sicherheitskritischen Systemen wie Aufzügen unterscheiden sich ihre Anwendung und Auswirkungen jedoch deutlich, da Fehler die physische Sicherheit unmittelbar beeinträchtigen können. Hacker verfügen zwar über umfassende Datenkenntnisse, verstehen aber nicht immer die vollen Tragweite ihrer Daten. Bei einem Penetrationstest ist daher häufig eine „Übersetzungsschicht“ zwischen den Testern und dem Unternehmen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der Angriffe vollständig verstanden werden.

Obwohl Cyberangriffe unangenehm sind, stellen sie letztendlich ein Geschäftsmodell dar. Hacker fordern üblicherweise ein Lösegeld, das einem bestimmten Prozentsatz des Unternehmensumsatzes oder einem festen Betrag entspricht – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für ein Unternehmen der Aufzugsbranche könnten dies beispielsweise 1.4 % des Jahresumsatzes oder bis zu 7 Millionen Pfund sein. Unternehmen können sich diese Summe leisten, ohne in den Ruin zu treiben. Es mag paradox erscheinen, dass die finanziellen Strafen für Unternehmen mit unzureichenden Cybersicherheitsmaßnahmen ähnlich hoch ausfallen. Dies dient jedoch lediglich der Abschreckung und soll Unternehmen dazu bewegen, die notwendigen Anstrengungen im Bereich Cybersicherheit zu unternehmen.

Wenn Ihre Cybersicherheit gut ist, erkennen Sie ihren Wert oft nicht. Die Kosten mangelhafter Sicherheit können jedoch sehr hoch sein. Reputationsschäden können genauso verheerend sein wie unmittelbare Verluste durch einen Cyberangriff.

Mit dem Beginn des neuen Jahres ist es ein guter Zeitpunkt, Ihre Cybersicherheit zu überprüfen. Es kann ein Jahr dauern, bis man alle Systeme überprüft, die notwendigen Kenntnisse erworben und umgesetzt, die Mitarbeiter geschult usw. hat.

Cybersicherheit für Aufzüge: IEC 62443-4-2 verstehen 

Molema empfiehlt die Einhaltung der IEC 62443-4-2, einer wichtigen Norm für sichere Industriekomponenten. Im Folgenden werden die sieben Anforderungen im Kontext der Aufzugsbranche erläutert.

1. Die Identitätsprüfung: Identifizierungs- und Authentifizierungskontrolle

Ein sicheres System beginnt mit klarer Identitätsprüfung. Viele Akteure interagieren mit der Aufzugssteuerung und zugehörigen Subsystemen. Die Norm IEC 62443-4-2 fordert, dass jeder Benutzer, jedes Gerät und jeder Softwareprozess seine Identität vor dem Zugriff nachweisen muss. Servicetools sollten sich sicher authentifizieren und nicht Standardpasswörter verwenden. Aufzugssteuerungen sollten die Identität von Ferndiagnoseverbindungen überprüfen. Dies verhindert, dass sich unbefugte Personen oder Schadsoftware als legitimes Wartungspersonal oder Systemkomponenten ausgeben.

2. Berechtigung mit Präzision: Kontrolle nutzen

Sobald Sie wissen, wer oder was auf das System zugreift, stellt sich die Frage: Welche Berechtigungen hat diese Person? Setzen Sie hier Kontrollmaßnahmen ein, um festzulegen, was jede Berechtigung hat und das Prinzip der minimalen Rechtevergabe durchzusetzen. Beispielsweise dürfen Konfigurationsänderungen nur von zertifizierten Technikern vorgenommen werden, und Fernüberwachungssysteme können Daten lesen, aber keine Parameter ändern. Dies minimiert das Risiko von Unfällen und Angriffen und stellt sicher, dass der Einflussbereich eines Eindringlings selbst im Falle eines erfolgreichen Zugriffs begrenzt bleibt.

3. Den Code sauber halten und vor Malware schützen: Systemintegrität

Wird die Software einer Aufzugssteuerung verändert, kann dies schwerwiegende Folgen haben – von unvorhersehbaren Störungen bis hin zu sicherheitskritischem Verhalten. Systemintegritätsanforderungen gewährleisten, dass Software, Firmware und Konfigurationsdateien unverändert bleiben. So muss beispielsweise die Firmware von Steuerungen und Antrieben kryptografisch signiert sein, unautorisierte Änderungen an Code oder Parametern müssen erkannt werden, und Updates dürfen nur von vertrauenswürdigen Quellen installiert werden. Für die Wartungsteams im Außendienst bedeutet dies die Gewissheit, dass das System, an dem sie arbeiten, original, unverändert und sicher ist.

4. Schützen Sie, was wichtig ist: Datenvertraulichkeit

Aufzugssysteme erzeugen und übertragen zunehmend Daten wie Etagennutzungsmuster, Zugriffskontrollinteraktionen, Diagnoseprotokolle, Fahrgaststatistiken und vieles mehr. Anforderungen an die Datenvertraulichkeit gewährleisten den Schutz sensibler Informationen, typischerweise durch Verschlüsselung im Ruhezustand und während der Übertragung, unterstützt durch ein starkes Schlüsselmanagement. Vertraulichkeit dient nicht nur dem Schutz der Privatsphäre; sie verhindert auch, dass Angreifer Informationen über die Aktivitätsmuster eines Gebäudes sammeln.

5. Nur der richtige Datenverkehr: Eingeschränkter Datenfluss

Eine der effektivsten Cybersicherheitsstrategien besteht darin, dem Prinzip der minimalen Berechtigungen zu folgen und alle unnötigen Verbindungen zu vermeiden. Eingeschränkter Datenfluss fördert die Segmentierung und schafft Barrieren, die die Ausbreitung eines Angriffs begrenzen. Firewalls, Zugriffsregeln und minimale Konnektivität reduzieren die Angriffswege für Angreifer. Tritt eine Schwachstelle in einem Bereich auf, verhindert die Segmentierung, dass sie sich zu einer systemweiten Katastrophe ausweitet.

Empfohlen wird, sicherheitskritische Komponenten (z. B. Steuerung, Antrieb, Sicherheitskette) von Infotainment- oder Werbesystemen zu trennen, sicherzustellen, dass das Kabinen-WLAN oder die digitale Beschilderung nicht mit dem Aufzugssteuerungsnetzwerk in Kontakt treten können, und Firewalls zwischen der Gebäude-IT und der Aufzugs-OT (Betriebstechnik) einzusetzen.

6. Die Signale nicht verpassen: Rechtzeitig auf Ereignisse reagieren

Moderne Aufzüge sind mit zahlreichen Sensoren und Diagnosefunktionen ausgestattet. Die Cybersicherheit fügt eine weitere Kategorie von Signalen hinzu: verdächtige Zugriffsversuche, Konfigurationsanomalien, unerwartetes Firmware-Verhalten und vieles mehr.

Die Norm IEC 62443-4-2 fordert von Komponenten die Protokollierung relevanter Ereignisse, die Generierung von Warnmeldungen bei ungewöhnlichen Vorkommnissen und die Unterstützung von Überwachungssystemen bei der Erkennung von Cyberbedrohungen. Für Serviceorganisationen verbessert dies die vorausschauende Wartung und hilft, Probleme zu identifizieren, bevor sie zu Ausfällen oder unsicheren Zuständen führen.

7. Ständige Verfügbarkeit: Ressourcenverfügbarkeit

Die Anforderungen an die Ressourcenverfügbarkeit gewährleisten, dass Komponenten auch unter Belastung oder bei Angriffen betriebsbereit bleiben. Schutzmaßnahmen gegen DDoS-Angriffe, Ressourcenerschöpfung und Hardwarefehler tragen zur Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit bei.

Dies umfasst Schutz vor Netzwerküberlastung oder Controller-Überlastung, redundante Kommunikationswege für kritische Systeme und einen kontrollierten Leistungsabfall bei Instabilität einer Komponente. Für Hersteller und Wartungsdienstleister bedeutet dies eine höhere Verfügbarkeit und einen sichereren Dauerbetrieb.

Cybersicherheit ersetzt nicht die mechanische Sicherheit, sondern verstärkt sie. Mit zunehmender Vernetzung, Cloud-Integration und Softwaresteuerung von Aufzügen verändern sich auch die Risiken. Die Norm IEC 62443-4-2 bietet einen Leitfaden für die Entwicklung und Instandhaltung sicherer Komponenten, die Fahrgäste, Bediener und Gebäudeeigentümer gleichermaßen schützen.

Gesetze und Richtlinien zur Cybersicherheit

Im Vereinigten Königreich gibt es mehrere Gesetze zur Cybersicherheit, darunter – aber nicht ausschließlich – der Computer Misuse Act von 1990, der den unbefugten Zugriff auf Computersysteme und Daten sowie den Missbrauch von Funktionen unter Strafe stellte. Dieses Gesetz wurde inzwischen reformiert, um ethischen Hackern und Sicherheitsforschern Schutz zu bieten. Der Data Protection Act von 2018 ist die britische Entsprechung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union und hat einen sehr ähnlichen Geltungsbereich.

Die NIS 2018 ist die in britisches Recht umgesetzte EU-Richtlinie über Netz- und Informationssysteme (NIS). Diese Richtlinie gilt nur für kritische Infrastrukturen. Ihr Anwendungsbereich wird jedoch durch den neuen Gesetzentwurf zur Cybersicherheit und Resilienz (Netz- und Informationssysteme) (CS&R-Gesetzentwurf), der dem britischen Parlament im November 2025 vorgelegt wird, erweitert. Dieser Gesetzentwurf wird zudem die Verpflichtungen zur Verbesserung der Resilienz und die Berichtspflichten verschärfen.

Weitere bewährte Rahmenwerke sind das Cyber ​​Assessment Framework und Cyber ​​Essentials+. Letzteres ist in der Regel Voraussetzung für Geschäfte mit dem öffentlichen Sektor im Vereinigten Königreich, wird aber aufgrund des Wunsches nach sicheren Lieferketten zunehmend auch von privaten Unternehmen gefordert. Darüber hinaus existieren globale Standards und Rahmenwerke wie ISO 27001, die ebenfalls häufig von Unternehmen verlangt werden.

Die NIS-2-Richtlinie und der Cyber ​​Resilience Act (CRA), die EU-Maßnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit, werden demnächst verbindlich. Die Richtlinie ist auf europäischer Ebene bereits verabschiedet, aber noch nicht in allen Mitgliedstaaten umgesetzt. Diese „Mängel“ in der Verordnung liegen nicht im CRA: Dieser tritt Ende Dezember 2027 in allen Mitgliedstaaten in Kraft.

Die NIS-2-Richtlinie verpflichtet Unternehmen zur Cybersicherheit. Im Falle eines Vorfalls müssen sie unverzüglich einen Kurzbericht und innerhalb von zwei Wochen einen ausführlicheren Bericht veröffentlichen. Ziel ist es, aus dem Vorfall zu lernen und die Ursachen zu verstehen. Da diese Richtlinie erst nach dem Brexit in Kraft trat, gilt sie nicht für den britischen Markt, ist aber selbstverständlich für britische Unternehmen relevant, die in europäische Länder exportieren.

Der Cyber ​​Resilience Act (CRA) führt weitere Regeln ein, beispielsweise dass Produkte von Anfang an unter Berücksichtigung der Cybersicherheit konzipiert, entwickelt und hergestellt werden müssen. Der CRA verlangt von Herstellern die Implementierung eines Prozesses zur Identifizierung, Bewertung und Behebung von Schwachstellen während des gesamten Unterstützungszeitraums.

Referenzen

[1] Statistiken zu Phishing-Angriffen auf Unternehmen | Huntress

[2] Zusammenfassung des Gesetzentwurfs - GOV.UK

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