Cool bleiben unter Druck: Hitzeschutz in der Aufzugsbranche

Von Dot Mynahan | Sicherheit | Juni 30, 2026

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Mit zunehmender Sommerhitze steigt das Risiko von Hitzebeschwerden bei Aufzugsarbeiten in heißen Schächten, Gruben, Maschinenräumen und auf Dächern. Diese können von Krämpfen über Erschöpfung bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzschlag reichen. Das Erkennen von Symptomen wie Muskelkrämpfen, starkem Schwitzen, Schwindel, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit und sofortiges Handeln – wie das Bringen der Arbeiter in kühlen Schatten, das Bereitstellen von Wasser, das Lockern der Kleidung, das Auflegen kühler Tücher und das Wählen des Notrufs 911 bei Verdacht auf einen Hitzschlag – können Leben retten. Vorbeugende Maßnahmen umfassen ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Pausen im Schatten oder in gekühlten Bereichen, die Planung von Arbeiten in kühleren Stunden, Belüftung und temporäre Kühlung, atmungsaktive Schutzausrüstung, Mitarbeiterschulungen und das Einsetzen von Kollegen. Arbeitgeber müssen entsprechende Richtlinien und Ressourcen bereitstellen, und Vorgesetzte müssen die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen mithilfe von Hilfsmitteln wie der OSHA NIOSH Heat Safety App durchsetzen.

Das Erkennen von Krankheitsanzeichen und die Entwicklung eines Hitzeschutzprogramms können Leben retten.

von Dot Mynahan

Mit steigenden Temperaturen in Nordamerika erhöht sich auch das Risiko hitzebedingter Erkrankungen für Arbeiter in körperlich anstrengenden Berufen. Laut OSHA ist Hitze die häufigste Todesursache unter allen wetterbedingten Gefahren, und 18 der letzten 19 Jahre waren die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen.

In der Aufzugsbranche, wo Arbeiten regelmäßig in geschlossenen Schächten, Maschinenräumen, Gruben und auf offenen Baustellen stattfinden, stellt Hitze eine oft unterschätzte Gefahr dar. Anders als offensichtlichere Risiken wie Stürze oder Stromschläge können Hitzebeschwerden schnell und unbemerkt auftreten und selbst erfahrene Arbeiter gefährden. Hitzestress kann zudem Konzentration, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen und so die Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Werkzeugen, Geräten oder elektrischen Anlagen erhöhen.

Angesichts der weiter steigenden Sommertemperaturen und Luftfeuchtigkeit sollten Arbeitgeber und Vorgesetzte in der Aufzugsbranche dem Thema Hitzebelastung proaktiv begegnen. Der Schutz der Beschäftigten erfordert ein Zusammenspiel von Sensibilisierung, Planung, Schulung und praktischen Maßnahmen, die den Gegebenheiten bei Bau, Modernisierung und Wartung von Aufzügen gerecht werden.

Hitzebedingte Erkrankungen im Aufzugsumfeld verstehen

Hitzebedingte Erkrankungen treten auf, wenn der Körper seine Körpertemperatur nicht mehr effektiv regulieren kann. Hohe Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung erhöhen das Risiko.

Mehrere bei Aufzugsarbeiten häufig auftretende Bedingungen können die Hitzebelastung erhöhen:

  • Förderschächte und Gruben sind selten klimatisiert.
  • Maschinenräume können durch den Betrieb von Geräten Wärme aufnehmen.
  • Bei Arbeiten auf dem Dach sind die Mitarbeiter direkter Sonneneinstrahlung und Strahlungswärme ausgesetzt.
  • Persönliche Schutzausrüstung und Werkzeuge erhöhen die Stoffwechselwärmebelastung
  • Städtische Umgebungen verstärken die Temperaturen durch den „Wärmeinseleffekt“.

Unter diesen Bedingungen können Umgebungen entstehen, in denen sich Hitzestress schnell aufbaut, insbesondere während der Mittagszeit.

Die Anzeichen von Hitzekrankheit erkennen

Die frühzeitige Erkennung von Hitzebeschwerden ist entscheidend, um schwerwiegendere Folgen zu verhindern. Hitzebedingte Erkrankungen reichen von leichten Hitzekrämpfen bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzschlag.

1) Hitzekrämpfe: Hitzekrämpfe sind oft das erste Anzeichen von Hitzestress. Es handelt sich dabei um schmerzhafte Muskelkrämpfe, die durch den Verlust von Elektrolyten durch Schwitzen verursacht werden. Sie treten typischerweise in den Beinen, Armen oder im Bauchraum während oder nach anstrengender Arbeit auf.

2) Hitzeerschöpfung Hitzeerschöpfung entsteht durch übermäßigen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Symptome können sein:

  • Starkes Schwitzen
  • Schwäche oder Müdigkeit
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Kühle, blasse, klamme Haut
  • Schneller Puls

Ohne sofortiges Eingreifen kann sich eine Hitzeerschöpfung zu einem Hitzschlag entwickeln.

3) Hitzschlag (Medizinischer Notfall) Ein Hitzschlag ist die schwerste Form der Hitzeerkrankung und erfordert sofortige ärztliche Hilfe. Er tritt auf, wenn die Körpertemperatur über 39.4 °C (103 °F) steigt und der Körper sich nicht mehr selbst abkühlen kann. Zu den Symptomen gehören:

  • Verwirrung oder veränderter Geisteszustand
  • Bewusstlosigkeit
  • Heiße, trockene Haut oder übermäßiges Schwitzen
  • Anfälle
  • Erhöhte Körpertemperatur

Unbehandelt kann ein Hitzschlag zu dauerhaften Organschäden oder zum Tod führen.

Präventive Maßnahmen: Aufbau eines Hitzeschutzprogramms

Zur Vorbeugung von Hitzekrankheiten ist eine Kombination aus technischen Schutzmaßnahmen, administrativen Richtlinien und der Schulung der Arbeitnehmer erforderlich.

Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass an allen Arbeitsplätzen ausreichend kühles Trinkwasser zur Verfügung steht. Arbeitnehmer sollten etwa alle 15–20 Minuten ein Glas Wasser trinken, anstatt zu warten, bis sie Durst verspüren.

Aus dem bereitgestellten Bild wurde hier der vollständige Text extrahiert, wobei die ursprüngliche Formatierung, das Layout und die Struktur erhalten blieben.

Flüssigkeitszufuhr: Wasser zuerst, immer

Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer wissen, dass Energy-Drinks und übermäßiger Koffeinkonsum das Risiko hitzebedingter Erkrankungen bei heißem Wetter oder hoher Arbeitstemperatur erhöhen können. Koffein kann nämlich die Anzeichen von Müdigkeit oder Hitzestress verschleiern und es den Betroffenen erschweren, eine Überhitzung ihres Körpers zu erkennen. Es ist besser, ausreichend Wasser und Elektrolytgetränke zu trinken, anstatt sich auf Koffein zu verlassen, um Müdigkeit zu überwinden.

Ruhepausen und Erholungsphasen

Regelmäßige Ruhepausen in schattigen oder klimatisierten Bereichen sind empfehlenswert. Bei steigenden Temperaturen sollten Arbeitgeber die Häufigkeit und Dauer dieser Pausen erhöhen.

Bei Aufzugsarbeiten kann dies kreative Lösungen erfordern, wie zum Beispiel:

  • Ausweisung von gekühlten Bereichen innerhalb des Gebäudes
  • Nutzung von tragbaren Sonnenschutzkonstruktionen auf Dächern
  • Rotation der Arbeiter zwischen heißen und kühleren Aufgaben

Anpassungen der Arbeitszeitplanung

Wann immer möglich, sollten körperlich anstrengende Arbeiten in die kühleren Tageszeiten, wie zum Beispiel den frühen Morgen oder den späten Nachmittag, verlegt werden.

So können beispielsweise schwere Montage- oder Installationsarbeiten in den Aufzugsschächten für die Morgenschicht geplant werden, während leichtere Arbeiten für die wärmeren Tageszeiten reserviert werden.

Steuereinheit

Soweit möglich, sollten Arbeitgeber Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzebelastung ergreifen, darunter:

  • Lüftungsventilatoren in Schächten und Maschinenräumen
  • Temporäre Kühleinheiten
  • Reflektierende Barrieren oder Isolierungen zur Reduzierung der Strahlungswärme
  • Öffnen von Zugangspunkten zur Verbesserung der Luftzirkulation

Schon kleine Verbesserungen der Luftzirkulation können den Komfort und die Sicherheit der Arbeiter deutlich erhöhen.

Angemessene Kleidung und persönliche Schutzausrüstung

Leichte, atmungsaktive Stoffe können dazu beitragen, Wärmestau zu reduzieren. Obwohl die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung (PSA) stets erfüllt werden müssen, sollten Arbeitgeber Optionen prüfen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schutz und Hitzestressreduzierung gewährleisten.

Kühlwesten oder Nackenwärmer können in Umgebungen mit hoher Hitze ebenfalls Linderung verschaffen.

Schulung und Bewusstsein

Arbeiter und Vorgesetzte sollten darin geschult werden, Symptome von Hitzebeschwerden zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Die Schulung sollte Folgendes umfassen:

  • Frühe Symptomerkennung
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Notfallprotokolle
  • Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr und Erholungsphasen

Eine gut informierte Belegschaft ist nach wie vor einer der wirksamsten Schutzmechanismen gegen hitzebedingte Vorfälle.

Die OSHA-NIOSH-App „Hitzesicherheitstool“ unterstützt Vorgesetzte und Mitarbeiter bei der Beurteilung der lokalen Hitzebedingungen und der Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen. Diese kostenlose App ist für Android- und iPhone-Geräte verfügbar, berechnet den Hitzeindex und gibt Empfehlungen für Schutzmaßnahmen.

Weitere Informationen finden Sie auch in Abschnitt 14.13 – Hitzekrankheit der 2025 Ausgabe der Sicherheitshandbuch für Mitarbeiter im Bereich Aufzugsindustrie.

Buddy-System und Überwachung

Wenn Arbeiter dazu angehalten werden, sich gegenseitig zu beobachten, können Symptome frühzeitig erkannt werden, bevor sich der Zustand verschlechtert. Vorgesetzte sollten die Teams bei extremer Hitze aktiv beobachten, und die Arbeiter sollten sich ermutigt fühlen, sich zu melden, wenn sie oder ein Kollege Symptome aufweisen.

Notfallmaßnahmen: Schnelles Handeln rettet Leben.

Bei Verdacht auf Hitzekrankheit ist sofortiges Handeln entscheidend:

  • Bringen Sie den Arbeiter an einen kühlen oder schattigen Ort.
  • Stellen Sie Wasser bereit, wenn der Arbeiter bei Bewusstsein und trinkfähig ist.
  • Überschüssige Kleidung lockern oder entfernen
  • Kühle, feuchte Tücher oder Eisbeutel auflegen.
  • Den Arbeiter mit einem Fächer kühlen

Bei Verdacht auf Hitzschlag sofort den Notruf 911 wählen. Eine verzögerte Behandlung kann lebensbedrohlich sein.

Eine gemeinsame Verantwortung

Die Prävention von Hitzekrankheiten erfordert die Beteiligung aller Ebenen der Organisation.

Arbeitgeber müssen die notwendigen Ressourcen, Richtlinien und Schulungen bereitstellen, um Risiken zu minimieren. Vorgesetzte müssen sichere Arbeitsverfahren durchsetzen und bei großer Hitze besonders wachsam sein. Beschäftigte müssen selbst für ausreichende Flüssigkeitszufuhr, die Selbstkontrolle ihres Gesundheitszustands und gegenseitige Rücksichtnahme sorgen.

Fazit: Erhöhung der Sicherheit bei Hitze

Da die Branche die Sicherheit durch sich weiterentwickelnde Standards, Schulungsinitiativen und Ressourcen wie beispielsweise die Sicherheitshandbuch für Mitarbeiter im Bereich AufzugsindustrieDie Prävention von Hitzekrankheiten muss weiterhin Priorität haben, insbesondere da höhere Temperaturen und längere Hitzeperioden immer häufiger auftreten.

Durch die Umsetzung praktischer Strategien zur Vorbeugung von Hitzekrankheiten können Arbeitgeber in der Aufzugsbranche ihre Mitarbeiter besser schützen und eine Kultur stärken, in der die Sicherheit höchste Priorität hat – egal wie hoch das Quecksilber steigt.

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