Innovation voranbringen
By Elevator World | Codes & Standards | November 1, 2025
5 Minuten zum Lesen
Prädiktive Analysen und intelligente Steuerung verbessern Effizienz, Sicherheit und Wartung von Aufzügen. Proprietäre OEM-Daten und eingeschränkte Interoperabilität verhindern jedoch die flächendeckende Einführung von KI. Eine Überarbeitung der ASME A17-Normen könnte Innovationen fördern, indem standardisierte, sichere, schreibgeschützte Schnittstellen mit Protokollen wie OPC UA oder BACnet vorgeschrieben, leistungsbasierte Bestimmungen erweitert werden, um KI-gestützte Lösungen mit Sicherheitsanforderungen zu ermöglichen, und eine Zertifizierung für die KI-Validierung durch Dritte eingeführt wird. Solche Änderungen würden es Gebäudeeigentümern und -entwicklern ermöglichen, vorausschauende Wartung und Optimierung einzusetzen, während OEMs differenzierte Dienstleistungen anbieten können. Erfahrungen aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Automobilindustrie zeigen konkrete Vorteile, und die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist unerlässlich, um Fragen der Datenhoheit, der Sicherheitsvalidierung und der wirtschaftlichen Auswirkungen zu klären.
In dieser Leserplattform schlagen die Autoren eine Überarbeitung der ASME-Standards vor, um das Potenzial von KI in Aufzugssystemen zu erschließen.
von John Antona und Jean Paul Antona
Der aktuelle Stand: KI an der Schwelle
Branchenführer setzen heute aktiv auf prädiktive Analysen und intelligente Einsatzplanung. Innovatoren im Bereich Anlagen und Steuerungssysteme nutzen bereits Datenanalysen, um Effizienz, Sicherheit, Fahrgastkomfort und vorausschauende Wartung zu verbessern. Vorausschauende Wartung reduziert Ausfallzeiten erheblich. Sie erkennt Fehler proaktiv, bevor diese zu kritischen Ausfällen führen. Dieser Ansatz bietet Gebäudebetreibern erhebliche Kosteneinsparungen und eine höhere Zuverlässigkeit. Die breite Anwendung und Integration dieser Lösungen hat das Potenzial der KI jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Wichtigste Einschränkungen: Die Herausforderung der Datenbindung
Die größte Hürde ist der Datenzugriff. Aufzugshersteller verwalten Aufzugsdaten traditionell in proprietären Systemen, was Innovationen erheblich behindert. Begrenzte Interoperabilitätsstandards führen dazu, dass Gebäudebetreiber oft an herstellerspezifische Technologien gebunden sind und neue KI-Lösungen von Drittanbietern für vorausschauende Wartung und intelligente Einsatzoptimierung nicht nutzen können. Dies hemmt Innovationen, erhöht die Betriebskosten und schränkt die potenziellen Vorteile hinsichtlich Fahrgastkomfort, Energieeffizienz und präventiver Wartung stark ein.
Es ist entscheidend zu erkennen, dass große OEMs derzeit wenig Anreiz haben, ihre exklusiven Datenvorteile aufzugeben, die ihre Marktpositionen festigen. Eine stärkere Interoperabilität und Standardisierung schmälert jedoch nicht zwangsläufig ihren Wettbewerbsvorteil. Im Gegenteil: Sie eröffnet neue Wege für Innovationen, steigert die Kundenzufriedenheit und fördert durch Mehrwertdienste engere Kundenbeziehungen.
Ein Vorschlag zur Überarbeitung der ASME-Standards
Um diese Lücke zu schließen und das volle Potenzial der KI in unserer Branche auszuschöpfen, können die ASME A17-Standards weiterentwickelt werden. Konkret können drei wichtige Überarbeitungen die Branche transformieren und nicht nur Dritten und Gebäudeeigentümern, sondern auch OEMs zugutekommen:
- Offene Datenschnittstellen: Die Normen ASME A17.1 und A17.7 werden dahingehend geändert, dass standardisierte, sichere und schreibgeschützte Schnittstellen für den autorisierten Zugriff auf Leistungs- und Diagnosedaten von Aufzügen vorgeschrieben werden. Durch die Angleichung an weit verbreitete Datenprotokolle wie Open Platform Communications, Unified Architecture (OPCUA) oder Building Automation and Control Networks (BACnet) ermöglichen wir Gebäudeeigentümern und Drittanbietern die sichere Integration innovativer KI-Analysen. OEMs erhalten die Möglichkeit, differenzierte Dienstleistungen und vorausschauende Wartungspakete anzubieten, was die Kundenbindung stärkt und die Umsatzchancen erhöht.
- Erweiterung leistungsbasierter Standards: Die Norm ASME A17.7 wird weiter ausgebaut und präzisiert, um Innovationen durch leistungsbasierte Sicherheitskennzahlen anstelle von vorschreibenden Systemdesigns zu fördern. Diese Flexibilität ermöglicht die Einführung neuer Technologien wie z. B. vorausschauender Wartungsmodelle, die gleichwertige oder bessere Sicherheitsergebnisse erzielen und OEMs einen klaren Rahmen für sichere Innovationen bieten.
- Zertifizierung KI-gestützter Systeme: Es werden klare Richtlinien für die unabhängige Validierung und Zertifizierung KI-gesteuerter Aufzugslösungen festgelegt. Dies beschleunigt die Zulassungsverfahren, fördert Innovationen und wahrt gleichzeitig das unerschütterliche Engagement der ASME für Sicherheit und Zuverlässigkeit. OEMs profitieren von klaren, einheitlichen Standards, die Innovationszyklen beschleunigen und regulatorische Unsicherheiten reduzieren.
Einblicke aus der Luftfahrt- und Automobilindustrie
Sicherheitskritische Branchen wie die Luftfahrt und die Automobilindustrie profitieren bereits erheblich von vorausschauender Wartung und KI-gestützter Sicherheitsoptimierung. In der Luftfahrt nutzen Fluggesellschaften wie Delta und Lufthansa KI-gestützte prädiktive Analysen für die Wartung, wodurch ungeplante Wartungsereignisse reduziert, die Sicherheit erhöht und Ausfallzeiten deutlich verringert werden. Auch die Automobilindustrie setzt KI-gestützte Sensoren und Analysen umfassend ein. Unternehmen wie Tesla, BMW und General Motors implementieren Systeme für die vorausschauende Wartung, die den Fahrzeugzustand in Echtzeit überwachen, Ausfälle reduzieren und die Zuverlässigkeit verbessern. Diese Innovationen haben nachweislich die Effizienz gesteigert, die Kundenzufriedenheit erhöht und erhebliche wirtschaftliche Vorteile gebracht. Aufzüge können – und sollten – diesem bewährten Weg folgen.
Ein Aufruf zur weiteren Diskussion
Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt, der branchenweite Zusammenarbeit erfordert. Die Überarbeitung von Standards zur Integration von KI wird weitreichende Folgen haben und wichtige Fragen zu Dateneigentum, Sicherheitsvalidierung, wirtschaftlichen Auswirkungen und Wettbewerbsdynamik aufwerfen. Wir laden Interessengruppen, Hersteller, Aufsichtsbehörden und Innovatoren zu einem aktiven und offenen Dialog ein. Durch gemeinsame Erkenntnisse und Diskussionen können wir Standards gestalten, die nicht nur die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Aufzügen gewährleisten, sondern die Branche auch durch intelligente Innovationen voranbringen.
Dieser Artikel ist das Ergebnis einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen John Antona, einem erfahrenen Aufzugsexperten und Mitglied des ASME A17 Inspektionsausschusses und des Beratungsgremiums, und seinem Sohn Jean-Paul Antona, einem versierten Softwareentwickler, der zum Einstein Prediction Builder-Toolset von Salesforce.com beigetragen und dabei fortschrittliche Machine-Learning-Funktionen genutzt hat. Gemeinsam schlagen sie die Brücke zwischen traditionellen Sicherheitspraktiken für Aufzüge und modernsten KI-Technologien und erkunden Innovationsmöglichkeiten für Aufzugssysteme.

Johannes AntonaAntona Elevator, CEIS, ist seit 40 Jahren in der Aufzugsbranche tätig und Präsident des Beratungsunternehmens Vertical Transport Technology Corp. in Plantation, Florida, das er 1996 gründete. Er verfügt über umfassende Branchenerfahrung, zuletzt als langjähriger Leiter der Abteilung für Aufzugssicherheit im Bauamt der Stadt Miami Beach, Florida. Zuvor war er internationaler Vertriebsleiter bei Motion Control Engineering und Gebietsleiter für Südkalifornien bei thyssenkrupp Elevator. Zwischen 1978 und 1991 bekleidete er verschiedene Positionen bei thyssenkrupp Elevator und Dover Elevator. Antonas Erfahrung reicht auch über die USA hinaus, bevor er 1978 in die Vereinigten Staaten einwanderte. Neben seiner QEI-S-Zertifizierung ist Antona Elevator Vorsitzender des Technischen Beirats für Aufzugssicherheit des Bundesstaates Florida und Mitglied des ASME A17-Beirats für Regulierungsangelegenheiten und des Inspektionsausschusses. Er ist außerdem Vorsitzender der US-Niederlassung der International Association of Elevator Engineers (IAEE) und Mitglied der [Name der Organisation fehlt im Originaltext]. Elevator World, Inc. Technische Beratungsgruppe.

Jean Paul Antona ist ein leitender Softwareentwickler mit Erfahrung bei IBM, PricewaterhouseCoopers und Salesforce. Seine Spezialgebiete sind Datenintegration, Engineering Observability und Analytics. Dank seiner umfassenden technischen Expertise und seiner Erfahrung im Datenmodellierungs-Know-how entwickelt er skalierbare Pipelines, die Kundendaten plattformübergreifend zusammenführen. Seine Stärke liegt darin, fragmentierte Systeme und unstrukturierte Daten in strategische Erkenntnisse für Engineering- und Business-Teams zu verwandeln. Er leitet Tableau-Teams und visualisiert Streaming-Daten in Dashboards, die Echtzeit-Entscheidungen ermöglichen.