Aufzugsmodernisierung im Wiener Donauturm

By Elevator World | Modernisierung Aufrechtzuerhalten Mai 1, 2011

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Nach 46 Jahren Betrieb wurden die Aufzüge des Donauturms umfassend modernisiert, um den neuen Sicherheits- und Energievorschriften zu entsprechen und gleichzeitig den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Wiener KONE AG ersetzte die Antriebe durch EcoDisc MX 40 Permanentmagnetmotoren, installierte ein Aufzugsinformationssystem mit Anzeigen in der Kabine und im Foyer sowie Kamerabildern, modernisierte die Steuerungs- und Sicherheitssysteme, Seile, Kabel, Beleuchtung und Klimaanlage und erhielt die einzigartige offene Doppelkabinenkonstruktion bei. Die Arbeiten erforderten lediglich zwei jeweils zehntägige Stillstände und wurden im Juni 2010 vorzeitig abgeschlossen. Durch die Modernisierung wurde der Energieverbrauch der Aufzüge halbiert, die Energieeffizienzklasse A erreicht und die Fahrgastinformation sowie die Sicherheit verbessert.

Nach 46 Dienstjahren war eine Modernisierung der Aufzüge des Donauturms erforderlich, um Anwohner und Touristen durch den 170 Meter hohen Turm zu befördern.

Der Donauturm wurde 1964 als Teil des Geländes der Internationalen Wiener Gartenbauschau (WIG) errichtet. Entworfen wurde es von dem verstorbenen, international renommierten Architekten Professor Hannes Lintl. Bis zum Bau gab es am linken Donauufer nichts Bemerkenswertes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet nach und nach von einer maroden Ansammlung illegal errichteter Hütten eingenommen. Den Wienern galt die Gegend natürlich als Schandfleck. Die Pläne zum Bau eines neuen Gebäudekomplexes für das WIG mit dem Donauturm als Herzstück wurden als Nutzen für die Stadt begrüßt. Der Panoramablick aus 170 Metern Höhe über die ganze Stadt bis hin zu den Bergen des Wienerwaldes.

In ihrer 46-jährigen Geschichte haben die Aufzüge des Donauturms mehr als 40 Millionen Fahrgäste befördert und eine Strecke von mehr als 750,000 Kilometern zurückgelegt. Statistiken zeigen, dass 40 % der Besucher Stadtbewohner sind, 40 % Touristen und die restlichen 20 % Tagesausflügler. Rund 50 % der Besucher kommen nur, um die herrliche Aussicht zu genießen, und 50 % besuchen das Restaurant mit 135 Sitzplätzen oder die Cafeteria mit 165 Sitzplätzen. Beide rotieren mit regulärer Geschwindigkeit in drei Stufen: 26, 39 und 52 Minuten, um eine komplette Runde zu machen.

Die Zuordnung

Jeder Immobilienbesitzer wird sich bewusst sein, dass nach 40 Dienstjahren zwangsläufig Renovierungs- und Modernisierungsbedarf besteht. Der Stand der Technik hat sich erheblich weiterentwickelt und neue gesetzliche Anforderungen erfordern eine umfassende Modernisierungsreihe. Insbesondere im Bereich der Aufzugstechnik zwingt die neuerdings umgesetzte Gesetzgebung zur Benutzersicherheit und Vorschriften die Betreiber zu Energieeinsparungen, sodass Handeln keine Option mehr, sondern dringend erforderlich ist. Gebäude machen heute 40 % des gesamten Energieverbrauchs der Welt aus, wovon bis zu 10 % für den Betrieb von Aufzügen verwendet werden. Vor diesem Hintergrund entschloss sich der Eigentümer des Donauturms, die 40 Jahre alte Aufzugsanlage zu modernisieren. Das Renovierungsprojekt wurde erstmals im Jahr 2004 in Betracht gezogen, wobei eine der Hauptanforderungen darin bestand, dass der Turm für den Betrieb geöffnet bleibt.

Im Februar 2008 wurde ein detailliertes Angebot für das Modernisierungsprojekt abgegeben und im August desselben Jahres der Auftrag zur Durchführung erteilt. Das Installationskonzept war bis Dezember 2008 fertig. Der Aufzugsstillstand wurde auf nur zwei Perioden von jeweils 10 Tagen reduziert und in traditionell ruhige Zeiten eingeplant. Diese Lösung war aus Sicherheitsgründen, insbesondere bei der Installation des Traktionssystems, unumgänglich, da der zweite Aufzug immer verfügbar bleiben musste, um eine Notfallrettung durchzuführen. Von Januar bis September 2009 wurden notwendige Konstruktionen gezeichnet, Komponenten bestellt, eine Gefährdungsanalyse für die Installation durchgeführt und der detaillierte Logistikplan erstellt. Die Baustelle wurde im Dezember 2009 eingerichtet, die Montagearbeiten begannen am 4. Januar 2010. Am 8. Juni des Jahres, rund einen Monat früher als geplant, waren die Arbeiten abgeschlossen.

Basierend auf einem langjährigen Traditionsunternehmen wurde der Modernisierungsauftrag an die Wiener KONE AG vergeben. Eine der Vorgaben für das Konzept war die Integration von Monitoring-Systemen. Diese werden von Planern, Architekten und Hausverwaltungen genutzt, um mit einer Reihe neuer technischer Möglichkeiten die Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität von Gebäuden zu verbessern. Dank moderner Medientechnik kann ein solches System, das in zukunftsweisenden Aufzugsanlagen eingesetzt wird, dem Nutzer vielfältige Informationsmöglichkeiten bieten und präzise Informationen über seine jeweilige Fahrt geben. Das Überwachungssystem informiert den Benutzer beispielsweise, wenn die Fahrgeschwindigkeit von 6.2 mps aufgrund von Windverhältnissen auf 2.5 mps sinkt, um ungewollte Bewegungen der Aufzugskabel zu verhindern.

Das Lift-Info-System

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, war es für KONE der logische Schritt, mit der Shaefer GmbH aus Sigmaringen, Deutschland, Entwickler eines visuellen Kommunikations- und Kontrollsystems namens Lift Info System in Kontakt zu treten, das bereits in mehr als 150 Projekten weltweit installiert wurde . Dieses System kann nicht nur in Aufzügen, sondern auch in Eingangsbereichen, Lobbys und Treffpunkten unter anderem in Flughäfen, Bahnhöfen, Konferenzzentren und Krankenhäusern eingesetzt werden.

In den Waggons der beiden Expressaufzüge des Donauturms wurden zwei Monitore installiert. Ein 26-Zoll-Bildschirm bietet den Passagieren allgemeine Informationen über die Restaurants des Turms sowie anstehende Veranstaltungen. Der kleinere 10.4-Zoll-Bildschirm zeigt Informationen wie Höhe, Gewicht und Fahrgeschwindigkeit der Aufzugskabine an. Im Eingangs- und Ausgangsbereich sowie im oberen Bereich der Cafeteria sind 32-Zoll-Bildschirme installiert. Diese zeigen eine Tages- und Nachtansicht des Donauturms mit überlagerten Informationen zum Aufzugskabinenstatus. So können wartende Besucher sofort wissen, wann ihre Fahrt beginnen soll.

Durch Betätigen eines Schlüsselschalters lässt sich mit dem Lift Info System auch das Bild von sechs verschiedenen Kameras überlagern, die drei Zugangsebenen, die Aufzugskabinen und den Maschinenraum zeigen. Dies bietet selbstverständlich eine Überwachungsmöglichkeit, die beispielsweise von Einsatzkräften bei einer Feuerwehrrettung genutzt wird. Das Lift Info System und seine Monitore geben in solchen Szenarien Orientierung und Hilfestellung bei möglichen Notfällen wie Vorraumüberwachung oder Brandschutz und sind ein großer Pluspunkt in Sachen Sicherheit.

Das Modernisierungsprojekt

Für die kompletten Bauarbeiten war ein Zeitraum von sechs Monaten vorgesehen. In der Zeit von 10:10 bis 10:XNUMX Uhr war nur Nachtarbeit erlaubt. Das benötigte Material musste zum vorgesehenen Zeitpunkt vor Ort angeliefert werden, so dass auch nachts oder frühmorgens angeliefert werden musste. Während dieser zwei XNUMX-tägigen Stillstandszeiten mussten die Zug- und Steuerung sowie alle Seile ausgetauscht werden. Gearbeitet wurde rund um die Uhr in Tag- und Nachtschichten, wobei drei Monteure gleichzeitig im Einsatz waren. Der Planungsprozess wurde parallel zum täglichen Projektfortschritt fortgesetzt und Erkenntnisse aus der Installation des ersten Aufzugs wurden in die zweite Installation einfließen lassen.

Das gesamte Projekt lief wie am Schnürchen, der Bau wurde innerhalb des Zeitplans abgeschlossen. Dabei beobachteten die Gewerbeaufsichtsbehörde des Landkreises und die Feuerwehr die Projektabwicklung sehr genau und auch die strengen Auflagen der TÜV-Prüfstelle mussten eingehalten werden.

Bei der Modernisierung einer Aufzugsanlage wird natürlich besonderes Augenmerk auf die Forderung nach Energieeinsparung und Umwelteffizienz gelegt. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wurde die alte Antriebsmaschinerie durch den KONE EcoDisc® MX 40, einen synchronen Permanentmagnetmotor, ersetzt. Dieses System reduziert den Energieverbrauch um bis zu 50 % im Vergleich zu vergleichbaren Getriebemotoren. Die Einheiten sind schmal, leicht gebaut und verbrauchen dadurch weniger Rohmaterial und Platz. Die Gegengewichts-/Aufzugskabine beschleunigt den Aufzug, wodurch das regenerative Antriebssystem als Generator arbeitet, Energie in elektrische Energie umwandelt und ins Netz zurückspeist. Die beiden Einheiten befinden sich im Maschinenraum über dem Aufzugsschacht in rund 180 Metern Höhe. Beim Turmbau wurde ein Rundschwenkkran installiert. Um seine Trommel war so viel Seil gewickelt, dass es die gesamte Turmhöhe für den Lastentransport nutzen konnte. Dies war für KONE ein enormer Vorteil bei der Installation der neuen Maschinen.

Auch die Tragseile und teilweise die Ausgleichsseile wurden getauscht. Die schlanke Betonbauweise des Turms führte bei böigen Winden zu erheblichen Pendelbewegungen (teilweise bis zu 1 Meter) an der Turmspitze. Dem wurde durch die Einstellung einer überdurchschnittlichen Spannung in den Ausgleichsseilen Rechnung getragen.

Auch die Steuerung wurde erneuert und verfügt nun über eine Stromsparschaltung und Frequenzumrichter-Antriebssteuerung (KHD 160), die ebenfalls der Reduzierung des Energieverbrauchs dient. Alle Elektroinstallationen wurden mit feuerfesten F90-Kabeln ausgeführt.

In der Grube wurden die ölhydraulischen Puffer unter den Wagen und Gegengewichte erneuert. Die Signalanlagen an den Haltestellen und in den Waggons wurden durch moderne Tastaturen ersetzt.

In den Aufzugskabinen wurde eine LED-Beleuchtung installiert und für einen reibungslosen und effizienten Fahrgastfluss das „Open-Through“-Design. Der zweite Wagen unterhalb des Personenwagens, der den gleichzeitigen Transport von Passagieren und Lieferungen in die Restaurantküche in zwei Wagen (übereinander) ermöglicht, wurde beibehalten.

Der Betreiber kann jederzeit mit den anderen Wagen und mit dem Verwaltungspersonal kommunizieren. Im Fehlerfall ist eine Möglichkeit zum Durchsteigen von einem Wagen zum anderen vorgesehen. Die beiden Aufzugsschächte sind nicht durch eine Wand getrennt und der Zwischenraum zwischen beiden beträgt nur 4 Zentimeter. Für die Fahrgäste unsichtbar gibt es Türen, die im Notfall zur Evakuierung von einem Auto zum anderen genutzt werden können. Ein Sicherheitssystem sorgt dafür, dass der Transfer erst möglich ist, wenn sich die Aufzüge auf derselben Etage befinden.

LED-Spots auf den Dächern der Autos sorgen während der Fahrt für ein besonderes Erlebnis für die Passagiere. Zudem sind beide Aufzugskabinen vollklimatisiert. Das während der Fahrt im Kühlmodus anfallende Kondenswasser wird gespeichert und in geeigneten Tanks abgelassen, wenn die Autos wieder auf Bodenhöhe sind.

Fazit

Das gesamte Modernisierungsprojekt war ein Erfolg. Das Facility Management Team des Donauturms bestätigte, dass im ersten vollen Monat nach Inbetriebnahme der neuen Aufzüge eine Energieeinsparung von 50 % erreicht wurde. Besucher schätzen das Lift Info System mit seinen vielfältigen Informationsmöglichkeiten. Auf Basis der anerkannten VDI-Norm 4704/1 wurde ein Zertifikat der Energieeffizienzklasse A verliehen. Dieses Ergebnis hat die Eigentümer veranlasst, weiter in den Haltestellen- und Eingangsbereich zu investieren und das Restaurant technisch zu verbessern. Diese sind für 2011 geplant. 

Zahlen und Fakten zum Donauturm

  • Aufzüge: zwei Express-Aufzüge; Nennlast: 1200 kg (15
  • Person)
  • Schnelligkeit: 6.2 mps
  • Fahrtdauer: 35 Sekunden bis 165 Meter Höhe Transportleistung: 1,600 Personen pro Stunde
  • Turmhöhe: 252 Meter
  • Höhe des mittleren Decks: 165 Meter
  • Höhe der Aussichtsterrassen: 150 und 152.5 Meter Turmdurchmesser (am Boden): 12 Meter Turmdurchmesser (bei 160 Meter Höhe): 6 Meter Fundament: 8 Meter tief, 31 Meter Durchmesser Baumaterial: 3,750 cbm Beton, 514 Tonnen Stahlbeton Beton
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