Von Daten zu Entscheidungen

Von Santiago Arámbula, Jonathan Taub, Héctor Reboredo | Wartung | 15. April 2026

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KI-Übersicht

Angesichts alternder Anlagenflotten, eines schrumpfenden Pools an Fachkräften und steigendem Sicherheits- und Regulierungsdruck muss die Aufzugsbranche von reaktiven Reparaturen zu vorausschauender, datengestützter Wartung übergehen. Fragmentierte Märkte und Sprachbarrieren verstärken die Risiken in Lateinamerika, während globale Hürden Kosten, Konnektivität und proprietäre Systeme darstellen. Fortschritte in den Bereichen IoT, Cloud und KI ermöglichen Fernüberwachung und geschlossene Arbeitsabläufe, die Sensoralarme in priorisierte Arbeitsaufträge und verifiziertes Feedback aus dem Feld umwandeln. Dies verbessert die Erkennung, reduziert Fehlalarme und senkt die Anzahl von Störungen. Pilotdaten und Integrationen wie CEDES Elevate mit FIELDBOSS zeigen messbare Verbesserungen bei Verfügbarkeit, Sicherheit und Produktivität sowie einen klaren ROI. Daher sind Zusammenarbeit und Datenaustausch für den zukünftigen Betrieb von VT-Anlagen unerlässlich.

Aufbau des vernetzten Aufzugs-Ökosystems

von Santiago Arámbula, Jonathan Taub und Héctor Reboredo

Dieser Beitrag wurde auf dem Internationalen Aufzugs- und Fahrtreppensymposium 2025 in Buenos Aires, Argentinien, vorgestellt.

Abstract

Die Diskrepanz zwischen einem wachsenden Bestand an alternden Anlagen und einem schrumpfenden Pool an qualifizierten Aufzugstechnikern führt weltweit zu erheblichen betrieblichen und sicherheitstechnischen Herausforderungen. Allein in den USA verursachen Aufzugs- und Rolltreppenunfälle jährlich rund 17,000 Verletzungen, wobei Türberührungen und Einklemmen zu strengeren behördlichen Kontrollen führen. In Lateinamerika werden diese Probleme durch uneinheitliche Vorschriften, uneinheitliche Ausbildungsstandards und eine unzureichende Sicherheitsberichterstattung verschärft. Das Städtewachstum treibt die Nachfrage an, während Ersatzteilknappheit und unzureichend regulierte Modernisierungen betriebliche und sicherheitstechnische Risiken bergen, die sich in schweren Unfällen äußern.

Herkömmliche, reaktive Wartungsmodelle stoßen zunehmend an ihre Grenzen, während proaktivere Ansätze, ermöglicht durch digitale Technologien, skalierbare Lösungen bieten. Branchen wie die Klimatechnik und die Industrie mit rotierenden Maschinen haben erfolgreich auf Fernwartung umgestellt und damit einen Präzedenzfall für Aufzüge geschaffen. Die Einführung in der Aufzugsbranche verlief jedoch aufgrund hoher Vorlaufkosten, Konnektivitätsproblemen und regulatorischer Beschränkungen eher schleppend. Proprietäre Systeme schränkten in der Vergangenheit die Interoperabilität und den Datenzugriff ein.

Jüngste Fortschritte im Bereich IoT, Cloud Computing und KI überwinden diese Hürden. Fernüberwachungsplattformen wie CEDES Elevate haben ihren Nutzen eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Überwachte Aufzüge weisen eine Reduzierung sicherheitsrelevanter Vorfälle um 15 % auf. Erste Ergebnisse aus Pilotprojekten in Lateinamerika verdeutlichen das Potenzial dieser Technologie für die Region. Parallel dazu ermöglichen Field-Service-Management-Plattformen wie FIELDBOSS Auftragnehmern eine effiziente Skalierung ihrer Abläufe, wodurch die Produktivität der Techniker und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Die in diesem Beitrag vorgestellte geschlossene Integration beider Systeme erweitert die betrieblichen Erkenntnisse und ermöglicht proaktive Eingriffe sowie eine optimierte Ressourcenzuweisung.

Mit der Weiterentwicklung der Branche werden die Zusammenarbeit im Ökosystem und der Datenaustausch entscheidend sein, um den Fachkräftemangel zu beheben und einen sicheren und zuverlässigen vertikalen Transport zu gewährleisten. Das Zusammenwirken von Technologie, Regulierung und Marktreife läutet eine neue Ära für die Aufzugswartung ein – eine Ära, die von Daten, Erkenntnissen und Innovation geprägt ist.

1. Einleitung

Elevator maintenance has long operated on a reactive model, in which service begins only when the equipment breaks down. But what if it didn't have to? What if maintenance could begin when data first suggested something was about to go wrong?

Die Aufzugsbranche steht an einem Wendepunkt. Veraltete Infrastruktur, Fachkräftemangel und steigende regulatorische Anforderungen belasten traditionelle Wartungsmodelle. Gleichzeitig verändert die digitale Transformation das Anlagenmanagement branchenübergreifend – von der HLK-Technik bis zum industriellen IoT – und liefert wertvolle Erkenntnisse und Technologien, die sich für Videokonferenzen adaptieren lassen.

Diese Arbeit untersucht eine wegweisende Vision für den Aufzugsservice: Intelligente Sensoren und reaktionsschnelle Außendienstsysteme arbeiten zusammen, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Störungen vorzubeugen. Durch die Integration der Fernüberwachungslösung von CEDES mit der Außendienstmanagement-Software von FIELDBOSS schlagen wir ein vernetztes Ökosystem vor, das Rohdaten aus dem Aufzugsbetrieb in handlungsrelevante Erkenntnisse umwandelt und so messbare Verbesserungen in puncto Sicherheit, Verfügbarkeit, Produktivität der Techniker und Kundenzufriedenheit ermöglicht. Anhand von Praxisbeispielen und Pilotdaten zeigen wir, wie dieser Wandel operative Effizienz und finanzielle Vorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Aufzugsbetriebs – von unabhängigen Serviceanbietern und Technikern bis hin zu Gebäudeeigentümern und Fahrgästen – erzielen kann.

2. Die Welt heute: Aktueller Stand der Aufzugswartung

Aufzüge sind aus dem modernen Stadtleben nicht mehr wegzudenken und ermöglichen die vertikale Mobilität in Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden. Die weltweite Aufzugswartung steht jedoch zunehmend unter Druck durch alternde Infrastruktur, Fachkräftemangel, komplexe regulatorische Vorgaben und veraltete Servicemodelle.

2.1. Globale Herausforderungen

Viele der heute in Betrieb befindlichen Aufzugsanlagen wurden vor Jahrzehnten installiert und erreichen nun das Ende ihrer erwarteten Lebensdauer. Schätzungen zufolge sind von den 22 Millionen installierten Anlagen 8 Millionen 20 Jahre oder älter (Otis, 2025). Allein in den USA gibt es fast 1 Million Aufzüge, von denen mehr als 50 % über 20 Jahre alt sind (Otis, 2024) und regelmäßige Reparaturen und Modernisierungen benötigen, um sicher und effizient zu bleiben. Der Verschleiß durch den täglichen Gebrauch – das Heben einer Last, die einem Kleinwagen entspricht, hunderte Male am Tag – führt unweigerlich zu mechanischem Verschleiß.

Während der Bedarf an Wartung dieser alternden Anlagen wächst, steht die Aufzugsbranche vor einem akuten Fachkräftemangel. Verschärft wird dieser durch eine alternde Belegschaft und begrenzte Ausbildungsmöglichkeiten. Mit dem Ausscheiden erfahrener Fachkräfte aus dem Berufsleben stehen immer weniger Nachwuchskräfte zur Verfügung, die sowohl ältere als auch moderne Systeme warten können. Die Branchenumfrage ELEVATOR WORLD 2023 ergab, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften der größte Risikofaktor für Aufzugsunternehmen ist. Zudem besteht eine weit verbreitete Besorgnis über mangelnde Kenntnisse in der Fehlersuche bei Auszubildenden (EW, 2023).

Ein weiterer hemmender Faktor liegt in der Komplexität der Vorschriften. Die Aufzugswartung unterliegt einem komplizierten Geflecht lokaler und nationaler Bestimmungen, die regional stark variieren. Die Einhaltung sich ständig ändernder Sicherheitsstandards erfordert oft kostspielige Modernisierungen und detaillierte Dokumentationen, was sowohl Gebäudeeigentümer als auch Dienstleister zusätzlich belastet.

2.2. Lateinamerikanische Perspektive

Lateinamerika teilt viele der oben genannten globalen Herausforderungen, sieht sich aber zusätzlichen Einschränkungen gegenüber, die die Aufzugswartung prägen. Der Markt ist stark fragmentiert und besteht aus einer Mischung kleiner, unabhängiger Anbieter und multinationaler Konzerne. In Argentinien beispielsweise wird der Installationsmarkt zu 90 % von unabhängigen Anbietern (freier Markt) und zu 10 % von multinationalen Konzernen dominiert; in Brasilien ist das Verhältnis mit 20/80 nahezu umgekehrt (Lueje und Guillerni, 2024). Diese Fragmentierung führt zu uneinheitlicher Servicequalität und eingeschränktem Zugang zu fortschrittlichen Technologien.

Das Problem des Fachkräftemangels wird durch Sprachbarrieren und den ungleichen Zugang zu technischen Ressourcen noch verschärft. Dokumentationen und Support-Tools sind oft bestenfalls nur auf Englisch verfügbar, manchmal sogar in Sprachen, die den regionalen Technikern noch weniger vertraut sind. Dies schränkt die Zugänglichkeit für spanisch- oder portugiesischsprachige Fachkräfte stark ein. Diese Lücke ist besonders problematisch, wenn globale Hersteller keinen Support in der jeweiligen Landessprache anbieten. Als Reaktion darauf haben Techniker informelle digitale Lösungen entwickelt und nutzen Tools wie Übersetzungs- und Messaging-Apps, um zu kommunizieren, Fehler zu beheben und Lösungen auszutauschen. Diese improvisierten Methoden sind zwar alles andere als ideal, spiegeln aber eine Form der digitalen Transformation wider, die aus der Notwendigkeit heraus und nicht strategisch motiviert ist.

Die Modernisierungsbemühungen hinken aufgrund von Budgetbeschränkungen, Infrastrukturproblemen und eingeschränkter Ersatzteilversorgung globalen Trends hinterher. Viele Gebäude sind weiterhin mit veralteten Systemen ausgestattet, was das Risiko von Ausfällen und Sicherheitsvorfällen erhöht. Die Region verzeichnet jedoch ein rasantes Wachstum: Der Markt für Aufzugsmodernisierung soll Prognosen zufolge von 681 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 1.6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 anwachsen (Chandwade, 2024). Treiber dieser Entwicklung sind die Urbanisierung und die steigenden Sicherheitsanforderungen.

2.3. Folgen eines reaktiven Verhaltens

Reaktive Instandhaltung ist in weiten Teilen der Branche nach wie vor das Standardmodell. Kurzfristig mag dieser Ansatz kostengünstig erscheinen, doch er birgt erhebliche betriebliche, finanzielle und sicherheitstechnische Risiken. Ungeplante Ausfallzeiten stören den Gebäudebetrieb, verärgern Mieter und untergraben das Vertrauen in Dienstleister. In stark frequentierten Umgebungen wie Krankenhäusern oder Hotels können selbst kurze Ausfälle die Zugänglichkeit und Sicherheit beeinträchtigen. Mangelhafte Planungs- und Einsatzverfahren führen häufig zu Fehlalarmen, wiederholten Technikereinsätzen und ineffizienter Ressourcennutzung, während die manuelle Datenerfassung die Transparenz hinsichtlich Anlagenzustand und Compliance-Status einschränkt.

Für Gebäudeeigentümer wird die finanzielle Belastung durch Notfalleinsätze, Eilbestellungen von Ersatzteilen und die verkürzte Lebensdauer von Anlagen aufgrund unterlassener Wartung noch verstärkt. Darüber hinaus erhöhen reaktive Geschäftsmodelle das Haftungsrisiko, insbesondere wenn es aufgrund übersehener Mängel zu Sicherheitsvorfällen kommt. Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) führen Aufzugsunfälle in den USA jährlich zu über 17,000 Krankenhausaufenthalten und mehr als 30 Todesfällen, wobei 90 % dieser Unfälle auf Aufzüge und nicht auf Rolltreppen zurückzuführen sind (Dong, Katz & Wang 2018).

3. Der Wendepunkt: Digitale Transformation und prädiktive Intelligenz

3.1. Digitale Transformation jenseits der Aufzugsbranche

Die digitale Transformation, die weit über die Aufzugsbranche hinausgeht, beweist die Machbarkeit vorausschauender Wartung. Im Bereich der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) überwachen IoT-fähige Sensoren kontinuierlich Anlagenparameter wie Temperatur, Druck, Vibration und Stromverbrauch und übertragen die Daten in Echtzeit an Cloud-Plattformen. So können Fachbetriebe Anomalien erkennen, bevor Kunden Probleme bemerken, Komponentenausfälle vorhersagen und proaktive Wartungsarbeiten planen. Servicetechniker profitieren von mobilen Tools, die Diagnosedaten und Servicehistorien anzeigen. Dadurch erzielen sie höhere Quoten bei der Erstbehebung von Störungen und reduzieren ungeplante Serviceeinsätze. Diese Möglichkeiten haben HLK-Fachbetrieben neue Geschäftsmodelle eröffnet, darunter abonnementbasierte Überwachungsdienste, die kontinuierlichen Mehrwert bieten und gleichzeitig die Betriebskosten durch Energieoptimierung und vorausschauende Eingriffe um 20–30 % senken.

3.2. Hindernisse für die Einführung in der Aufzugsindustrie

Traditionell hat die Aufzugsbranche neue Technologien nur zögerlich eingeführt, vor allem aufgrund eingefahrener Praktiken und der Mentalität, Dinge so zu tun, wie sie schon immer gemacht wurden. Viele Aufzugsunternehmen wurden von erfahrenen Technikern gegründet, die später den Schritt in die Selbstständigkeit wagten und zwar fundiertes mechanisches Fachwissen, aber wenig Erfahrung mit digitalen Werkzeugen oder skalierbaren Systemen mitbrachten. Diese überkommene Denkweise führte oft dazu, dass die Fehlersuche durch praktisches Vorgehen Vorrang vor datengestützten Entscheidungen hatte.

Die Rahmenbedingungen ändern sich jedoch. Mit dem Ausscheiden der Gründergeneration aus dem Unternehmen übernimmt die nächste Generation, und Private-Equity-Investoren treten in den Markt ein. So entsteht eine neue Führungsriege – technologieaffiner, wirtschaftsorientierter und innovationsfreundlicher. Diese neuen Akteure treiben die Einführung moderner Produkte und Plattformen voran, denn sie wissen, dass vorausschauende Wartung, Fernüberwachung und integrierte Arbeitsabläufe die Servicequalität, die betriebliche Effizienz und die Rentabilität deutlich verbessern können. Die Aufzugsbranche steht an einem Wendepunkt: Die digitale Transformation ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Notwendigkeit der Gegenwart.

3.3. Von Papiertickets zu moderner Außendienstmanagement-Software

Der Generationswechsel in der Aufzugsbranche ging mit einer parallelen Weiterentwicklung der Betriebsmittel einher.

Bis vor Kurzem nutzten viele Aufzugsfirmen papierbasierte Arbeitsaufträge, Tabellenkalkulationen und voneinander getrennte Systeme zur Verwaltung von Serviceeinsätzen, Wartungsplänen und Abrechnungen. Dieser fragmentierte Ansatz schränkte die Transparenz ein, verlangsamte die Reaktionszeiten und erschwerte es, Muster zu erkennen oder Ressourcen optimal einzusetzen.

Moderne Field-Service-Management-Plattformen (FSM) haben die Branche revolutioniert, indem sie Einsatzplanung, Disposition, Compliance-Überwachung und Finanzprozesse in einer einzigen Cloud-basierten Umgebung vereinen. Plattformen wie FIELDBOSS bieten Aufzugsmonteuren mobilen Zugriff auf Gerätehistorien und Wartungsberichte, automatisiertes Auftragsmanagement und integrierte Anlagenverfolgung, die Servicehistorien, Compliance-Daten und Teileverbrauch mit Kundenkonten verknüpft. Durch die Erfassung strukturierter Echtzeitinformationen zu jedem Serviceeinsatz schaffen FSM-Plattformen die notwendige Dateninfrastruktur für vorausschauende Wartung und generieren so messbaren Geschäftsnutzen.

3.4. Vorausschauende Wartung als wichtiger Werttreiber für Unternehmen

Die vorausschauende Wartung entwickelt sich in der Aufzugsbranche rasant zu einer Strategie mit hohem Return on Investment (Brügge, 2023) und bietet unabhängigen Serviceanbietern, Gebäudemanagern und Technikern deutliche Vorteile.

Für Internetdienstanbieter (ISPs) eröffnet die Integration von IoT-basierter Überwachung und Analyse neue Umsatz- und Margenpotenziale – vom Hardwareverkauf für Nachrüstkomponenten bis hin zu abonnementbasierten Überwachungsdiensten. Diese Dienste, wie Ferndiagnose und Notfallkommunikationsplattformen, generieren wiederkehrende Einnahmen und steigern gleichzeitig den Kundennutzen. Prognosetools verbessern zudem die Erfolgsquote bei Modernisierungen und Reparaturen, da datengestützte Angebote überzeugender und zielgerichteter sind.

Gebäudemanager profitieren von reduzierten Ausfallzeiten, da IoT-Systeme mindestens einen Türausfall pro Aufzug und Jahr verhindern und so erhebliche Kosten einsparen können. Zusätzlich helfen vorausschauende Analysen, unnötige Technikereinsätze zu vermeiden und die Rechnungsprüfung zu unterstützen, was die Transparenz im Betrieb erhöht. Für Techniker ermöglicht die vorausschauende Wartung eine bessere Planung und Terminierung, reduziert Stress und verbessert die Work-Life-Balance – ein Vorteil, der sich bereits in anderen Branchen im digitalen Wandel gezeigt hat. Durch die Bereitstellung einer zentralen Datenquelle zum Zustand der Aufzüge reduzieren diese Technologien außerdem die Vertragsfluktuation und fördern langfristige Kundenbeziehungen. Mit zunehmender Marktreife ist die vorausschauende Wartung nicht nur eine technische Verbesserung, sondern ein strategischer Hebel für Unternehmenswachstum und operative Exzellenz.

4. Einblick in die Technologie: So funktioniert der geschlossene Regelkreis

Der in Abschnitt 3.4 beschriebene Business Case für vorausschauende Wartung basiert auf einer technischen Grundlage, die Sensordaten in zeitnahe Feldmaßnahmen umsetzt. Die CEDES-FIELDBOSS-Integration bildet diese Grundlage durch ein geschlossenes Regelsystem mit einer Echtzeit-Programmierschnittstelle (API), das fünf operative Phasen verbindet: Ausfallerkennung, Alarmübertragung, Arbeitsauftragserstellung, Feldbehebung und Feedbacksynthese.

Die Sensoren von CEDES überwachen kontinuierlich die Betriebsparameter des Aufzugs, darunter Türzykluszeiten, Vibrationsmuster und Kabinenbeschleunigungsprofile. Tritt ein Ausfallereignis auf, generiert die Plattform automatisch eine prioritäre Warnmeldung mit strukturierten Metadaten: Geräte-ID, Zeitstempel, Sensormesswerte, Ereignistyp und Diagnosekontext. Diese Warnmeldung wird innerhalb von Sekunden per API an FIELDBOSS übermittelt, sodass die Mitarbeiter im Büro umgehend benachrichtigt werden.

Die Mitarbeiter im Büro prüfen die Meldung und verifizieren die aktuellen Gegebenheiten vor Ort, bevor sie einen Arbeitsauftrag erstellen und versenden. Das System leitet den Auftrag anhand vordefinierter Kriterien an den zuständigen Techniker weiter. Die Techniker erhalten ihre Aufträge über eine mobile App, die den vom Büropersonal festgelegten Arbeitsgrund enthält. Vor Ort überprüfen sie den Zustand des Problems, führen Korrekturmaßnahmen durch und protokollieren Beobachtungen, benötigte Teile, die Ursachenforschung und den Status der Problembehebung direkt in der mobilen App. Diese mit Zeitstempel versehenen Einträge bilden einen lückenlosen Prüfpfad von der Erkennung bis zur Behebung des Problems.

Der Feedback-Kreislauf schließt sich, sobald die Auflösungsdaten an die CEDES-Plattform zurückgesendet werden und die ursprünglichen Sensordaten mit verifizierten Feldergebnissen angereichert sind. CEDES nutzt diese Informationen im Verlauf aufeinanderfolgender Serviceeinsätze, um Erkennungsalgorithmen zu verfeinern, Alarmschwellen anzupassen und Fehlalarme zu reduzieren. Diese iterative Optimierung führt zu den in Abschnitt 3.4 beschriebenen betrieblichen Vorteilen: weniger Fehlalarme, höhere Verfügbarkeit und eine umfassendere Dokumentation der Einhaltung von Vorschriften. Jeder Serviceeinsatz dient als Trainingsbeispiel und baut eine Bibliothek von Muster-Ergebnis-Beziehungen auf, die das tatsächliche Geräteverhalten und nicht theoretische Modelle widerspiegelt.

Abbildung 2: Automatisierte Workflow-Integration von Dateneinblicken in Serviceaktionen; Quelle: CEDES, FIELDBOSS.

5. Erfolgreiche Mandate aus Pilotprojekten gewinnen

Jüngste Pilotprojekte haben den konkreten Nutzen vorausschauender Wartung und Fernüberwachung im Aufzugsbetrieb aufgezeigt (CEDES, 2025). Ein bemerkenswertes Beispiel ereignete sich in einer großen U-Bahn-Station, wo das System einen vermuteten Ausfall meldete, der nicht in den offiziellen Wartungsaufzeichnungen vermerkt war. Die daraufhin durchgeführte Untersuchung durch das Analyseteam bestätigte anhand von Rohdaten der Sensoren und Beschleunigungsmesser längere Inaktivität und ungewöhnliche Fahrmuster, die auf Wartungsarbeiten hindeuteten. Weitere Nachforschungen ergaben, dass ein Komponentenaustausch stattgefunden hatte, der jedoch nicht offiziell gemeldet worden war. Dies bestätigte die Fähigkeit des Systems, nicht gemeldete Wartungsereignisse zu erkennen und sich als verlässliche Datenquelle zu etablieren.

In einem anderen Fall löste die CEDES-Elevate-Plattform aufgrund erhöhter Vibrationen auf einer bestimmten Etage eine Türwarnung aus. Ein Techniker stellte fest, dass eine Türrolle aus der Führung gesprungen war – ein Problem, das ohne Öffnen des Mechanismus nicht sichtbar war. Die Rolle wurde umgehend ausgetauscht, wodurch weiterer Verschleiß verhindert und ein mögliches Blockieren der Tür vermieden wurde, das zu kostspieligen Notfallreparaturen oder gar zum Einschließen der Person hätte führen können. Da sich der Vorfall in einem Krankenhaus ereignete, hätte die daraus resultierende Ausfallzeit des Aufzugs kritisch sein können.

Diese Beispiele verdeutlichen, wie prädiktive Technologien die Transparenz erhöhen, Risiken reduzieren und rechtzeitige Eingriffe ermöglichen können, die sowohl die Sicherheit als auch die betriebliche Effizienz verbessern. 

Lateinamerika steht an einem Wendepunkt der digitalen Transformation der Aufzugswartung. Marktrückmeldungen belegen einen starken Bedarf an mehr Transparenz und Zuverlässigkeit bei der Wartung (McKinsey, 2023a), (Deloitte, 2022). Gebäudeeigentümer und Facility Manager wünschen sich klarere, datenbasierte Einblicke in die Anlagenleistung, während Dienstleister – sowohl multinationale Konzerne als auch Internetdienstanbieter – zunehmend unter Druck stehen, die Effizienz der Fehlererkennung und -meldung zu verbessern (IDB, 2022). 

Das Fehlen konsistenter Leistungsdaten führt häufig dazu, dass Modernisierungs- oder Reparaturentscheidungen eher auf Vertrauen als auf Fakten beruhen, was Verzögerungen und Ineffizienzen zur Folge hat (Siemens, 2022; Weltwirtschaftsforum, 2024). Vorausschauende Instandhaltung mithilfe von Fernüberwachungssystemen und digitalisierten Feldmanagement-Tools begegnet diesen Herausforderungen direkt. Laufende Pilotprojekte in großen Gebäuden in Uruguay und Argentinien sollen diese Lösungen validieren und beweisen, dass vernetzte, datengesteuerte Systeme messbare Vorteile für alle Beteiligten in der Region bieten (IDC Lateinamerika, 2024). 

Trotz der aktuellen Herausforderungen ist Lateinamerika für die digitale Transformation der Aufzugswartung bestens gerüstet. Laufende Projekte zeigen, wie intelligente Technologien wie vorausschauende Wartung, Fernüberwachung und sensorgestützte Diagnose die Sicherheit verbessern und Kosten senken können.

Abbildung 3: Eine Türzustandswarnung zeigt erhöhte Vibrationswerte an; Quelle: CEDES.

6. Schlussfolgerungen

Die Aufzugsbranche befindet sich an einem Wendepunkt. Angesichts veralteter Infrastruktur, schrumpfender Fachkräfte und steigender Sicherheits- und Regulierungsanforderungen reichen herkömmliche reaktive Wartungsmodelle nicht mehr aus. Dieser Artikel untersucht, wie vorausschauende Wartung – ermöglicht durch IoT, KI und Cloud-basierte Plattformen – eine skalierbare, proaktive Alternative bietet, die den Aufzugsservice in ein vernetztes, datenbasiertes Ökosystem transformieren kann.

Through the integration of smart remote monitoring systems like CEDES Elevate and field service management tools such as FIELDBOSS, we've shown how such closed-loop systems can reduce downtime, improve technician productivity and enhance safety outcomes. Data from pilot projects in Latin America demonstrate that even in regions with fragmented regulations and limited resources, digital transformation is not only possible — it's already underway.

While predictive maintenance is sometimes perceived as expensive in cost-sensitive markets like Latin America, this view overlooks the hidden costs of inefficiency, extended downtime, repeated failures and reduced customer confidence (McKinsey, 2023a.), (Siemens, 2022). Experiences from the region's manufacturing sector show that IoT-based predictive systems can reduce unplanned downtime by over 20%, achieving rapid ROI even where labor costs are lower (McKinsey, 2023b).

Die Vorteile liegen auf der Hand: Vorausschauende Wartung bietet einen messbaren ROI für unabhängige Serviceanbieter, Gebäudemanager und Techniker gleichermaßen. Sie ermöglicht eine intelligentere Ressourcenzuweisung, reduziert betriebliche Ineffizienzen und stärkt das langfristige Kundenvertrauen. Da die nächste Generation von Branchenführern auf Technologie und datengestützte Entscheidungsfindung setzt, steht die Aufzugsbranche kurz davor, sich von reaktivem Service zu proaktivem Betrieb zu entwickeln.

Die Anpassung von Digitalisierungsmodellen an lokale Gegebenheiten ermöglicht eine praktikable und langfristig nachhaltige Implementierung (Accenture, 2023). Mittelfristig rechtfertigen die operativen Vorteile und die erhöhte Transparenz die Investition; langfristig riskieren Unternehmen, die scheitern, den Anschluss zu verlieren, da sich der Branchenstandard hin zu vernetzter, datengesteuerter Wartung verschiebt (IDC Lateinamerika, 2024).

Die Zukunft der Aufzugswartung liegt letztlich in Zusammenarbeit, Transparenz und Innovation. Indem wir die Kluft zwischen Hardware und Software, zwischen Daten und Maßnahmen sowie zwischen traditionellen Vorgehensweisen und modernen Erwartungen überbrücken, können wir ein sichereres, zuverlässigeres und intelligenteres Ökosystem für virtuelle Aufzugsanlagen schaffen.

Referenzen

[1] Accenture. (2023). Überbrückung der digitalen Kluft in Schwellenländern.

[2] Brügge, F. (2023). Predictive Maintenance and Asset Performance Market Report 2023–2028. IoT Analytics. Abgerufen von iot-analytics.com/product/predictivemaintenance-Marktbericht zur Anlagenperformance 2023–2028/

[3] CEDES (2025). Nutzung von Aufzugssensordaten zu handlungsrelevanten Erkenntnissen. EW. Abgerufen von elevatorworld.com/article/turning-elevator-sensor-data-into-actionableinsights/

[4] Chandwade, G. (2024). Marktgröße und Prognose für die Aufzugsmodernisierung in Lateinamerika bis 2032. Credence Research. Abgerufen von credenceresearch.com/report/latin-americaelevatormodernization-market

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[10] Lueje, F., & Guillemi, A. (2024). Die technologische Diät und die vier Revolutionen der Aufzugsindustrie. EW. Abgerufen von: elevatorworld.com/article/thetechnological-diet-thefour-Revolutionen der Aufzugsindustrie/

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[14] Siemens AG. (2022). Digitalisierung und vorausschauende Wartung in Schwellenländern [Whitepaper].

[15] Weltwirtschaftsforum. (2024). Die Zukunft der industriellen Prozesse: Beschleunigung der digitalen Transformation in Lateinamerika.



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