VFA-Interlift in Berlin

By Sascha Göbel | VERANSTALTUNGEN Aufrechtzuerhalten Mai 31, 2026

6 Minuten zum Lesen

HÖREN SIE SICH DIESEN ARTIKEL AN

Generalversammlung im Mittelpunkt der dreitägigen Vereinsaktivitäten

von Sascha Göbel, EW Europe Korrespondent

Mitte April lud der VFA-Interlift, der Branchenverband der Aufzugsindustrie mit Mitgliedern vorwiegend aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz), seine Mitglieder zu seiner jährlichen Veranstaltungsreihe nach Berlin ein: ein Weiterbildungsworkshop, eine Arbeitsgruppe zu Normen und die Generalversammlung – drei Tage voller Themen. Im Mittelpunkt stand die Generalversammlung am Freitag, bei der unter anderem die strategische Entwicklung des Verbandes, die Umstellung auf die Maschinenverordnung 2027 und die laufenden Verbandsaktivitäten erörtert wurden. Zum Zeitpunkt der Veranstaltung zählte der Verband erstmals über 250 Mitglieder.

Workshop für Aus- und Weiterbildung

Die Veranstaltung begann am 15. April mit dem Workshop „Training und Weiterbildung“ unter der Leitung von Andreas Hönnige, Vorstandsmitglied von VFA-Interlift und Geschäftsführer der VFA-Akademie gGmbH, sowie Dr. Tobias Brendel, Dozent an der VFA-Akademie.

Das Format dient der Weiterentwicklung der VFA Academy; das gesamte Team nahm teil: Neben der organisatorischen und fachlichen Leitung der VFA Academy waren zahlreiche Ausbilder der Einladung nach Berlin gefolgt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Aus- und Weiterbildungsprogramme angesichts sich wandelnder technischer und regulatorischer Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden können. Kristin Hemker, Koordinatorin der VFA Academy, gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Academy und die Weiterentwicklung ihres Ausbildungsangebots.

Weitere Präsentationen befassten sich mit der Frage, wie die Anforderungen der ISO 8100-1 und -2 künftig in praktische Qualifizierungsformate umgesetzt werden können – ein Thema, das die Branche auch weiterhin beim Übergang von der Standardisierung zur Implementierung begleiten wird.

Christella Herzog spricht während der Generalversammlung zu den Mitgliedern.

Arbeitsgruppe Normen

Die Arbeitsgruppe Normen ist die zentrale Plattform des Verbandes zur Zusammenführung normenbezogener Informationen – sowohl aus der internen Expertengruppe als auch aus der Mitarbeit in relevanten Ausschüssen. Hier werden Berichte konsolidiert und aggregierte Informationen zuverlässig an die Mitglieder verteilt. Jedes Mitglied kann einen Normenvertreter benennen, der an den Sitzungen teilnimmt.

Das Treffen am Donnerstag unter dem Vorsitz von Achim Hütter, Vorstandsvorsitzender von VFA-Interlift und Leiter der Normenexpertengruppe, befasste sich mit ISO 8100. Die englischsprachige Fassung ist verfügbar; Übersetzungen in weitere Sprachen sind in Vorbereitung. Auf nationaler Ebene prüft das DIN-Normenkomitee Maschinenbau (NAM), ob eine rein englischsprachige Veröffentlichung effektiver wäre als eine weitere Verzögerung. Hintergrund: Die Maschinenverordnung tritt am 20. Januar 2027 sofort in Kraft – jede weitere Verzögerung der Veröffentlichung würde die verbleibende Übergangsfrist für die Branche verkürzen. Peipei Wang, Referentin für Normen und Richtlinien bei VFA-Interlift, ergänzte den Statusbericht mit einer praktischen Beobachtung: Die Norm wird zunehmend in Ausschreibungen einbezogen.

Christoph Piorek, Mitglied der VFA-Interlift-Normenexpertengruppe und Dozent an der VFA Akademie, widmete der neuen Maschinenverordnung einen ausführlichen Vortrag. Im Mittelpunkt standen ihr Inkrafttreten am 20. Januar 2027 und die damit verbundenen offenen Fragen zur Markteinführung von Aufzügen – insbesondere die Korrelation zwischen den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen (EHSR) in Anhang 1 und Anhang 3 sowie die Abgrenzung zur US-amerikanischen General Services Administration (GSA).

Brendel ergänzte den Überblick mit einem Update zum Status der EN 81-76 bezüglich Evakuierungsaufzügen, der geplanten Einbeziehung von Aufzügen in die nächste Überarbeitung der EU-Gebäudeenergierichtlinie (EPBD) – initiiert von einer Arbeitsgruppe der NAM/European Lift Association – sowie den Notrufvorschriften aus der Kabine und dem Maschinenraum gemäß EN 81-28 Anhang A. Die ISO 8102-20 zur Cybersicherheit wurde kurz besprochen; sie wird sich in erster Linie auf Lieferanten elektronischer Bauteile und Hersteller nur in begrenztem Umfang auswirken – beispielsweise in Verbindung mit TRBS 1115-1.

Weitere Themen, die am Rande des Treffens besprochen wurden: die für Mitte 2028 angekündigte Abschaltung des 2G-Netzes – relevant für viele bestehende Notrufsysteme –, der Nachrüstungskatalog, der im dritten oder vierten Quartal als Entwurf neu herausgegeben werden soll, sowie der aufgelöste und sich derzeit neu formierende ABS (Ausschuss für Arbeitssicherheit).

(v.l.n.r.) Achim Hütter, Franz Watzke und Christella Herzog feiern Watzkes Ausscheiden aus dem VFA-Interlift-Team.

Der Abend vor der Generalversammlung

Der VFA-Interlift organisierte den Abend vor der Generalversammlung in traditioneller Form: ein Treffen der Mitglieder mit einem Kulturprogramm in der Gastgeberstadt. Diesmal stand eine Stadtführung durch Berlin auf dem Programm, die zum Lindenbräu am Potsdamer Platz führte; der Abend klang in der Hotelbar aus. Solche Formate sind kein Zufall – sie schaffen Raum für Gespräche, die in formellen Sitzungen selten stattfinden.

Generalversammlung

Der Freitag begann mit einem Vortrag von Dr. Antje-Britta Moerstedt – „Generation Z – Sie finden und binden“ –, der auch über die Veranstaltung hinaus Aufmerksamkeit erregte; in den sozialen Medien wurde er für seine Kombination aus wissenschaftlichem Inhalt und prägnanter Präsentation hervorgehoben.

Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung stand die Generalversammlung am Freitag unter dem Vorsitz von Christella Herzog, Geschäftsführerin des VFA-Interlift e.V., und Hütter. Sie zeichnete ein klares Bild des aktuellen Zustands des Vereins: Der VFA-Interlift entwickelt sich stabil. Geschäftsführung und Vorstand arbeiten eng zusammen; strategische Entscheidungen werden eindeutig im Konsens getroffen.

Auf der offiziellen Tagesordnung standen die Benennung und in einigen Fällen die Vorstellung neuer Mitglieder sowie der Finanzbericht von Dr. Stephan Rohr, Vorstandsmitglied und Schatzmeister von VFA-Interlift.

Die inhaltliche Tagesordnung umfasste Themen wie Digitalisierung, den Umgang mit dem Datenschutzgesetz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die strategische Ausrichtung des Verbandes. In diesem Zusammenhang griff Hütter das Thema der Maschinenverordnung erneut auf und rückte die von Piorek angesprochenen Fragen zur Marktpositionierung in den Fokus des breiteren Publikums. Diese wiederholte Betonung unterstreicht die Bedeutung des Themas für die Branche im Hinblick auf den Übergang zur Maschinenverordnung 2027 – sowohl für die praktische Umsetzung als auch für die Unterstützung durch den Verband.

Tobias Döhring, Koordinator des VFA-Büros, berichtete über die Öffentlichkeitsarbeit von VFA-Interlift, die überarbeitete Website und die Präsenz des Verbandes auf Social-Media-Plattformen wie LinkedIn und Instagram. Er kündigte die Veröffentlichung einer intern entwickelten VFA Academy App an.

Henning Könicke, Geschäftsführer der AFAG Messen und Ausstellungen, stellte den Mitgliedern den neuen Interlift-Projektleiter Alexander Stein vor. Stein folgt auf den langjährigen Projektleiter Joachim Kalsdorf.

Der Rückblick auf die interlift 2025 in Nürnberg fällt positiv aus.

Das VFA-Interlift-Team in der ersten Reihe schaut zu.

Fazit

Die Berliner Konferenzreihe hat gezeigt, dass der VFA-Interlift die zentralen Aufgaben der kommenden Monate – den Übergang zur Maschinenverordnung 2027, die Umsetzung des Datenschutzgesetzes und die Weiterentwicklung der digitalen Regulierung – strukturiert angeht. Die Mitgliederzahl, die zum Zeitpunkt der Veranstaltung erstmals die 250er-Marke überschritten hatte, bestätigt die Position des Verbandes als Plattform für den fachlichen Austausch und die Interessenvertretung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Die nächste Generalversammlung der VFA-Interlift findet am 15. und 16. April 2027 in Düsseldorf statt.

Shares