Rückkehr aus dem E2-Forum - Teil 1

By Undine Stricker-Berghoff | VERANSTALTUNGEN | Dezember 5, 2022

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Rückkehr aus dem e2-Forum - Teil 1
Die Frankfurter Messe begrüßt den zweiten Kongress nach der langen Pause.
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Die e2 Forum-Konferenz für Aufzüge und Fahrtreppen fand am 21. und 22. September in Frankfurt statt. Das zweisprachige Programm umfasste 48 Präsentationen und lockte rund 350 Teilnehmer und 40 Aussteller an. Die Vorträge behandelten neun Themenbereiche, darunter digitale Infrastruktur, BIM, BACnet-Integration, Cybersicherheit, modulares Bauen, energieeffiziente Hydraulikantriebe, Schachtlüftung und Fachkräftemangel. Zu den Höhepunkten zählten Nayla Mecattafs Keynote über nachhaltige Hochhäuser, Fachvorträge zur BACnet-Aufzugsüberwachung und Evakuierungssteuerung in Verbindung mit Brandmeldeanlagen, modulare Fertigschächte sowie Lüftungslösungen mit dem Potenzial für signifikante Wärme- und CO₂-Einsparungen. Aussteller präsentierten Cloud-Dienste, Nachrüstsätze und Dämmprodukte. Roberto Zappa von ELA betonte die Bedeutung von Branchenresilienz, Standardisierung und Interoperabilität. Das nächste e2 Forum ist für den 1. und 2. Oktober 2024 geplant.

Informationen von der Eröffnung bis zum Kongressdinner.

Unter dem Titel „Elevate Your Knowledge“ bot die e2 Forum Aufzug + Fahrtreppen-Konferenz in Frankfurt Main nach langer pandemiebedingter Pause am 21. und 22. September einen simultan ins Englische übersetzten Kongress in zwei Sessions an. XNUMX Vorträgen im frisch renovierten Congress Center der Messe Frankfurt ging eine umfangreiche Vorberichterstattung voraus.

Rund 350 Teilnehmer nutzten die Gelegenheiten zur Kommunikation: lange Kaffee- und Mittagspausen unterwegs sowie das stimmungsvolle Abendessen. Weitere Gesprächs- und Informationsmöglichkeiten boten die 40 Aussteller. Die Vorveranstaltung im Jahr 2018 war von 420 Personen besucht worden; alle anderen Zahlen wurden leicht verbessert.

Das nächste e2 Forum findet am 1. und 2. Oktober 2024 statt.

In diesem ersten Teil des Berichts finden Sie Präsentationen vom ersten Kongresstag, ein Interview mit Roberto Zappa von der European Lift Association (ELA), einen Bericht über die begleitende Ausstellung und einige Impressionen zum Ambiente des e2 Forums . Teil zwei umfasst Vorträge vom zweiten Tag, ein Interview mit Martin Schmitt vom VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen sowie Berichte über die beiden e2-Prologe im Juli und September vor der Konferenz.

Alle Präsentationen finden Sie unter e2-Forum Frankfurt

Die Konferenz befasste sich mit den Möglichkeiten für Gebäude von heute und morgen und konzentrierte sich dabei auf neun Themen:

  • Digitale Infrastruktur – Herausforderungen und Lösungen
  • Der Aufzug in der Gebäudeplanung
  • Neubau und Modernisierung bestehender Gebäude
  • Internet-Sicherheit
  • Integration von Aufzügen in moderne Gebäude
  • Urbanisierung, Smart City, Nachhaltigkeit
  • Digital, nachhaltig, sicher 
  • Aufzüge und Rolltreppen im Urbanisierungsprozess
  • Von der Wartung bis zur Inspektion
Rückkehr zum e2-Forum - 01
Martin Schmitt begrüßte die Teilnehmer im Namen des VDMA-Fachverbandes Aufzüge und Fahrtreppen.
Rückkehr zum e2-Forum - 02
Roberto Zappa vertrat die European Lift Association (ELA) bei der Begrüßung.
Rückkehr zum e2-Forum - 03
Die Keynote wurde von der Architektin Nayla Mecattaf gehalten.
Rückkehr zum e2-Forum - 04
Bernhard Isler diskutierte die Überwachung und Steuerung von Aufzügen über BACnet.

Große Eröffnung am ersten Tag

Uwe Behm, Geschäftsführer des Veranstalters Messe Frankfurt, eröffnete den Kongress. Als Messepartner sprach Schmitt als nächstes. Er interpretierte „e2“ auf drei verschiedene Arten: als „Elevator and Escalator“, „Second Edition“ nach 2018 und „Together and Share“. Gemeinsam rollen die beiden Partner das e2 Forum weltweit nach Buenos Aires, China, Mailand, Mumbai und Neu-Delhi.

Zappa begrüßte die Gruppe im Namen der ELA. Er bezeichnete Standardisierung als Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung und Aus- und Weiterbildung in Verbindung mit aktuellen Informationen als wichtigstes Thema für die Aufzugsbranche.

Die Stararchitektin Nayla Mecattaf vom Architekturbüro CroMe Studio setzte mit ihrer Keynote-Ansprache „Hochhäuser der Zukunft: Nachhaltigkeit und Wohlbefinden“ gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Sie sieht den Menschen im Zentrum von Gebäuden und der Stadt der Zukunft und betont die Notwendigkeit vorausschauender Planung. Dies unterstrich sie anhand zahlreicher Beispiele aus ihrem Unternehmen. Die Architektenkammern von sechs deutschen Bundesländern erkennen die Konferenz „Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Chancen für Gebäude von heute und morgen“ als Fortbildungsveranstaltung an.

Renato Turri von PSA Publishers und Zackes Brustik moderierten die beiden parallelen Vortragsreihen. Fragen aus dem Publikum wurden direkt per Handy an den jeweiligen Moderator gestellt.

Tag eins, Präsentationen der ersten Serie

Die Präsentationen des ersten Tages befassten sich mit Digitalisierung, Standardisierung, Planung und Montage von Aufzügen, Energieeffizienz und der Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte. Hans-Wilhelm Dünn vom Cyber-Council Deutschland referierte zum Thema „Eskalieren und Verbessern – Wir müssen die Cybersicherheit ausbauen und verbessern“. Anschließend sprach Prof. Dr. Boris Düdder von der Universität Kopenhagen zum Thema „Cybersicherheit – Herausforderungen bei intelligenten Personenbeförderungsgeräten“.

Bernhard Isler von der BACnet Interest Group Europe sprach unter dem Titel „ASHRAE BACnet – Was zusammengehört, kommt zusammen: Aufzugsintegration, Evakuierung, Gebäudeautomation“ über die zunehmende Integration von Aufzügen in Gebäude. BACnet ist eine eingetragene Marke von ASHRAE und entspricht dem ANSI/ASHRAE-Standard 135 bzw. der (EN) ISO 16484-5. Der Standard wird von der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) mit Sitz in Atlanta, Georgia, USA, betreut. Weitere Informationen finden Sie unter [Link einfügen]. ASHRAE und BACnet.

Zunächst befasste sich Isler mit der Überwachung und Steuerung von Aufzügen. BACnet bietet eine eigene Anzeige mit Aufzugsobjekten für die Aufzugsgruppe, den Aufzug oder die Fahrtreppe als Clients auf dem Server. Mögliche Features sind eine detaillierte Statusanzeige und Anrufsteuerung. Zusätzliche Details können durch binäre, analoge oder Multi-State-Objekte hinzugefügt werden. Strukturierte Ansichtsobjekte ermöglichen eine weitere Strukturierung. Stör- und Alarmmeldungen sind eigensinnig.

Das System unterstützt die vielen Statusänderungen und Change-of-Value (COV) von Aufzugsanlagen auf Client- und Serverseite – auch bei gleichzeitiger Überwachung mehrerer Gebäude. BACnet Interoperability Building Blocks (BIBBs) auf der Client-Seite bieten Aufzugsobjektdarstellung, Steuerung und Datenänderung, COV-Multi-Abonnement (auch Server), Ereignisparametrierung sowie den Empfänger für Ereignisse.

In Bezug auf BACnet-Profil-Bedienerschnittstellen sagte Isler:

„Die Bedienerschnittstelle für die Aufzugsüberwachung bietet eine Aufzugsanzeige und drei Arbeitsebenen. Sie unterstützt die Anzeige von Aufzugsobjekten, verwendet Abonnements für Mehrfachwertänderungen und unterstützt Änderungen und die Behandlung von Fehler- und Alarmmeldungen von Aufzugsobjekten.“

Im Detail stellte er auch Aufzugssteuerungen mit BACnet-Profil vor: Die Elevator Monitoring Controller-Familie bietet einen Nur-Aufzugsmonitor und zwei Aufzugssteuerungsebenen für eingeschränkte oder vollständige Kontrolle. Es unterstützt Aufzüge und andere Objekte sowie die Benachrichtigung über mehrere Wertänderungen. Die Steuerung erfolgt über die Aufzugsobjekte.

Isler befasste sich auch mit dem Betrieb von Aufzügen zur Evakuierung (OEO), wenn ein Feuer weit entfernt von den Aufzugslobbys erkannt wird. Der Boden mit dem Feuer hat die höchste Priorität. Die brennende Etage und die angrenzenden +/- zwei Etagen werden vom Aufzug zur Evakuierung bedient. Wenn es gleichzeitig auf zwei Stockwerken brennt, werden alle Stockwerke zwischen den beiden Bränden zur Evakuierung bedient. Alle anderen Stockwerke werden während der Evakuierung nicht bedient.

„Eine ordnungsgemäße Evakuierung erfordert eine Interaktion zwischen dem Aufzugssystem und dem Brandmeldesystem“, sagte Isler. Das Brandmeldesystem (FAS) erkennt Feuer und steuert Alarm und Evakuierung, einschließlich Sprachnachrichten. Das Elevator System (ES) steuert die Aufzüge durch spezielle Evakuierungsroutinen für OEO, einschließlich beleuchteter Anzeigen in den Lobbys. Das Fire Command Center (FCC) visualisiert den Brand im Gebäude; es erlaubt manuelle Eingriffe in das FAS.

Andreas Hunziker
Andreas Hunziker befasste sich mit dem Aspekt Human Resources in der Industrie.
Europäische Produktanforderungen
Europäische Produktanforderungen, insbesondere die Normenfamilie EN 81 (Quelle: Dr. Schiffner)
Rohrleitungen in einer BIM-Simulation
Rohrleitungen in einer BIM-Simulation
Schwebende Kabine über dem Schacht
Schwebende Kabine über dem Schacht (Quelle: Otis)
Rückkehr zum e2-Forum - 09
Ayoubi weist auf die Liste der Lärmquellen in Aufzugsschächten hin.

Das FAS verwendet binäre Objekte und Objekte mit mehreren Zuständen, um Zustände und Modi von OEO-Etagen darzustellen, sowie Objekte der Lebenssicherheitszone, um OEO-Etagen und -Zonen darzustellen. Drei OEO-Signale über binäre Objekte oder physische Drähte bieten eine hohe Zuverlässigkeit und vermeiden, dass der FAS ein BACnet-Client sein muss. Ohne BACnet müsste jedes Detail auf jeder Etage parallel verkabelt werden.

Im Anschluss daran referierte Dr. Michael Geisinger von Vonovia zum Thema „VAO: Digitales Aufzugsmanagement beim größten Aufzugsbetreiber Deutschlands“. Diese Sitzung wurde mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Digitalisierung/Cybersicherheit“ abgeschlossen, an der Karl Heinz Belser von der BACnet Interest Group Europe, Dr. Geisinger sowie die vorherigen Referenten Dünn und Düdder teilnahmen.

Im Anschluss folgten weitere Präsentationen zum Thema Digitalisierung: Jürgen Blank von Schindler Deutschland referierte zum Thema „Digitale Mobilitätslösungen in der Praxis – Vernetzung für die Zukunft“. Ralf Balzerowski von NetCom Sicherheitstechnik konzentrierte sich in seinem Vortrag auf die „Sichere Datenkommunikation von Aufzugsanlagen in digitalen Netzwerken“. Michael Bär von Bosch Service Solutions sprach über die „Bosch Elevator Cloud – Status quo und Ausblick“. Björn Kühnemann von Otis referierte anschließend über die „Digitale Vernetzung von Aufzügen: Die neue Generation“. Frank Spickeneder von Telegärtner Elektronik behandelte „VdS-SecurIP“.

Andreas Hunziker, CEDES, schloss die erste Session mit dem HR-Aspekt „Ist die Digitalisierung die Antwort auf den Fachkräftemangel?“ 50 Prozent aller Aufzugsmechaniker werden in den nächsten Jahren in Rente gehen. Rund XNUMX % aller Unternehmen in Deutschland finden jedoch keine geeigneten Arbeitskräfte, um diese ausscheidenden Arbeitnehmer zu ersetzen. Es gilt, die Symptome durch Verbesserung der Ausbildungsqualität, bessere Bezahlung, Weiterbildung und Berufsförderung zu bekämpfen. Alternativ können wir den Aufzug vereinfachen, indem wir Montagezeiten verkürzen, Komplexität reduzieren, (technische) Probleme effizienter lösen, weniger Wartung benötigen, weniger Personal einsetzen und flexibler bereitstellen. Digitalisierung, zB zunächst durch Sensoren und auf der obersten Ebene ein Smart Building, kann hier Mittel zum Zweck sein, wenn in modernen Schächten viele mechanische Komponenten entfallen, die zuvor aufwendig aufeinander abgestimmt werden mussten. Ein solcher Fahrstuhlschacht ist im Science Park in Landquart zu sehen.

Tag eins, Präsentationen der zweiten Serie

Erster Referent der zweiten Reihe war nach der Eröffnungssitzung Dr. Gerhard Schiffner vom CEN/TC 10 mit „Rules and Regulations in the Design of Elevators“, die er nach acht Kriterien definierte: Verwendungszweck; Anzahl/Größe/Geschwindigkeit; projektspezifische Zusatzanforderungen, wie z. B. Führungsbetrieb oder Lastentransport; Europäische Produktanforderungen (siehe Grafik); Bauordnungen, zB Musterbauordnung; betrieblich, z. B. Betriebssicherheitsverordnung und ökologisch, z. B. Anforderungen an die Energieeffizienz und Leistung, z. B. Schallschutz/Ästhetik, z. B. Glasschacht.

Der bestimmungsgemäße Betrieb ist dem VDMA-Leitfaden zu entnehmen, bei dem unter anderem Gebäudetypen eine entscheidende Rolle spielen. Darüber hinaus bietet der VDMA einen Planungsleitfaden zur Aufzugstechnik für Architekten, Planer, Bauherren und Bauingenieure an. Die AMEV gibt eine Empfehlung: „Hinweise zur Planung, Ausschreibung und Nutzung von Aufzugsanlagen in öffentlichen Gebäuden.“

Prof. Dipl.-Ing. Hagen Schmidt-Bleker befasste sich mit Building Information Modeling (BIM) im Aufzugsbau. Er plädierte für openBIM, bei dem die IFC-Schnittstelle alle Gebäudekomponenten beschreibt und das BIM Collaboration Platform-Format BCF mit allen anderen Akteuren kommuniziert und Daten austauscht. Wichtig ist ihm die objektorientierte Modellierung, bei der man nicht mehr zeichnet, sondern der Computer „weiß“, dass es sich um eine Tür handelt, aus der er die Umrisse etc. generiert. Als „Single Source of Truth“ werden immer alle Änderungen vorgenommen in einem einzigen Modell. So werden alle Einzelmodelle zusammengeführt, Gewerke für Gewerke aufgebaut. Bauen geschieht erst digital, dann in der Realität. Die optimierten Auswertungen helfen, frühzeitig bessere Entscheidungen zu treffen.

Auch bei Aufzügen gibt der Bauherr vor, in welcher Form er welche Daten benötigt, die dann in den Fahrplan einfließen. Dies vermeidet Kollisionen, wenn sich beispielsweise Treppen und/oder Rolltreppen und/oder Aufzüge gemeinsame Podeste teilen. 3D-Innenansichten auch von Aufzügen und Nutzungsmöglichkeiten von Räumen sind dann ein Nebenprodukt. Auch Licht- und Aufzugsfahrten werden simuliert. Kommt Augmented Reality hinzu, kann man sich das Modell per Tablet oder Handy anschauen, was einen Soll-Ist-Vergleich von Planung/Bau ermöglicht. Für Schmidt-Bleker ist BIM nur die Basis für ein Ökosystem aus Gebäude- und Stadtmodellen.

Klaus Dahlfeld von Otis referierte über „Modulare Bauweise – Aufzug mit vorgefertigtem Schacht“ mit einem Vorfertigungsgrad von 85 %. Als Vorteile nennt er Aufbau in zwei Tagen, keine Lagerflächen, kein Baulärm, geringer Abstimmungsaufwand, hohe Arbeitssicherheit, hohe Präzision und Qualität, Einsetzbarkeit in Neu- und Bestandsbauten sowie reduzierter Fachkräftebedarf Arbeiter vor Ort. Der modulare Aufbau entspricht den Aufzugsvorschriften. Mit vielen Bildern stellte er den Ablauf von der Planungsphase über Logistik und Montage bis zur Fertigstellung vor.

Prof. Dr.-Ing. Mazen Ayoubi von PohlCon behandelte den Schallschutz im Aufzugsbau anhand aktueller Projekte mit Schwerpunkt Modernisierung. Er beschrieb the sources Lärm in Aufzügen, erläuterte, was Körperschall ist und was man dagegen tun kann. Voraussetzung dafür ist eine Schallentkopplung, für die sein Unternehmen ein Produkt anbietet.

Für Heiko Nagorski von Bucher Hydraulics stand das Thema „Moderne hydraulische Antriebe — Modernisieren statt Ersetzen“ im Fokus. Verschiedene Produktlinien für niedrige und hohe Fahrzahlen ermöglichen Energieeinsparungen von bis zu 80 % und eine Geräuschminderung von bis zu 10 dbA. Energierückspeisung ins Stromnetz bis 5 kW pro Einheit sowie Energiezwischenspeicherung möglich. Die ausgetauschten Komponenten verfügen über eine CANopen-Schnittstelle, so dass ein externer Zugriff möglich ist und zukünftig auch die Datenübermittlung an Dritte, zB für Predictive Maintenance.

Adrian Gollasch von Telegärtner Elektronik diskutierte gemeinsam mit zwei Partnern Campus-Lösungen. Hier werden Aufzüge zusammengefasst und zur Modernisierung mit Hardware, Software und Services ausgestattet. Zu den Vorteilen gehören die Einsparung von Folgekosten durch die Nutzung vorhandener Infrastruktur und die Verkürzung der Reaktionszeiten bei Störungen und Personenflucht. Die Nachrüstung erfolgt kundenindividuell und herstellerunabhängig. Es ist mit dem Überwachungssystem, den Feuerwehrsprechstellen und der entfernten Notrufzentrale verbunden. Auch Daten von Ventilatoren, Heizungsmeldungen und Explosionsalarme können empfangen werden.

Thomas Lernet von Schmitt + Sohn Aufzüge schloss die Session vor der Pause mit der „Rolle der Aufzugstüren im Gebäude“. Bei Aufzügen sind die Türen zu 80 % die Ursache für Störungen durch den Kontakt mit den Benutzern, und Aufzugsbauer müssen dies in Kauf nehmen voll in Betracht ziehen. Außerdem ist die Fahrschachttür im Spannungsfeld fest und die Kabinentür fährt mit, was zu mehreren Fehlervarianten führt. Sein Fazit: Je einfacher die mechanischen Systeme zum Entriegeln und Verriegeln der Türen eingesetzt werden, desto weniger störanfällig sind sie.

Nach der Pause präsentierte Patrick Schweibl von D+H „Systeme zur Aufzugsschachtlüftung als Beitrag zur Energiewende“, eine einfache und daher gängige technische Lösung zur Energieeinsparung in Gebäuden, die sich auf eine häufig nachgerüstete Komponente bezieht oben im Fahrstuhlschacht. Die Bauordnung fordert eine Rauchabzugsöffnung von mindestens 0.1 m2 (ca. 1 ft2) und 2.5 % der Schachtbodenfläche; EN 81-20 fordert eine Belüftung der Aufzugskabine. Dadurch entsteht eine dauerhafte Öffnung im Schachtkopf oder Maschinenraum des Aufzugs. Die erwärmte oder gekühlte Luft strömt durch die Aufzugstüren und die Lüftungsöffnung aus (Kamineffekt).

Nagorski präsentiert Hydraulikaggregate.
Nagorski präsentiert Hydraulikaggregate.
Gollasch spricht über Campuslösungen.
Gollasch spricht über Campuslösungen.
Aufzugstüren: Schachttüren oben, Kabinentüren unten
Aufzugstüren: Schachttüren oben, Kabinentüren unten
Patrick Schweibl diskutiert nach seiner Rede konzentriert.
Patrick Schweibl diskutiert nach seiner Rede konzentriert.

Verschiedene Institutionen in Deutschland und Österreich haben den daraus resultierenden Wärmeverlust bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen mit ca. 10,000 bis 23,000 kWh pro Heizperiode errechnet. Dies entspricht ca. 7.5 % des Wärmeverbrauchs. Etwa 500,000 bis 600,000 Aufzugsschächte in Deutschland sind von dieser Situation betroffen. Können diese Verluste eingespart werden, entspricht dies einer CO2-Einsparung von 1.5-3 mT, ein Wert, der die Suche nach technischen Lösungen lohnenswert macht.

Unter bluekit.de bietet sein Unternehmen unter anderem ein digitales Planungstool zur Konfiguration und Berechnung von Entrauchungslösungen für Aufzugsschächte an. Je nach Gebäudetyp (Wohngebäude, Krankenhaus, Büro, Bürohochhaus) beträgt die Investition 3,000–5,000 € zzgl. 250–400 €/Jahr Betrieb, die Einsparung 790–2,000 €/Jahr und die Amortisationszeit entsprechend 5.5-3 Jahre. Eine Förderung ist gemäß Bundesförderung für effizientes Gebäude BEG § 1.3 Begleitende Maßnahmen möglich (Stand Oktober 2021).

Im Anschluss referierte Harald Giehl von ALGI Alfred Giehl über die Planung und Digitalisierung von Hydraulikantrieben und Aufzugsanlagen. Volker Hager von Hydroware hielt einen Vortrag zum Thema „Vernetzung von Aufzügen und moderne Benutzeroberflächen für Aufzugssteuerungen – vom Nokia 6310 zum iPhone“. Darauf folgte Boris Marjancevic von Fermator Deutschland mit dem Titel „Die Kraft der Natur – Von der Katastrophe zurück zur Produktion“. Fred Kowalsky von NAYARSYSTEMS präsentierte anschließend „Integration von IoT, Cloud und Multimedia in Aufzüge“. Den Abschluss des Tages bildete der Vortrag von Nicolas Sacherer und Stefan Permoser von Permoser + Partner zum Thema Personalwesen: „Fachkräftesuche im Jahr 2023 – Diese Strategie hat sich bewährt“.

Messe bietet Praxisbezug

In der großzügigen Fachausstellung neben den Vortragsräumen waren 40 Aussteller präsent, zwei mehr als beim letzten Mal. Die gute Akzeptanz der Messe verdanken die Messe Frankfurt und der VDMA auch ihrem Ausstellerbeirat, in dem Aufzugs- und Komponentenhersteller stark vertreten sind.

Viele Referenten boten an ihren Ständen Gelegenheit zu vertiefenden Gesprächen. Unter anderem waren dabei:

  • Aufzugshersteller wie OSMA-Aufzüge (Elevators) Albert Schenk, Otis, Schindler Deutschland, Aufzugswerke (Elevator Works) Schmitt + Sohn
  • Komponentenhersteller wie Danfoss Drives, Henning, Kollmorgen Steurungstechnik (Steuerungstechnik), Meiller Aufzugstüren (Aufzugstüren), Telegärtner Elektronik, Wittur
  • Dienstleister wie BACnet Interest Group Europe, Bosch Service Solutions, Dekra Digital, TÜV Nord SafetyConsult, Verband der TÜVs.

Auch eine Aufzugsschachtlüftung zur Energieeinsparung wurde mehrfach diskutiert. Unter anderem stellten die Unternehmen D+H Deutschland mit ihrem BlueKit und Aleatec mit ihrem Energie-Kit ihre Lösungen vor.

Interessante Lösungen wurden auch vor Ort angeboten von:

  • Bosch (Aufzugscloud): Zwei-Sinne-Notruf (Hören und Sehen).
  • Bucher Hydraulik: energieeffizientes Aggregat Eco Line
  • PohlCon: Jordahl Aufzugsisolierung JAI
  • Sensotek: Zutrittsautomatisierung für Aufzüge und Rolltreppen

Insgesamt zeigten sich die Aussteller zufrieden, dass das e2 Forum endlich wieder eine Gelegenheit zum direkten Kundenkontakt war. Viele neue Vertreter aus der Branche waren vor Ort. Ob eine wichtige Zielgruppe der Veranstaltung, „Architekten“, ausreichend vertreten war, war anhand des Publikums schwer zu beurteilen. Für intensive Gespräche blieb genügend Zeit, denn die Besucherzahl war etwas geringer als bei der Vorveranstaltung.

Attraktive Umgebung erleichtert die Kommunikation

Wiedersehen, Kennenlernen, Diskutieren – das e2 Forum bot dazu viele Gelegenheiten. Zahlreiche Kaffeepausen und zwei lange Mittagspausen lagen zwischen den Hörsälen und der Ausstellung, so dass jedes neue Interessengebiet zu neuen Leuten führte. Beim abendlichen Conference Dinner zwischen den beiden Vortragstagen, ebenfalls auf dem Messegelände, saß man stundenlang zusammen, um Fachthemen aus den Vorträgen zu vertiefen, aber auch um sich über neue Produkte und Dienstleistungen der Fachausstellung auszutauschen. Das frisch renovierte Kongresszentrum, das vom Hauptbahnhof, vom Flughafen und mit dem Auto schnell und bequem zu erreichen ist, garantierte ein ansprechendes Ambiente, das die Gespräche nach der langen Pause zum Kochen brachte.

Rückkehr zum e2-Forum - 14
Blick in einen der beiden Konferenzräume
Rückkehr zum e2-Forum - 15
Gespräche in der Kaffeepause
Rückkehr zum e2-Forum - 16
Ansprechende Atmosphäre beim Abendessen
Rückkehr zum e2-Forum - 17
Blick in die begleitende Ausstellung
PohlCon stellte die Aufzugsisolierung JAI von Jordahl aus.
PohlCon stellte die Aufzugsisolierung JAI von Jordahl aus.

Interview mit Roberto Zappa, ELA

Roberto Zappa (RZ), Präsident der European Lift Association ELA, der das e2 Forum Frankfurt eröffnete, sprach mit Ihrem Autor (USB):

USB: Wie war ELA an diesem e2-Forum beteiligt?

RZ: Ich muss zugeben; Ich war der Gründer des e2-Forums. Das erste Treffen fand 2016 in Mailand, Italien, statt, als ich Präsident des italienischen Aufzugs- und Fahrtreppenverbands ANIE/AssoAscensori war. Daher bin ich ein starker Befürworter der Idee des e2-Forums, auch schon, als es zum ersten Mal nach Deutschland gezogen ist. Und es wird weitere e2 Foren in Indien und in China geben, wo ich auch die Eröffnungsrede halten werde. Dies ist eine einfache Möglichkeit für ELA, unsere Botschaften zu übermitteln.

USB: Wie ist Ihr Eindruck vom Status der Aufzugs- und Fahrtreppenindustrie in diesem schwierigen Umfeld, nämlich COVID-19, gefolgt von verzögerten oder fehlenden Komponenten, dann dem Krieg in der Ukraine, gefolgt jetzt von der Gasknappheit?

RZ: Die Branche ist gesund! Sicherlich haben sie nach COVID-19 und dem Ukrainekrieg gelitten, aber die Aufzugswartung muss bei Bedarf jeden Tag durchgeführt werden. Der Mangel an elektronischen Komponenten erschwert das Leben in jeder Branche: Die Kosten steigen; die Materialverfügbarkeit sinkt. Der Energieaspekt trifft alle Branchen noch stärker. Die Kosten werden weiter steigen; Die Bauindustrie – und mit einer gewissen Zeitverzögerung dann das Aufzugs- und Fahrtreppengeschäft – wird weniger Aufträge erhalten. Da unsere Branche aber in Europa mit ca. 6.6 Millionen Aufzüge scheint es ein sicherer Ort zu sein und noch mehr, wenn wir China mit seinen ca. 8.5 Millionen Aufzüge, in denen viele unserer angeschlossenen Mitglieder stark vertreten sind. Unter diesen Bedingungen sind wir außerordentlich glücklich, in dieser Branche tätig zu sein.

USB: Wie steht ELA zur tiefgreifenden Integration von Aufzügen und Fahrtreppen in das Gebäude und die anderen Gewerke der Gebäudetechnik?

RZ: Die Aufzugsbranche stürzt sich in die Digitalisierung von Gebäuden: Wir kooperieren bereits stark im Bereich Energieeffizienz, die Gebäudeautomation ist dicht dahinter. Wir beabsichtigen, mit allen anderen Akteuren zusammenzuarbeiten, die an einem Gebäude arbeiten. Ob es uns gefällt oder nicht, Interoperabilität ist ein MUSS! Wir werden unseren Teil dazu beitragen und Kompromisse im Interesse unserer Kunden und der Branche eingehen.

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