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Handläufe von Rolltreppen sind der wichtigste Kontaktpunkt für Fahrgäste und so konstruiert, dass sie sich harmonisch mit den Stufen bewegen, Verschleiß widerstehen und die Sicherheit gewährleisten. Ihre Leistungsfähigkeit hängt von Materialeigenschaften wie Kantenfestigkeit, Formstabilität, Flexibilität, UV- und Feuchtigkeitsbeständigkeit sowie gleichmäßiger Griffigkeit ab. Verdrillte Stahlstränge, typischerweise in 3+6-Strang-Bauweise, verhindern Dehnung und Schrumpfung durch Reibung. Korrekte Biegeradien und Umschlingungen, der richtige Rollenabstand und die Ausrichtung erhalten die Stabilität. Warnsignale wie erhöhte Temperaturen (ca. 5 °C über Umgebungstemperatur), übermäßiger Staub oder Verschleiß, außermittiger Lauf, Delamination, Umwelteinflüsse und Oberflächenrisse weisen auf die Notwendigkeit einer Justierung oder eines Austauschs hin. Präzise Fertigung, fachgerechte Installation und regelmäßige Wartung gewährleisten einen leisen, zuverlässigen und sicheren Betrieb.
Grundsätze und Verfahren zum Schutz der Passagiere und zur Verbesserung der Leistung
von Wayne Crosby
Für die meisten Menschen ist ein Rolltreppenhandlauf einfach ein „bewegliches Geländer“, das ihnen Halt gibt, während sie von A nach B fahren. Für uns in der Branche der vertikalen Transportsysteme ist der Handlauf jedoch viel mehr: Er ist der wichtigste Kontaktpunkt der Fahrgäste und ein hochentwickeltes Bauteil, das sich perfekt mit der Rolltreppe oder dem Fahrsteig synchron bewegen muss, ständigem Verschleiß standhält und die Sicherheit gewährleistet. Wenn ein Handlauf versagt, reichen die Risiken von Verletzungen und Frustration der Fahrgäste bis hin zu erheblichen Ausfallzeiten und teuren Reparaturen.
Handläufe müssen daher auf Sicherheit, Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit ausgelegt sein. Der folgende Leitfaden soll Eigentümern, Serviceunternehmen und Monteuren (sowohl erfahrenen als auch neuen) helfen, die richtige Wahl bei der Handlaufauswahl zu treffen und kostspielige Fehler zu vermeiden.
Wichtige Leistungseigenschaften
Die mechanischen und chemischen Eigenschaften der Materialien eines Handlaufs bestimmen dessen Funktionsfähigkeit im Gebrauch. Einige Eigenschaften sind besonders wichtig, darunter:
- Lippenfestigkeit: Die Widerstandsfähigkeit gegen das Auseinanderdriften der Lippen (oder Kanten) ist entscheidend dafür, dass der Handlauf während des Betriebs auf den Führungen bleibt.
- Dimensionsstabilität: Entscheidend für einen kühlen, reibungslos laufenden Handlauf, der sicher auf den Führungen sitzt.
- Flexibilität: Flexibel in Längsrichtung, um der wiederholten Vorwärts- und Rückwärtsbiegung während des Betriebs standzuhalten.
- Ultraviolettbeständigkeit (UV-Beständigkeit): Durch die Verwendung UV-beständiger Verpackungen wird die UV-Beeinträchtigung der Handläufe verhindert.
- Traktion/Reibung: Das Gleitmaterial muss für den Antrieb eine gute Traktion aufweisen, aber gleichzeitig eine geringe Reibung, um die durch Reibung entstehende Wärme zu reduzieren.
- Feuchtigkeitsbeständigkeit: Handläufe im Außenbereich müssen über ein Gleitmaterial aus Synthetik verfügen, um Schimmelbildung und Fäulnis durch eindringende Feuchtigkeit zu verhindern.
Durch das Ausbalancieren dieser Eigenschaften lässt sich der Handlauf leicht bewegen, widersteht umweltbedingtem Verschleiß und behält während seiner gesamten Lebensdauer die Synchronisation mit den Stufen bei.
Dehnungsinhibitoren
Die Dehnungsdämpfer moderner Handläufe bestehen aus verdrillten Stahldrähten, die sowohl Flexibilität als auch Festigkeit gewährleisten. Diese Drähte müssen während der gesamten Lebensdauer des Handlaufs der ständigen Biegung standhalten und dabei eine hohe Zugfestigkeit und Formstabilität beibehalten. Ihre Funktion ist zweifach:
1) Um der Dehnung unter Belastung zu widerstehen
2) Um ein Schrumpfen im Laufe der Zeit zu verhindern
Ja, Sie haben richtig gelesen – Handläufe können schrumpfen. Dies geschieht, wenn die einzelnen Drahtlitzen im Kabel durch wiederholtes Biegen aneinander reiben. Dieser Prozess wird oft beschleunigt, wenn die Drähte nicht ausreichend mit Gummi oder Urethan ummantelt sind. Durch den inneren Verschleiß der Drähte lösen sich mikroskopisch kleine Stahlpartikel und oxidieren. Die daraus resultierenden Probleme sind:
Rost dehnt sich aus und drückt die umgebenden Litzen nach außen. Diese Ausdehnung verstärkt die Verdrillung des Drahtes, was wiederum die Gesamtlänge des Drahtes und folglich auch des Handlaufs verkürzt.
Um diese Effekte zu minimieren, wird eine 3+6-Drahtanordnung verwendet (drei dünne Innendrähte, umgeben von sechs dicken Außendrähten). Diese Konfiguration verbessert das Eindringen von Gummi und Urethan zwischen die Drähte und reduziert so die innere Reibung und Oxidation. Das Ergebnis ist ein stabileres, langlebigeres Handlaufgeländer, das seine Länge und Form über Jahre hinweg beibehält.
Biege-, Wickel- und Warnanzeigen
Handläufe sind so konstruiert, dass sie sich um Antriebsrollen und Rücklaufrollen biegen und um diese legen können. Diese Bewegungen müssen jedoch innerhalb bestimmter Grenzen bleiben. Wird der vom Hersteller vorgegebene Mindestradius überschritten, können die Gummischichten verformt oder die inneren Kordeln von ihrer Verbindung gelöst werden. Größere Handläufe erfordern größere Radiusgrenzen, und ein zu großer Abstand der Rollen erhöht die Belastung im Randbereich und verkürzt die Lebensdauer.
Handläufe sollten niemals scharf um eine einzelne Rolle gebogen werden. Dieser Zustand, bekannt als übermäßige Umschlingung, führt zu ungleichmäßiger Belastung der Konstruktion und beeinträchtigt Leistung und Lebensdauer erheblich. Die Einhaltung der korrekten Geometrie entlang des gesamten Handlaufs ist eine der effektivsten Methoden, vorzeitigen Verschleiß zu verhindern und einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Verschiedene Warnindikatoren können Techniker frühzeitig auf sich abzeichnende Probleme aufmerksam machen, lange bevor es zu einem Ausfall kommt. Dazu gehören:
- Temperatur: Ein warmer (oder heißer) Handlauf deutet auf übermäßige Reibung oder Antriebskraft hin. Unter normalen Bedingungen sollte ein Handlauf aufgrund von Biegung und Reibung in den Führungsschienen etwa 5 °C über der Umgebungstemperatur liegen. Steigt die Temperatur über diesen Wert, ist meist eine falsche Einstellung die Ursache. Überprüfen Sie das System auf korrekte Spannung, Lauf und Ausrichtung des Antriebs und reinigen oder saugen Sie die Führungsschienen ab, um Ablagerungen zu entfernen. Die einzige Ausnahme bildet die direkte Sonneneinstrahlung: Hier sind erhöhte Oberflächentemperaturen zu erwarten, die jedoch die Lebensdauer verkürzen.
- Verschleiß und Staubbildung: Eine geringe Staubmenge entlang der Führungsschiene ist normal. Übermäßige Staubansammlung deutet jedoch auf ungenaue Führung, zu hohe Spannung oder Materialermüdung hin. Handläufe sollten sich mit minimalem Anpressdruck frei im Führungssystem bewegen lassen und nur an Antrieb, Pfosten und Rollen fest anliegen. Harter Kontakt oder Schleifspuren an anderen Stellen weisen auf Fehlausrichtungen oder scharfe Kanten innerhalb der Führungsschiene hin, die behoben werden müssen.
- Spureinstellung: Handläufe müssen mittig auf den Antriebsrollen sitzen und dürfen die Kanten nicht berühren. Eine nicht mittige Spureinstellung führt zu ungleichmäßigem Verschleiß und kann die Handlaufkanten beschädigen. Nach dem Austausch eines Handlaufs sollte die Spureinstellung stets überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
- Delamination: Die Trennung zwischen den inneren Gewebe- und Gummischichten entsteht durch mangelhafte Haftung oder übermäßigen Druck und Spannung im Antrieb. Sobald die innere Reibung die Verbindung zwischen den Schichten löst, verliert das Handlaufgeländer seine strukturelle Integrität und muss ausgetauscht werden.
- Umwelteinflüsse: Hitze, Feuchtigkeit und UV-Strahlung beschleunigen die Alterung. Handläufe im Freien oder in unkontrollierten Klimazonen altern schneller als solche in klimatisierten Räumen. Neben der Instandhaltung ist der Umwelteinfluss der zweitwichtigste Faktor für die Lebensdauer.
- Alterung und Oberflächenrisse: Gummimischungen verlieren mit der Zeit an Elastizität. Feine Oberflächenrisse, sogenannte Witterungsrisse, deuten darauf hin, dass das Material ausgehärtet ist und dauerhafte Biegungen nicht mehr toleriert. Diese Risse können sich schließlich zu Spalten entwickeln und erfordern einen Austausch. Vorzeitige Rissbildung kann auch durch die Verwendung aggressiver Reinigungsmittel verursacht werden.
Die Überwachung dieser Zustände und deren umgehende Behebung verhindern ungeplante Ausfallzeiten und gewährleisten die Sicherheit der Fahrgäste. Jede Warnanzeige weist auf eine spezifische mechanische oder umweltbedingte Belastung hin, die durch Inspektion und Justierung behoben werden kann, bevor es zu größeren Schäden kommt.
Präzision, Sicherheit und Zuverlässigkeit
Das Handlaufgeländer mag wie ein einfaches Zubehörteil erscheinen, ist aber eine der technisch anspruchsvollsten Komponenten einer Rolltreppe oder eines Fahrsteigs. Jede Eigenschaft, jedes Material und jede Einstellung trägt zur Gesamtsicherheit und Funktion bei. Für Hersteller bedeutet dies eine strenge Kontrolle von Materialien und Prozessen. Für Monteure und Servicetechniker erfordert es Präzision und die Einhaltung der Spezifikationen. Für Gebäudebetreiber unterstreicht es die Bedeutung einer korrekten Installation und regelmäßigen Wartung.
Werden diese Prinzipien angewendet, funktioniert das Handlaufgeländer leise und zuverlässig. Fahrgäste bemerken seine Komplexität möglicherweise gar nicht, doch die Wartungsfachkräfte wissen, dass die Sicherheit von der korrekten Ausführung jedes Details abhängt.