Halo

By Elevator World | Projekt im Rampenlicht | 15. April 2026

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Halo erhebt sich als kreisförmiger, skulpturaler Mobilitätsknotenpunkt über Vigo. Er vereint einen Panoramaaufzugsturm mit einer Fußgängerbrücke von 84 Metern Durchmesser, die eine 40 Meter tiefe vertikale Lücke und eine über 70 Meter lange Autobahnquerung überspannt. Seine beiden geschwungenen Promenaden, die auf drei Auflagepunkten ruhen und aus 800 Tonnen S355-Stahl gefertigt sind, bieten überdachte und offene Wege zu einem neuen intermodalen Platz. Verglaste Fassaden und Krion-Verkleidungen erstrahlen im LED-Licht, während zwei 4-kW-Vertikalturbinen die Aufzüge und die Beleuchtung mit Strom versorgen. Die vorgefertigten Module wurden nachts montiert, und das Projekt, das am 16. Februar 2024 eröffnet wurde, reduzierte schnell den Autoverkehr, senkte die Emissionen und wurde zu einem Wahrzeichen der Stadt.

Ein Meilenstein für die städtische Vernetzung von Vigo, Spanien

eingereicht von NOARQ, AM2 Arquitectos und Arenas & Asociados

Der Name Halo – abstrakt und zugleich ausdrucksstark – ist treffend für diese innovative Verbindungslösung aus Vigo, Spanien. Halo ist nicht nur eine Fußgängerbrücke, nicht nur ein Aufzug und auch nicht allein ein architektonisches Kunstwerk – es vereint Elemente aller drei nahtlos zu einer beeindruckenden, einheitlichen Struktur.

Aufgrund der Topografie von Vigo – geprägt von steilen Hängen, Hügeln und deutlichen Höhenunterschieden – wurden im Rahmen des Vernetzungsprogramms „Vertical Vigo“ verschiedene Lösungen für die vertikale Mobilität in der nordwestlichen Stadt umgesetzt. Halo ist das größte und ambitionierteste dieser Projekte und überbrückt einen Höhenunterschied von 40 Metern zwischen dem unteren und oberen Teil der Stadt. Die Konstruktion verbindet nicht nur verschiedene Stadtteile, sondern bietet auch Zugang zu einem öffentlichen Platz auf einem neuen intermodalen Komplex mit Bahn- und Busbahnhof sowie einem großen Einkaufszentrum. Zudem überspannt sie eine wichtige Autobahn – die Hauptzufahrtsstraße in die Stadt – mit einer horizontalen Spannweite von über 70 Metern.

Bild der südlichen Landung

Der Entwurf für Halo entstand im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs, der 2021 von der Stadt Vigo ausgeschrieben wurde. Gewonnen hat ihn ein Team aus den spanischen Brückenplanern Arenas & Asociados in Zusammenarbeit mit AM2 Arquitectos (Vigo) und NOARQ (Porto, Portugal). Dieses Team übernahm die Detailplanung und die Bauleitung, während die Bauausführung von Ferrovial und Oreco Balgón geleitet wurde.

Ein kreisförmiges Design für Funktion und Form

Die beiden Hauptelemente von Halo sind ein Aufzugsturm und eine kreisförmige Fußgängerbrücke. Anstelle eines geraden Weges besteht die Brücke aus zwei auseinanderlaufenden, geschwungenen Pfaden innerhalb eines Kreises, der mehrere Funktionen erfüllt. Diese Konstruktion schafft eine kombinierte Promenade und Aussichtsplattform über dem Atlantischen Ozean und bietet den Nutzern die Wahl zwischen einem windgeschützten, vor Regen geschützten Weg und einem offenen Weg, der die umliegende Landschaft vollständig offenbart.

Die kreisförmige Formgebung ist architektonisch eine Antwort auf Thom Maynes Entwurf für den intermodalen Komplex. Die große zentrale Fassade des Bahnhofs verfügt über ein verglastes Atrium, das auf einer Mittelachse ausgerichtet ist. Eine gerade, auf diese Achse ausgerichtete Fußgängerbrücke hätte den Lichteinfall behindert und die Aussicht eingeschränkt. Die kreisförmige Form weicht stattdessen von der Achse ab – als würde sie von der Zentrifugalkraft weggezogen – und minimiert so die visuelle Wirkung, während die zentrale Lage im Verhältnis zum Bahnhof und den angrenzenden Straßen erhalten bleibt. Sie definiert einen Horizont und bietet gleichzeitig eine geschlossene Schleife – ohne Anfang und Ende.

Strukturelle und technische Highlights

Der Aufzugsturm beherbergt zwei Panoramaaufzüge mit einer Kapazität von jeweils bis zu 15 Personen (Tragfähigkeit: 1275 kg) und ermöglicht so eine effiziente vertikale Mobilität im abwechslungsreichen Gelände von Vigo. Die Konstruktion wird von nur drei Auflagepunkten getragen, darunter der Aufzugsturm selbst, und ist nicht direkt mit dem Bahnhofsgebäude verbunden, sondern durch eine Dehnungsfuge getrennt.

Aus struktureller Sicht verwendet die Brücke ein räumliches Fachwerksystem:

  • Der überdachte Bereich ist eine asymmetrische Fachwerkkonstruktion, durch die die Nutzer hindurchgehen und dabei den Blick auf den inneren Kreis genießen können. Dieser Bereich hat eine Tiefe von 5.9 m.
  • Der Freiluftbereich verfügt über einen symmetrischen Fachwerkträger, auf dem die Benutzer platziert sind; die Höhe beträgt 4.8 m.
  • Die Konstruktion besteht aus 800 Tonnen Stahl der Güteklasse S355 mit Korrosionsschutzklasse C5 für maritime Umgebungen.
Luftbild des beleuchteten Halo

Materialien, Fassaden und Beleuchtung

  • Die weiße Fassade der Brücke ist mit Krion® verkleidet, einem aus Acrylharz und Mineralstaub hergestellten Mineralwerkstoff, der aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit an Kurven und seines geringen Wartungsaufwands ausgewählt wurde.
  • Die Außenflächen der Fußgängerbrücke und des Aufzugsturms sind mit gebogenem, laminiertem Sicherheitsglas (12 + 12.2 mm) verkleidet, das bis zu 5 m x 2.4 m groß ist und nur an zwei Kanten ohne sichtbaren Rahmen gehalten wird. Ein dezenter weißer Keramik-Siebdruck sorgt für Privatsphäre und lässt gleichzeitig Licht und Einblick von innen.
  • Nachts werden die Glasfassaden von innen wie ein leuchtendes Leuchtfeuer erhellt, mithilfe von 220 LED-Projektoren (je 50 W) und RGBW-DMX-gesteuerter Bühnenbeleuchtung, wodurch dynamische Farbeffekte für Veranstaltungen und Feierlichkeiten ermöglicht werden.

Der überdachte Brückenabschnitt verfügt über verschiebbare, innenliegende Glaspaneele, die entlang kreisförmiger Führungen den Wartungszugang ermöglichen. Je nach Tageszeit gibt das lichtdurchlässige Glas entweder den Blick auf die dahinterliegende Konstruktion frei oder reflektiert den Himmel und das umgebende Licht.

Blick auf die Passagiere von außerhalb des Turms bei Tageslicht

Energie- und Nachhaltigkeitsmerkmale

Zwei vertikale Windkraftanlagen sind in die schlanken Stahlpfeiler integriert und erzeugen jeweils 4 kW Leistung. Diese Anlagen tragen zur Energieversorgung des Aufzugsystems bei und unterstützen somit die Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Konstruktionsprozess

  • Die Fußgängerbrücke aus Stahl wurde in neun Modulen vorgefertigt, die jeweils zwischen 45 und 140 Tonnen wiegen.
  • Die Module wurden in Segmenten transportiert und in der Nähe des Standorts montiert.
  • Die Montage erfolgte mit Hilfe eines 500-Tonnen-Krans mit Superlift-Gegengewicht.
  • Alle neun Module wurden nachts unter achtstündigen Straßensperrungen installiert, um den Verkehr auf der Autobahn tagsüber nicht zu beeinträchtigen.
  • Die Stahlmontage vor Ort wurde von Horta Coslada in nur zwei Monaten abgeschlossen.
  • Die Glasscheiben, von denen einige bis zu 800 kg wogen, wurden mithilfe spezieller Sauggeräte auch nachts installiert. 

Das bestehende Bahnhofsgebäude wurde mit einem neuen Glasgeländer zum Halo hin angepasst, strukturell bleiben die beiden jedoch unabhängig.

Schindler 5500

Das von Schindler für die beiden Aufzüge im Halo-Projekt ausgewählte Modell ist der Schindler 5500. Dieses Modell ist so konzipiert, dass es sich an die spezifischen Bedürfnisse jedes Gebäudes anpassen lässt und eine präzise Konfiguration seiner Abmessungen und Technologie ermöglicht, um die Raumnutzung zu optimieren und die Funktionalität jeder Art von Immobilie zu verbessern.

Im Fall des Halo wurde die Schindler 5500 aufgrund ihrer Anpassbarkeit, ihrer Ökoeffizienz und insbesondere ihrer großen gestalterischen Flexibilität ausgewählt, die verschiedene Dekorationsmöglichkeiten bietet, von vorkonfigurierten Kabinen bis hin zur kompletten Individualisierung der Innenausstattung.

In diesem Sinne erfüllten die vollständig individualisierten Halo-Kabinen von Schindler die Wünsche des Kunden und boten Oberflächen, die mit den Designdetails und Materialien, die im gesamten übrigen Gebäude verwendet wurden, übereinstimmten – einschließlich der Herstellung von vollverglasten, rahmenlosen Kabinentüren.

Technische Spezifikationen

Beide Aufzugskabinen weisen folgende Merkmale auf:

  • Tragfähigkeit: 1275 kg (15 Personen)
  • Verfahrweg: 40 m
  • Geschwindigkeit: 1.6 m / s
  • Haltestellen: Zwei
  • Kabinenkühlsystem: In beiden Aufzügen integriert
Schindler-Display speziell für dieses Projekt entwickelt

Rettungssystem

Eine der größten Herausforderungen des Projekts für Schindler war die Entwicklung eines speziellen Rettungssystems für den Fall eines Aufzugsausfalls. Um dem zu begegnen, installierte Schindler in jeder Kabine zusätzlich zu den beiden standardmäßigen 180°-Doppeltüren eine weitere Innentür für Notfälle. Da sich beide Aufzüge im selben Schacht befinden und parallel fahren, kann der funktionierende Aufzug auf derselben Ebene wie der defekte positioniert werden. Dadurch öffnen sich die Nottüren, und die Fahrgäste können über eine speziell für dieses Notfallmanöver konstruierte Rettungsbrücke von einer Kabine in die andere gelangen.

Ansicht, die sowohl den überdachten als auch den nicht überdachten Teil der Terrasse zeigt.

Eröffnung und Anerkennung

Halo was officially opened to the public on February 16, 2024, after just 18 months of construction. The project was enthusiastically received, with more than 25,000 visits within the first few days. Even before its completion, it won multiple awards, including a LOOP Design Award for Unbuilt Architecture and the Society for Engineering and Management Systems Award for Sustainable Mobility in Spain; Architecture Masterprize in the Transportation category; Porcelanosa Awards 2024 - Most Innovative Project; Archilovers – Best Projects 2024; a LOOP Design Award 2024 in the Transportation category; and Design Educates Awards – Special Recognition in Architectural Design; among others.

Innovation

Halo ist mehr als nur ein architektonisches oder ingenieurtechnisches Projekt. Die Form folgt der Funktion. Halo ist das Ergebnis eines innovativen Ansatzes: Mobilität für alle im Sinne einer Ökostadt zugänglich zu machen, soziale Inklusion und urbanen Zusammenhalt zu fördern, CO₂-Emissionen zu reduzieren und das Landschaftsbild zu verschönern.

Halo entstand aus dringenden globalen Problemen und als Antwort auf die lokalen sozialen Herausforderungen der Stadt. Die Lösung für die neuen Anforderungen der Stadtplanung liegt in kollektiver Infrastruktur statt in individuellen Mobilitätslösungen, die stark auf Energieverbrauch – insbesondere aus fossilen Brennstoffen – angewiesen sind.

Halo markiert einen Paradigmenwechsel in Vigo. Es führt zu neuen, gesünderen Gewohnheiten: Spaziergänge im Freien mit atemberaubendem Panoramablick. Die ehemals durch eine Autobahn getrennten oberen und unteren Stadtteile sind nun in nur drei Minuten zu Fuß verbunden. Der Autoverkehr ging sofort zurück, ebenso wie die Konflikte im Straßenverkehr. Dies führte auch zu einer deutlichen Reduzierung der CO₂-Emissionen. Die Stadt ist stärker zusammengewachsen, wodurch sich die Lebensqualität in benachteiligten Gebieten verbessert hat. Die Immobilienpreise sind spürbar gestiegen und haben das Interesse an Stadterneuerung neu entfacht. Halo bedeutet Mobilität für alle, unabhängig von sozialem Status oder körperlichen Fähigkeiten.

Mit dem Bau von Halo erlebte die Stadt ein neues Gemeinschaftsgefühl und konzentrierte sich verstärkt auf wichtige Themen. Der erhöhte, kreisförmige Fußgängerweg, der sich vom restlichen Stadtbild abhebt, eröffnet den Bewohnern von Vigo atemberaubende Ausblicke auf die Küste. Die Menschen fühlen sich nun der Natur näher. Was als praktische Lösung für die vertikale Mobilität begann, ist zu einer Touristenattraktion geworden. Von der oberen Ebene aus können Besucher nun die urbane und die natürliche Landschaft der Stadt gleichermaßen entdecken und genießen.

Energieeffizienz war ebenfalls ein zentrales Anliegen. Halo ist mit zwei Windkraftanlagen ausgestattet, die tagsüber Strom für die Aufzüge und nachts für die Beleuchtung erzeugen.

Luftbild des Halo, das seine beiden Laufstege von oberhalb des Turms zeigt

Vorteile

Panoramaaufzüge als städtische Wahrzeichen

Panoramaaufzüge gehören zu einer ausgewählten Gruppe öffentlicher Infrastrukturen, die das Potenzial haben, die Identität einer Stadt grundlegend zu verändern. Sie sind mehr als Symbole des zivilisatorischen Fortschritts; sie spielen eine transformative Rolle im Alltag, indem sie die Barrierefreiheit verbessern, die soziale Integration fördern und zu einem nachhaltigeren städtischen Umfeld beitragen.

Sie dienen auch als Wahrzeichen und Ausdruck kollektiver Identität. Wer könnte sich die Lissaboner Innenstadt ohne den Santa-Justa-Aufzug vorstellen? Oder Salvador da Bahia ohne den ikonischen Lacerda-Aufzug?

Diese Bauwerke sprengen die Grenzen herkömmlicher Architektursprache. Sie sind mehr als bloße Architekturelemente; sie sind in erster Linie Konstruktionen, ingenieurtechnische Meisterleistungen und technologische Wunderwerke.

Eine skulpturale Verschmelzung von Architektur und Struktur

Dieses Projekt ist das Ergebnis eines kollaborativen und integrierten Designprozesses mit dem Ziel, Architektur und Tragwerk zu einem skulpturalen Objekt zu verschmelzen. Die kreisförmige Fußgängerbrücke dient nicht nur als Übergang über eine physische Barriere, sondern auch als Promenade und Aussichtsplattform mit Blick auf die Stadt und die Flussmündung.

Innenansicht der Hütte, Blickrichtung Norden bei Nacht

Licht und Energie als städtische Strategien

Die Beleuchtung spielt im Design von Halo eine entscheidende Rolle. Als leuchtendes urbanes Objekt fungiert es als modernes Seezeichen und trägt sowohl zur nächtlichen Stadtkulisse als auch zur urbanen Sicherheit bei. Halo integriert LED-Lichttechnik in die Handläufe und verfügt über Bühnenprojektoren, die die Glasfassaden illuminieren.

Um den Energieverbrauch für Beleuchtung und Aufzugsbetrieb zu minimieren, wurden zwei Vertikalachsen-Windkraftanlagen an den Nebenpfeilern der Fußgängerbrücke installiert. Jede Turbine erzeugt 4 kW Leistung, ist 5 m hoch und hat einen Durchmesser von 3.1 m.

Fazit

Halo ist mehr als nur ein Bauwerk – es ist ein Wahrzeichen urbaner Innovation, das Architektur, Ingenieurwesen und Landschaftsgestaltung zu einer einzigartigen skulpturalen Form vereint. Als Tor zur Stadt, Aussichtspunkt und Mobilitätslösung bereichert es den Alltag der Einwohner von Vigo und verleiht der Skyline der Stadt eine kühne und elegante Präsenz. 

Alle mechanischen Elemente, die keiner Reibung ausgesetzt sind, wurden weiß lackiert, um eine von außen sichtbare chromatische Einheitlichkeit des Aufzugsturms zu erzielen.
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