Die Vergangenheit bewahren, die Zukunft gestalten

Von Carol Lim | Projekt im Rampenlicht | 1. April 2026

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Die markanten Zwillingstürme des UOB Plaza wurden von Mai 2022 bis August 2025 von Schindler umfassend modernisiert. Dabei wurden jahrzehntealte Otis-Anlagen durch 33 Schindler 7000-Aufzüge ersetzt, darunter 13 Doppelstockaufzüge und 11 Rolltreppen, von denen zwei mit INTRUSS ausgestattet sind. In engen Schächten mussten schwere, 12 Tonnen schwere Maschinen demontiert und abtransportiert werden. Die Logistik wurde unter Berücksichtigung städtischer Vorschriften koordiniert, und die Arbeiten wurden in Phasen durchgeführt, um den laufenden Betrieb des Gebäudes zu gewährleisten. Zu den integrierten digitalen Systemen gehörten die Zielsteuerung Schindler PORT, die Überwachung über Lobby Vision, cloudbasierte vorausschauende Wartung und die Zugangskontrolle per Gesichtserkennung. Das Ergebnis: ein schnellerer, reibungsloserer und effizienterer Personenverkehr mit 45 Prozent kürzeren Wartezeiten, 40 Prozent schnellerer Fahrzeit, verbesserter Kapazität, Energieeinsparungen und erhöhter Sicherheit.

Schindler hilft dem UOB Plaza in Singapur dabei, zu zeigen, wie sich historische Wahrzeichen weiterentwickeln können, um modernen Anforderungen gerecht zu werden, ohne dabei ihre Identität zu verlieren.

von Carol Lim

Die beiden ikonischen Türme des UOB Plaza, die am Ufer des Singapore River im zentralen Geschäftsviertel der Stadt liegen, sind kaum zu übersehen. Sie sind sofort an ihrem postmodernen Design erkennbar, das sich nach oben in eine achteckige Sternform verwandelt.

Der erste Turm des Komplexes wurde 1974 errichtet, doch erst 14 Jahre später, als die UOB den japanischen Architekten Kenzo Tange beauftragte, erhielt der Komplex seine heute ikonische Form. Neben dem ursprünglichen Turm entstand ein neuer, 66-stöckiger Wolkenkratzer, der mit neuen Etagen und einem einheitlichen Design modernisiert wurde. Die beiden Wolkenkratzer sind durch einen Lobbybereich verbunden, in dem sich die Schalterhalle befindet. Mit einer Höhe von 280 Metern zählt der UOB Plaza 1 noch immer zu den höchsten Gebäuden des Landes.

Dieses ikonische Wahrzeichen wurde kürzlich umfassend modernisiert, was sowohl die betriebliche Effizienz als auch das Nutzererlebnis verbessert. Die Modernisierung optimiert nicht nur die tägliche Funktionalität, sondern stellt auch sicher, dass das Gebäude weiterhin als Trendsetter in Singapurs dynamischer Skyline hervorsticht.

Knapp 30 Jahre nach der vollständigen Wiedereröffnung des UOB Plaza im Jahr 1995 übernahm Schindler Singapur 2022 die Aufgabe, die ursprüngliche Aufzugsanlage zu ersetzen. Da die Systeme über vier Jahrzehnte in Betrieb waren, stand das Modernisierungsteam vor mehreren Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes. Der Ausbau und die Erneuerung der veralteten Aufzugsmaschinen erforderten Präzision, sorgfältige Planung und umfassendes technisches Know-how.

Singapurs Gebäude haben maßgeblich zum Wachstum des Landes und seiner Stellung als globales Finanzzentrum beigetragen. Der UOB Plaza, ein markantes Wahrzeichen der Stadt, spiegelt diesen Fortschritt wider. Dank der kürzlich erfolgten Modernisierung seines vertikalen Mobilitätssystems durch Schindler ist das Gebäude nun für einen effizienteren Betrieb gerüstet und gewährleistet auch in den kommenden Jahren einen reibungslosen Zugang.

Die Modernisierung der UOB begann im Mai 2022 und wurde im August 2025 abgeschlossen. Schindler installierte insgesamt 33 Aufzugseinheiten, darunter 13 Doppelstockaufzüge, sowie 11 Rolltreppen des Typs 9300 – darunter zwei Schindler INTRUSS® Rolltreppen.

Die Notwendigkeit der Modernisierung

Die ursprünglichen Otis-Aufzugsanlagen waren jahrzehntelang im Einsatz und mussten modernisiert werden, um den gestiegenen Anforderungen an Leistung, Energieeffizienz und Benutzerfreundlichkeit gerecht zu werden. Die Modernisierung bot die Möglichkeit, den Fahrkomfort zu erhöhen, die Gesamteffizienz zu verbessern und die Gebäudeinfrastruktur an die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse anzupassen. 

Aufgrund seiner umfassenden technischen Expertise wurde Schindler mit der Modernisierung beauftragt. Anstatt lediglich veraltete Anlagen zu ersetzen, führte Schindler intelligente Mobilitätstechnologien ein, um die vertikalen Transportsysteme des Gebäudes zu optimieren und so Sicherheit, Funktionalität und Nutzerzufriedenheit zu steigern.

Systemübersicht und technologische Innovationen

Der Umfang des Projekts war umfangreich. Schindler ersetzte das gesamte Otis-System durch:

  • 33 Hochleistungsaufzüge vom Typ Schindler 7000, darunter 13 Doppelstockaufzüge
  • 11 neue Rolltreppen, die auf Langlebigkeit und hohe Passagierkapazität ausgelegt sind

Zur Ergänzung der Hardware-Aufrüstung wurden außerdem mehrere fortschrittliche digitale Technologien integriert:

1. Schindler PORT: Zielsteuerungssystem

Schindler PORT (Personal Occupant Requirement Terminal) weist Fahrgästen die Aufzüge entsprechend ihrem Zielort zu und reduziert so Warte- und Fahrzeiten erheblich. Diese Technologie optimiert nicht nur den Fahrgastfluss, sondern minimiert auch Überfüllung und Energieverbrauch.

2. Schindler Lobby Vision: Echtzeitüberwachung

Dieses Überwachungssystem ist in das Gebäudemanagementsystem der UOB Plaza integriert und ermöglicht den Bedienern detaillierte Einblicke in die Leistung von Aufzügen und Rolltreppen, wodurch eine sofortige Reaktion auf Probleme möglich ist.

3. Vernetzte Einheiten: Vorausschauende Wartung

Diese Lösung, die über die Cloud mit dem Technical Operations Center (TOC) von Schindler in Singapur verbunden ist, ermöglicht die Fernüberwachung und vorausschauende Diagnose rund um die Uhr. Sie gewährleistet individuelle Wartungspläne und reduziert ungeplante Ausfallzeiten.

4. Integration der Gesichtserkennung

Um die Sicherheit weiter zu erhöhen und den Gebäudezugang zu optimieren, ermöglicht die nahtlos in Schindler PORT integrierte Gesichtserkennungstechnologie Mietern den kontaktlosen Zutritt über Drehkreuze ohne Zugangskarten. Dieses berührungslose Verfahren verbessert den Besucherfluss, insbesondere zu Stoßzeiten, und erhöht die Sicherheit durch intelligente Zutrittskontrolle.

Aufzugshalle

Projektherausforderungen: Umgang mit Komplexität in einer Live-Umgebung

Die Durchführung einer umfassenden Modernisierung in einem voll funktionsfähigen Geschäftsgebäude birgt naturgemäß Herausforderungen. Das Projekt erforderte ein sensibles Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und baulichen Gegebenheiten.

1. Veraltete Infrastruktur und schwere Maschinen

Eine der größten Herausforderungen war die Demontage und der Abtransport der ursprünglichen Otis 269HT-Aufzugsanlagen. Jede Anlage wog bis zu 12 Tonnen. Aufgrund der begrenzten Tragfähigkeit der Feuerwehraufzüge im Gebäude mussten diese Anlagen sicher zerlegt und in Einzelteilen abtransportiert werden – ein sorgfältiger Prozess, der mehrere Wochen in Anspruch nahm.

2. Begrenzte Bauräume und Schachtabmessungen

Die Installation moderner Systeme in einem älteren Gebäude erforderte Arbeiten in engen Aufzugsschächten und beengten Räumen. Präzision war unerlässlich; selbst geringfügige Abweichungen konnten Sicherheit und Funktion beeinträchtigen. Die Teams mussten die bestehende Infrastruktur wie Hydrantenleitungen und elektrische Leitungen umgehen, um Störungen zu vermeiden.

3. Logistische Abstimmung mit den städtischen Vorschriften

Der Transport großer Bauteile durch Singapurs dicht besiedeltes Stadtgebiet erforderte die Abstimmung mit der Land Transport Authority (LTA). Lieferungen waren auf Nachtstunden und Wochenenden beschränkt, was die strikte Einhaltung knapper Zeitfenster notwendig machte. Das Projektteam musste flexibel bleiben und arbeitete oft zu unregelmäßigen Zeiten und an Wochenenden, um Störungen zu minimieren und sicherzustellen, dass die Arbeiten weitgehend unbemerkt blieben.

4. Austausch der Rolltreppen in den oberen Stockwerken

Die Rolltreppen zwischen den Etagen 37 und 38 stellten aufgrund ihrer baulichen Integration besondere Herausforderungen dar. Ein herkömmlicher Austausch war nicht möglich. Schindler setzte daher sein firmeneigenes Schindler INTRUSS-System ein, um die Rolltreppen vor Ort zu modernisieren und so die strukturelle Integrität zu erhalten und gleichzeitig die Ausfallzeiten zu minimieren.

Neue Maschine (Doppeldecker)

Innovative Lösungen: Wo Ingenieurskunst auf intelligente Ideen trifft

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzte das Projektteam eine Reihe anpassungsfähiger und einfallsreicher Strategien ein, darunter: 

Präzise Demontage und maßgefertigte TransportwagenDie ursprünglichen Aufzugskomponenten wurden mit Hilfe von Elektrosägen demontiert und mit speziell angefertigten Wagen transportiert, die in der Lage waren, durch die engen Gänge und Aufzüge zu manövrieren.

Temporäres HebegerüstDa keine baulichen Befestigungspunkte vorhanden waren, entwarfen Ingenieure einen speziell angefertigten Heberahmen, der auf dem Dach installiert wurde. Dieser von Fachingenieuren geprüfte Rahmen ermöglichte das sichere und effiziente Anheben schwerer Bauteile.

Schindler INTRUSS RolltreppenersatzDiese Lösung ermöglichte die Sanierung der Rolltreppe innerhalb der bestehenden Fachwerkkonstruktion – wodurch ein Abriss oder bauliche Veränderungen vermieden werden konnten.

Rund-um-die-Uhr-Betrieb: Die Modernisierung wurde in Phasen durchgeführt, um sicherzustellen, dass zu jedem Zeitpunkt nur ein Aufzug außer Betrieb war. Dadurch konnte der Betrieb des Gebäudes während des gesamten Projekts uneingeschränkt aufrechterhalten werden.

Diese Lösungen unterstreichen die Bedeutung nicht nur von ingenieurtechnischem Fachwissen, sondern auch von agilem Projektmanagement und strategischer Kommunikation mit den Gebäudenutzern.

Schindler PORT mit Gesichtserkennung in der Aufzugshalle

Einbindung von Interessengruppen und Kommunikation mit Mietern

Die Einbindung der Mieter war für den Erfolg des Projekts entscheidend. Schindler und das Management des UOB Plaza erkannten das Störungspotenzial und setzten daher eine proaktive Kommunikationsstrategie um.

Vor Ort wurden einige engagierte Schindler-Botschafter und ein Informationsstand für Mieter eingerichtet, die als Anlaufstelle dienten, um über Neuigkeiten, Zeitpläne und Vorteile transparent zu informieren. Dies minimierte nicht nur Missverständnisse, sondern förderte auch das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit den Gebäudenutzern.

Um die Nutzer mit dem neuen System vertraut zu machen, wurden für einen festgelegten Zeitraum mehrere Schindler-Mitarbeiter an wichtigen Aufzugsbereichen eingesetzt. Sie wiesen UOB-Mitarbeiter und Mieter durch die Aufzugsfahrten und sorgten für eine reibungslose Nutzung. Zudem boten sie außerhalb der Stoßzeiten Unterstützung in Echtzeit und sammelten mündliches Feedback, um wertvolle Erkenntnisse zur Nutzerzufriedenheit zu gewinnen.

Die Gebäudenutzer schätzten die Offenheit und Professionalität des Projektteams. Viele berichteten von einem Gefühl der Beruhigung, da sie wussten, dass die in Kauf genommenen Unannehmlichkeiten langfristig zu Verbesserungen in Komfort, Effizienz und Sicherheit führen würden.

Neuer Controller

Ergebnisse und Auswirkungen

Die Modernisierung des vertikalen Mobilitätssystems führte zu unmittelbaren und messbaren Verbesserungen:

  • 45 % Reduzierung der durchschnittlichen Wartezeit
  • 40 % Reduzierung der Reisezeit zu den Zieletagen
  • Verbesserter Verkehrsfluss und optimiertes Nutzererlebnis während der Stoßzeiten

Nach Abschluss der Modernisierung erhöhte sich die Förderleistung der Aufzüge an der UOB um ca. 15–20 %. Diese Verbesserung wurde durch Modernisierungsmaßnahmen ermöglicht, darunter die Integration des Schindler PORT, der den Fahrgastfluss optimiert und Warte- und Fahrzeiten minimiert. Das Projekt führte außerdem fortschrittliche Technologien ein.

Aufzugssteuerungen und hocheffiziente getriebelose Maschinen verbessern den Fahrkomfort, die Systemzuverlässigkeit und die Energieeffizienz. Diese Modernisierungsmaßnahmen haben gemeinsam ein intelligenteres, effizienteres und zukunftssicheres VT-System hervorgebracht, das den sich wandelnden Anforderungen des Gebäudes gerecht wird.

Um die Beeinträchtigungen während des Projekts so gering wie möglich zu halten, wurde zunächst eine Schindler PORT-Überlagerung installiert, um die Leistung der bestehenden Aufzüge zu verbessern. Dadurch konnte ein hohes Serviceniveau während des gesamten Projekts aufrechterhalten werden, selbst als die Aufzüge einzeln zum Austausch außer Betrieb genommen wurden.

Schindler-Intrusiv

Verbesserte Sicherheit und Sicherheit

Die Integration von Gesichtserkennung und Zielsteuerung gewährleistet, dass nur autorisiertes Personal Zugang zu bestimmten Etagen erhält und erhöht so die Gebäudesicherheit. Im Notfall ermöglicht das System zudem eine schnelle und intelligente Evakuierungsplanung.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Moderne regenerative Antriebe und LED-Beleuchtung tragen maßgeblich zu Energieeinsparungen bei. Durch die Reduzierung des Stromverbrauchs und die Steigerung der Effizienz trägt die Modernisierung zu Singapurs Nachhaltigkeitszielen und den Prinzipien des umweltfreundlichen Bauens bei.

Langfristige Zuverlässigkeit

Dank vorausschauender Wartung und cloudbasierter Diagnose kann UOB Plaza ungeplante Ausfälle minimieren und die Lebensdauer seiner Verkehrsinfrastruktur verlängern. Dieses proaktive Modell gewährleistet optimale Verfügbarkeit und Kundenzufriedenheit.

Strategische Bedeutung und weiterreichende Implikationen

Dieses Projekt verdeutlicht einen umfassenderen Wandel im Gebäudemanagement: die Kombination von mechanischer Infrastruktur mit digitaler Intelligenz. Die UOB Plaza dient als Fallbeispiel dafür, wie alternde, aber ikonische Gebäude revitalisiert werden können, ohne den Betrieb oder den Nutzerkomfort zu beeinträchtigen.

Wichtige Erkenntnisse für Branchenführer und Gebäudeeigentümer sind:

  • Es ist möglich, ältere Systeme zu modernisieren und gleichzeitig die Funktionalität des Gebäudes zu erhalten.
  • Digitale Transformation und Denkmalpflege können nebeneinander bestehen.
  • Bei groß angelegten Sanierungen sind die Einbindung der Mieter und eine klare Kommunikation unerlässlich.
Neue Maschine (einzeln)

Fazit

Die Modernisierung des Videokonferenzsystems im UOB Plaza ist ein Paradebeispiel dafür, wie Ingenieurskunst und Innovation zusammenwirken können, um komplexe strukturelle, logistische und räumliche Herausforderungen zu meistern – und das bei laufendem Betrieb. Dank strategischem Projektmanagement und enger Zusammenarbeit mit dem Gebäudeeigentümer realisierte Schindler eine umfassende Modernisierung ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs – eine seltene Leistung in dieser Größenordnung.

Durch die Integration intelligenter Systeme wie Schindler PORT, vernetzter Einheiten und Gesichtserkennung für barrierefreien Zugang wurden Leistung und Effizienz des Projekts nicht nur verbessert, sondern das Gebäude auch für zukünftige Anforderungen gerüstet. Diese Modernisierung geht über Aufzüge und Rolltreppen hinaus; sie spiegelt ein umfassenderes Engagement für Nachhaltigkeit, Effizienz und nutzerorientiertes Design wider.

Die UOB Plaza gilt heute als Vorbild dafür, wie historische Wahrzeichen sich weiterentwickeln können, um modernen Anforderungen gerecht zu werden, ohne ihre Identität zu verlieren. Der Erfolg dieses Projekts unterstreicht einen wichtigen Punkt: Modernisierung, wenn sie vorausschauend und präzise erfolgt, bewahrt nicht nur die Vergangenheit, sondern schafft auch eine widerstandsfähigere Zukunft.

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