ThyssenKrupp Quartier in Essen

By Elevator World | Projekt im Rampenlicht | November 1, 2012

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Das 2010 eröffnete ThyssenKrupp Quartier in Essen belebt eine ehemalige Brache mit transparenter, homogener Architektur von JSWD und Chaix & Morel. Im Zentrum des Campus steht der 50 Meter hohe Q1-Würfel mit ineinandergreifenden Baukörpern um ein gläsernes Atrium, das von 700 ein Quadratmeter großen Panoramafenstern, auskragenden Brücken und Zwischengeschossen eingerahmt wird. Der autofreie Komplex, der nach strengen Nachhaltigkeitsstandards errichtet wurde, erhielt das deutsche Zertifikat für nachhaltiges Bauen in Gold. ThyssenKrupp Elevator installierte 21 Aufzüge und drei Fahrtreppen, darunter schachtlose TWIN-Systeme mit verglasten, scheinbar schwebenden Kabinen, einer einachsig angetriebenen Tür, RFID-Zugangskontrolle und Personenzählung, regenerativer Bremsung, LED-Beleuchtung und Zielsteuerung für mehr Effizienz und Sicherheit.

Der Hauptsitz von ThyssenKrupp in Essen umfasst 21 Aufzüge und drei Fahrtreppen.

Als Symbol und Herzstück des Unternehmens wurde 2010 das ThyssenKrupp Quartier in Essen eröffnet Jahrzehnte. Die Architektur wurde von den Büros JSWD aus Köln und Chaix & Morel el Associés aus Paris entworfen, mit dem modernen Designziel, einen Stadtteil mit transparenter und homogener Architektur zu schaffen.

Im Zentrum des campusartigen Areals steht der 50 m hohe kubische Q1. Das Design besteht aus verschiedenen Volumen, die in Winkeln um ein großes zentrales Atrium miteinander verbunden sind. Der bis zum Glasdach reichende Luftraum hat 700 1 m²2 Panoramafenster, die einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen schaffen. Seine auskragenden Brücken und Zwischengeschosse nutzen gleichzeitig den Innenraum. Das Gebäude Q2 beherbergt die Konferenzräume des Unternehmens mit Platz für 1,000 Personen, eine Cafeteria, ein Besucherrestaurant und den „Raum der Ruhe“. Darüber hinaus verfügt das Quartier über die Gebäude Q5 und Q7, die alle Platz für 520 Mitarbeiter bieten, zusätzlich zu den 2,000 Mitarbeitern Q1-Häusern.

Das nach strengen Anforderungen an Ressourcennutzung und Umweltverträglichkeit errichtete Quartier liegt auf einem autofreien Gelände. Eine Tiefgarage ermöglicht die ungesehene Anlieferung und Abholung von Ver- und Entsorgung. Das Viertel engagiert sich in zusätzlichen nachhaltigen Praktiken. 2011 hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen der ThyssenKrupp AG das Gold-Zertifikat für den ökologischen und ökonomischen Bau des Firmensitzes verliehen.

Vertikaler Transport

Auf dem gesamten Gelände wurde ThyssenKrupp Elevator-Equipment installiert, das 21 Aufzüge und drei Fahrtreppen umfasst. Im ersten Quartal wurden die TWIN-Systeme von ThyssenKrupp Elevator installiert. In seinem Schacht auf der Westseite arbeitet ein TWIN-System, auf der Ostseite befinden sich zwei schachtlose Aufzugskabinen. Daneben befindet sich ein einzelner Aufzug gleicher Bauart. Das Design der Aufzüge vermittelt den Eindruck, als würden sie vor einer Edelstahlfassade im Hintergrund gleiten. Um die futuristische Vision der Architekten umzusetzen, wurden die Aufzugskabinen innen und außen mit einer Vielzahl von nahezu fugenlosen weißen Glasscheiben verkleidet.

Die Innenverkleidung besteht aus Einscheiben-Sicherheitsglas, das mit einer rückseitigen Pulverbeschichtung versehen ist. Die Glasscheiben sind aus halbtransparentem Spiegelglas. Für die Positionsanzeigen der Aufzüge wurde ein einem Taxi-Display ähnliches Display verwendet. Die Zahlen und Anzeigen auf dem Control Display erscheinen durch die Glasscheiben und erwecken den Eindruck einer Projektion. Boden und Decke der Aufzugskabinen sind ebenfalls aus Glas, dahinter ist eine dreiteilige LED-Hinterleuchtung installiert. Das Weißglas-Konzept umfasst Car Slings und alle weiteren Kabinenkomponenten. Eine Herausforderung stellte die gläserne Außenverkleidung dar. Da eine pulverbeschichtete Oberfläche nicht verklebt werden kann (zumindest nicht auf der Außenseite einer Aufzugskabine ohne umlaufenden Schacht), musste bei der Montage eine Emaille-Beschichtung verwendet werden, um die Festigkeit der Tragkonstruktion zu gewährleisten.

Die schwimmenden Aufzugskabinen waren nicht die einzige Designvision der Architekten. Dazu gehörte auch, die Aufzugskabinen ohne sichtbare Technik zu konstruieren, die ohne sichtbare Antriebsmittel an der Wand auf und ab gleiten würden. Damit entfällt die sonst übliche Verriegelung mit Türantriebsnocken. Sie einfach zu eliminieren war jedoch kaum eine Option, da sich die Aufzugskabine für den Personentransport nicht öffnen muss. Die Lösung bestand darin, die Schachttür im Erdgeschoss gegen die Kabinentür auf der Rückseite auszutauschen. Das Ergebnis war ein TWIN-System mit nur einer einzigen angetriebenen Schachttür. Eine limitierte Serie von Kabinen- und Schachttüren wurde produziert und montiert. Um auch die Wirkung des Mechanismus zu verbergen, wurden die entsprechenden Teile in Edelstahlplatten eingeschlossen.

Die Aufzüge von Q1 wurden mit einem Personenzählsystem der Siemens AG ausgestattet. Dieses diente als Zutrittskontrollsystem und ist in die Aufzüge integriert. Nur autorisierte Benutzer können die verschlossenen Türen öffnen und die Tiefgarage und die Aufzüge betreten. Für die Kommunikation in den Aufzugskabinen wurde Radiofrequenz-Identifikationstechnologie verwendet, und das Identifikationssystem erkennt nur autorisierte Benutzer. Erst dann wird ein zuvor eingegebener Befehl freigegeben, um den Aufzug in Bewegung zu setzen. Darüber hinaus wurden die schachtlosen TWIN-Anlagen und die einzelnen Personenaufzüge mittels Zielwahlsteuerung gruppiert.

Bei einem Gesamtgewicht von über 5 mT und einer Nennlast von 1350 kg pro Aufzugskabine fahren die Kabinen mit 2.5 mps und legen eine maximale Fahrhöhe von 45.7 m zurück. Der Maschinenraumboden ist als „Kragarmplatte“ ausgeführt und muss einer statischen Belastung von mehr als 40 mT standhalten. Der sichtbare Schacht ist vom Erdgeschoss bis zum 10. Obergeschoss mit Edelstahl verkleidet.

Ein zusätzliches Feature ist die für das TWIN-System vorgesehene versenkte Haltestelle im dritten Untergeschoss, obwohl Q1 über zwei Untergeschosse verfügt. Damit die obere Aufzugskabine auch die unterste Haltestelle bedienen kann, muss die untere Aufzugskabine des TWIN-Systems in die versenkte Haltestelle gefahren werden. Damit soll sichergestellt werden, dass alle drei Aufzugskabinen die Mitarbeiter während der Hauptreisezeiten zu ihren Büros befördern können.

Auch an Energieeffizienz dachten die Designer. Beim TWIN-System wird die beim Bremsen der Aufzugskabine erzeugte Energie in elektrische Energie umgewandelt und ins Stromnetz zurückgespeist. Viele der Anlagen sind mit LED-Lampen ausgestattet und fast alle Aufzugskabinen sind mit einem leichtgängigen Flaschenzugsystem ausgestattet. Dadurch waren keine geölten Schienen erforderlich.

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