TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2020
By Undine Stricker-Berghoff | VERANSTALTUNGEN | Dezember 5, 2020
8 Minuten zum Lesen
Rund 50 Teilnehmer trafen sich im September im Wiener Museumsquartier und online zum TÜV AUSTRIA Lift Day 2020 unter strengen COVID-19-Schutzmaßnahmen. Experten von Betreibern, Eigentümern, Herstellern und Behörden tauschten sich über Rechtsvorschriften, normative Anforderungen und Prüfaufgaben aus. Die Referenten hoben die Risiken einer raschen technischen Umsetzung, die Rolle der ASV 2015 und der ÖNORM EN 81-20, die uneinheitliche Umsetzung auf Bundesebene sowie Unfalldaten hervor, die zeigen, dass automatische Türen 60 Prozent der Vorfälle verursachen und Kinder in etwa 40 Prozent der Fälle beteiligt sind. COVID-19 hat die Digitalisierung beschleunigt, darunter auch VoIP-Notrufe und die Auswirkungen von 5G-Netzen. Die Präsentationen behandelten die rechtlichen Aspekte der EN 50518, den aktuellen Stand der Technik im Betrieb, klärungsbedürftige Erdbebennormen, Vorschläge für überwachte Notrufe und aktualisierte Lärmschutzbestimmungen.
Die Teilnehmer kommen persönlich und virtuell zusammen, um gesetzliche Regelungen zu diskutieren.
Im Museumsquartier in Wien, Österreich, und zeitgleich online, trafen sich traditionell im September rund 50 Teilnehmer zum TÜV AUSTRIA Lift Day. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden für mehr Sicherheit vor Ort entsprechende Rahmenbedingungen wie Hygienestationen, Wegeregelung, Maskenpflicht und personalisierte, distanzierte Sitzplätze geschaffen. Die Online-Wartezeit vor Beginn der Konferenz wurde mit zwei Videos zur Aufzugsetikette (nicht während einer Pandemie) und einer humorvollen Vorstellung der Leistungen des TÜV AUSTRIA gefüllt.
Im Fokus der Tagung standen aktuelle gesetzliche Regelungen, normative Anforderungen und relevante Prüfaufgaben. Die Wissensplattform wurde für einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch unter Experten der Aufzugsbranche genutzt. Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter aller Interessengruppen wie Betreiber, Facility Manager, Eigentümer, Hersteller und Behörden.
The welcome; information on the organization and, later, the moderation was provided by Magister (FH) Karin Newald from the TÜV AUSTRIA Academy. She is in charge of the program for elevator safety, construction and building services. Magister (FH) Christian Bayer, also from the TÜV AUSTRIA Academy, noted with regard to the difficult conditions, "Learning will always work!" Magister Thomas Maldet from TÜV AUSTRIA was in charge of the summary and conclusion of the conference.
Sechs Themen wurden intensiv behandelt. Dieser Bericht geht auf österreichische Besonderheiten ein.

Aktuelle Entwicklungen in der Aufzugsbranche
Dieses Thema wurde von Ing. (Ingenieur) Thomas Maldet, TÜV AUSTRIA Leiter Infrastruktur & Transport-Aufzugstechnik.
Die Entwicklung des Aufzugs in den letzten Jahrzehnten hat gezeigt, dass alles technisch Machbare auch umgesetzt wird, trotz der Risiken. Damit technische Entwicklungen beherrschbar und Aufzüge ausfallsicher sind, müssen Fehler und gefährliche Zustände vermieden werden. Die ASV Aufzügesicherheitsverordnung 2015 §4 bzgl. Sicherheit u.a. Gefährdungsbeurteilung und die ÖNORM EN 81-20 geben hier Hilfestellung. Die neun österreichischen Bundesländer haben fast alle unterschiedliche Umsetzungsstände bezüglich Sicherheitsmaßnahmen für Aufzüge nach dem Stand der Technik. Auch aufgrund dieser Uneinheitlichkeit können Unfälle passieren.
Ein zentraler Punkt der Vorlesung ist der jährliche Sicherheitsbericht (Unfallgeschehen). In Österreich gab es nur wenige Unfälle, aber leider gab es bereits 2020 einen tödlichen Aufzugsunfall, der noch untersucht wurde. Bei Aufzügen ist die häufigste Ursache die automatische Kabinentür, die für 60 % der Unfälle verantwortlich ist. Auch Stolpern ist eine häufige Unfallursache. An fast 40 % der Unfälle sind Kinder beteiligt. Rolltreppen verursachen relativ mehr Unfälle, hauptsächlich Stürze. Die Zahlen sind relativ stabil; jedoch sind weitere Verbesserungen auf der Grundlage von Unfallanalysen erforderlich.
Abschließend stellte Maldet fest, dass mit dem Coronavirus ein neues Risiko in den Aufzug eingedrungen ist und sich auf den Aufzugsbetrieb auswirkt. Das Wissen wächst immer noch, und dementsprechend ändern und erweitern sich die notwendigen Reaktionsmaßnahmen. Sicher ist, dass COVID-19 die Digitalisierung in der Industrie vorangetrieben hat, auch im Aufzugsbau.
Notrufe werden digital
Dipl.-Ing. Rainer Kindelmann, alcomtec aufzugsmanagement & -notruf, stellte ein modernes Internetprotokoll-Notrufgerät vor. Es ist rund 1,000 Mal schneller als analoge Notrufsysteme und das bei besserer Sprachqualität durch Voice over IP.
Netzwerk-Digitalisierung
Dipl.-Ing. (FH) Michael Grübl, MBS MSc, Hutchison Drei Austria, primarily dealt with the digitization of the networks in Austria in his presentation, "The Future of Mobile Networks — 5G." There are three physical networks in Austria. Mobile communication is quite cheap and among the best in Europe in terms of quality. 5G has been available since 2019 but is not everywhere, and it will take even longer for it to become widespread.
Rechtliche Aspekte
Magister Marlene Wimmer-Nistelberger, LL.M. associate, CMS Reich-Rohrwig Hainz Lawyers, focused on "Legal aspects of OVE EN 50518:2020-03-01," which has been applicable in Austria since March 1. The standard describes the handling of alarm messages and emergency calls in structural, technical and organizational terms. The elevator emergency call, according to EN 81-28, is included in the scope of EN 50518; i.e., there is no contradiction between the standards.
Modernster Betrieb
Robert Schgör, TÜV AUSTRIA, spoke on state-of-the-art operation using the example of unintended car movement from a stop. Schgör defines the state of the art as "solutions to protect the health and safety of employees that have been successfully tested in practice." A standard itself is not mandatory, but the state of the art is. In the case of harmonized standards, the date of publication gives an indication for the assumption that the state of the art is complied with if the standard is followed. The basis for this is the CE marking or determination of significant changes to existing elevators, which are laid down in §3, clause 4 of the Wiener Aufzugsgesetz (Vienna Lift Act) (WAZG). Minor changes can be found in ÖNORM B 2454-2:2010, Table 2. Schgör also defines the three terms:
- Modernisierung: Aufzüge ohne CE-Kennzeichnung
- Umstellung: §6 b ASV 2015 Aufzugssicherheitsverordnung
- Austausch: identischer Austausch zB von Komponenten
Die Gefährdungsbeurteilung findet sich in ÖNORM EN ISO 14798 und EN 81-80.

Erdbeben
Ing. Stephan Störmer, TÜV AUSTRIA, hat die ÖNORM EN 81-77:2019 abgedeckt. Theoretisch ist die Arbeit vollständig; in der Praxis besteht jedoch Klärungsbedarf, zu dem folgende zwei Experten von der Bauseite beigetragen haben:
- Dipl.-Ing. Mathematische Grundlagen legte Dr. Stephan Steller, MA 37 – Baupolizei, indem er sich ausführlich mit den Berechnungsformeln der Stadt Wien auseinandersetzte. Er stellte unter anderem fest, dass das Verhältnis der Hebelarme von Gebäuden und Aufzügen in vielen Fällen gleich ist. Der Erdbebenerfüllungsfaktor ist der ÖNORM B 1998-3 zu entnehmen. Er rechnet mit einem Bulletin der Baupolizei der Stadt Wien für das vierte Quartal 2020.
- Dipl.-Ing. Dr. Klaus Petraschka, court-sworn expert, kppk ZT GmbH, introduced the audience to the "heavy fare" of statics based on ÖNORM EN 81-77 and EN 1998. Unlike Germany, in Austria, there is no map of the building ground classes A-E as a work basis.
Die Zukunft des Aufzugnotrufs
Ing. Günter Baca, MSc., View Elevator, said, "About 50 years ago, when I was 5 years old, my parents taught me: 'Don't you ever push THAT button!'” This triggered his fascination with the subject of the "elevator emergency call." Entrapments can be distressing if you are not freed, but emergencies are most dangerous if you can no longer press a button. As his company's solution, he presented the emergency call via car monitoring with false-alarm and emergency detection, thus making the emergency call button redundant. His contribution led to intense discussions about data protection, monitoring options and their potential misuse. In the chat, for example, participant Hainz emphasized, "As long as safety does not take precedence over data protection, we are on the wrong track." Baca agreed, saying the solution will come when it is legally covered.
Schallschutz nach ÖNORM B 8115
Dipl.-Ing. Joachim Jira, JIRA ZT & SV GmbH, ging der Frage nach, woher die Anforderungswerte für den Schallschutz stammen, zunächst aus historischer Perspektive. Die erste ÖNORM B 2115 zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1936. Sie legte den Störpegel in Wohngebäuden mit 10-20 Phon fest und forderte Schallschutzmaßnahmen. Eine neue Fassung, in der eine Körperschalldämmung von 5 dB/m auftritt, wurde 1949 veröffentlicht. Aufzugsmotoren werden erstmals 1959 erwähnt. Aus der Einzelnorm wurde 1981 eine vierteilige Reihe. Teil 2 enthalten erstmals die Definition erhöhter Anforderungen. Die Anforderungen an die Technische Gebäudeausrüstung aus Teil 2, Stand 1987, sind noch heute gültig.
Today's limit values can be found in the OIB Guideline 5 Noise Abatement, version 2019, in each federal state's version; a new version based on ÖNORM B 8115 Part 2 is almost finished. Sound measurement is carried out according to ÖNORM EN ISO 16032 or 10052, taking into account ÖNORM S 5004 and EN ISO 3382. It is important to check that the requirements are met. Jira states that with machine room-less and gearless drives, there is almost no longer a noise problem — except in the case of installation mistakes. If the elevators are from the 1960s to 1990s, wear and/or aging and, thus, increased noise can occur; e.g., because of hardening of insulation under concrete bases.




