HÖREN SIE SICH DIESEN ARTIKEL AN
Harmonie Heilbronn war Gastgeber der 43. Heilbronner Aufzugstage, die rund 300 Branchenexperten unter dem Motto „Die Aufzugsbranche wächst – gemeinsam nach einheitlichen Regeln“ zusammenbrachte. Die Referenten erläuterten den Übergang von EN zu EN ISO 8100, beleuchteten das Glockenparadoxon, wonach EU-Vorschriften höhere Sicherheitsanforderungen stellen, und skizzierten drei Konformitätswege im Kontext der neuen Maschinenverordnung, die Cybersicherheit und KI in den Vordergrund stellt. In den Panels wurden Evakuierungsstandards, Innovationen bei Aufhängungssystemen und die zunehmende Abgrenzung der Verantwortlichkeiten von Aufzügen und Gebäuden thematisiert. Die Referenten plädierten für aktives Employer Branding über soziale Medien und die Nutzung von E-Sport-Talenten, warben für duale Ausbildungsprogramme, betonten die Bedeutung von Arbeitssicherheit und mechatronischem Schachtschutz und erläuterten die EU-Verpflichtungen zu Daten, KI, Cyberresilienz, den Risiken von 2G-Abschaltungen, mehrsprachigen KI-Notrufen und offenen Datenplattformen wie Liftlink.
Globale Standards treffen auf deutsche Präzision.
von Sascha Göbel, EW Europe Korrespondent
Die Harmonie Heilbronn diente erneut als zentraler Treffpunkt der deutschsprachigen Aufzugsbranche. Über 300 Teilnehmer folgten der Einladung der Technischen Akademie Heilbronn zur 43. Heilbronner Aufzugstage, die unter dem Motto „Die Aufzugsbranche wächst – gemeinsam unter einheitlichen Regeln“ stattfand.
Tag 1: Die neue Normenlandschaft – EN ISO 8100-1/2 im Fokus
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Georg Clauß und der souveränen Moderation durch Klaus Dietel (TÜV Nord) wurde die Eröffnungssitzung – traditionsgemäß – von Eberhard Vogler (TK Elevator) geleitet. Sein Überblick über die aktuelle Regulierungslandschaft legte den normativen Grundstein für die gesamte Konferenz.
Das „Glockenparadoxon“ und der neue Ansatz
Vogler gelang es, das komplexe Zusammenspiel zwischen auslaufenden europäischen und neuen ISO-Normen einem breiten Publikum verständlich zu machen. Ein besonders aufschlussreiches Beispiel verdeutlichte die Herausforderungen der Harmonisierung: Obwohl die kommende ISO 8100 international niedrigere Spezifikationen zulässt, wird eine einfache Klingel als Notrufeinrichtung in Europa nicht akzeptiert. Der Grund dafür liegt in Anhang ZA der Aufzugsrichtlinie, der höhere Sicherheitsanforderungen als die der internationalen Norm festlegt. Dies spiegelt die Besonderheiten des europäischen Marktes wider: Zwar ist es im Rahmen des „Neuen Ansatzes“ üblich, Abweichungen mittels Risikoanalyse und Baumusterprüfung durch eine Benannte Stelle umzusetzen, die vollständige Konformitätsvermutung wird jedoch erst mit der Veröffentlichung der EN-ISO-Fassung im Amtsblatt der Europäischen Union erreicht.
Maschinenregulierung: Cybersicherheit und KI im Fokus
Vogler legte besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen der neuen Maschinenverordnung (MaschVO), deren grundlegende Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen (EHSR) zunehmend auch für Aufzüge gelten. Laut Vogler erfordert dies „sorgfältige Aufmerksamkeit“, insbesondere im Hinblick auf Cybersicherheit (unter Bezugnahme auf die kommende prEN 50742) und KI.
Für Hersteller zeichnen sich derzeit drei Wege zur Konformität ab:
- Typenprüfung auf Grundlage einer Risikoanalyse durch eine NB
- Vollständige Bezugnahme auf einen harmonisierten Standard, was bedeutet, dass der „neue Standard“ in seiner Gesamtheit angewendet werden muss.
- Anwendung der bestehenden EN 81-20 unter selektiver Übernahme einzelner Klauseln aus dem neuen Normenrahmen

Social Media.
KI – Die „zweite Lücke“
Zum Thema KI sprach Vogler von einer „zweiten Lücke“, die seiner Ansicht nach erst dann relevant werde, wenn sicherheitsrelevante Komponenten betroffen seien. Da ihm solche Komponenten derzeit nicht bekannt seien, bezeichnete er das Thema als Zukunftsmusik.
Man könnte jedoch sagen, dass angesichts der Geschwindigkeit der Entwicklung die Frage, wie lange die Grenze zwischen reiner Steuerungslogik und sicherheitsrelevanten Funktionen noch vertretbar sein wird, dringlich ist, und genau auf Veranstaltungen wie der Heilbronner Aufzugstage kommen wir zusammen, um zu hören, was am Horizont sichtbar wird.

Evakuierungsaufzüge und Aussicht
Vogler schloss seinen Vortrag mit einem umfassenden Überblick über Evakuierungsaufzüge (EN 81-76 und ISO 18870). Sein Vortrag war so gründlich vorbereitet, dass er sicherlich vielen Teilnehmern noch lange nach der Veranstaltung als wertvolles Nachschlagewerk dienen wird.
Sichtbarkeit als Überlebensstrategie: Der „TikTok-Effekt“ im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Nach dem ausführlichen Einblick in die Welt der Normen und Vorschriften lenkte Rainer Grill (Ziehl-Abegg) den Fokus auf ein Thema, das in Teilen unserer Branche noch immer auf Skepsis stößt, aber bereits allgegenwärtig ist: effektive Öffentlichkeitsarbeit über soziale Medien. Grill, dessen Unternehmen weithin als Paradebeispiel eines „Hidden Champion“ im digitalen Bereich gilt, machte deutlich, dass Sichtbarkeit im 21. Jahrhundert nicht mehr dem Zufall überlassen werden darf.
TikTok verstehen: Reichweite neu denken
Ein zentrales Thema von Grills Präsentation war das Verständnis von Plattformen wie TikTok. Er widerlegte die weit verbreitete Annahme, dass es dort ausschließlich um Tanzvideos gehe. Er erklärte den Mechanismus der begrenzten Reichweite bei bestehenden Kontakten im Vergleich zur massiven Reichweitenerweiterung bei potenziellen Neukunden. Die zugrundeliegende Logik: Man muss bekannt sein, bevor ein Bedarf entsteht – sei es bei einem potenziellen Kunden oder einem zukünftigen Mitarbeiter. In einer Welt, in der jüngere Generationen Informationen primär über soziale Medien suchen, ist eine frühe Präsenz der Schlüssel zur Reichweite. Laut Grill erfordert Social Media zudem ein qualifiziertes Management rund um die Uhr, um authentisch und reaktionsschnell zu bleiben.
Employer Branding: „Ihr seid doch die von TikTok, oder?!“
Besonders eindrucksvoll waren die Praxisbeispiele zum Thema Employer Branding. Wenn ein Bewerber im Vorstellungsgespräch sagt: „Sie sind doch die von TikTok, oder?!“, hat das Marketing sein Ziel erreicht. Es geht darum, eine attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen, die junge Talente dort erreicht, wo sie sich tatsächlich aufhalten.
„Lärm machen gehört zum Geschäft“ – aber richtig gemacht
Grill definierte seine Rolle klar: „Ich bin dafür verantwortlich, Aufmerksamkeit zu erregen – für Sichtbarkeit, nicht für die Einstellung von Mitarbeitern!“ Dies unterstrich den Unterschied zwischen dem Marketingimpuls und der operativen Aufgabe der Personalbeschaffung.
E-Sport: Der unterschätzte Talentpool
Das Publikum wurde besonders aufmerksam, als Grill sich einer Zielgruppe zuwandte, die viele traditionelle Personalabteilungen noch nicht berücksichtigt haben: E-Sport und Gaming. Was von außen betrachtet wie bloßes Zeitvertreib erscheinen mag, gilt bei Ziehl-Abegg seit Langem als Quelle hochqualifizierter Mitarbeiter. Grill betonte, dass leidenschaftliche Gamer Fähigkeiten vereinen, die in der modernen Aufzugsbranche äußerst wertvoll sind – von der Konstruktion bis zur Fehlersuche in komplexen Steuerungssystemen.
- Strategisches Denken und schnelle Reaktion auf komplexe Szenarien
- Eine nahezu unübertroffene Fähigkeit zur anhaltenden Konzentration über viele Stunden.
- Hervorragendes räumliches Vorstellungsvermögen – unerlässlich in der Konstruktion und Installation
„Vertraue den jungen Leuten!“
Sein Appell an die Branche war direkt und herzlich: „Auch ihr könnt das schaffen!“ Er rief Unternehmer dazu auf, den Mut zu haben, neue Wege in der Personalbeschaffung zu beschreiten und der jüngeren Generation echtes Vertrauen entgegenzubringen. Sein abschließendes „Lasst uns in Kontakt treten!“ war nicht nur eine Einladung zum digitalen Netzwerken, sondern ein Aufruf zu einem authentischen Dialog zwischen den Generationen innerhalb der Branche.
Lichtblick im Normen-Dschungel: Stephan Störmer über Konformität
Stephan Störmer (TÜV Austria), eine international anerkannte Stimme in Sachen Normung, beleuchtete das Thema „Konformität und sicherer Betrieb“ genauer. Er brachte Klarheit in einen der schwierigsten Punkte für Installationsunternehmen: die Unterscheidung zwischen aufzugsspezifischen und gebäudeseitigen Anforderungen. Die neue Norm ISO 8100-1:2026 wird hier deutlich präzisere Grenzen ziehen. Dies gibt Installationsunternehmen künftig eine stärkere Rechtsgrundlage, um die Betriebsbereitschaft einer Anlage auch dann zu zertifizieren, wenn gebäudebezogene Mängel, wie beispielsweise der Zustand des Schachts, noch nicht behoben sind. Störmers Analyse markiert einen Meilenstein für die Rechtssicherheit in diesem Bereich.
Die Evolution der Federung: Georg Theisen blickt ins Innere der Achse
Den technischen Tiefgang des ersten Tages übernahm Georg Theisen (TÜV Rheinland). Er präsentierte die Neuerungen der ISO 8100-1 im Bereich der Aufhängungssysteme, die die technologischen Entwicklungen der letzten 25 Jahre nun formal in die „anerkannten Regeln der Ingenieurpraxis“ integrieren. Theisen gab einen detaillierten Überblick über:
- Elastomerbeschichtete Antriebsriemen mit Stahldraht- oder kohlenstofffaserverstärktem Polymer
- Die obligatorische Überwachung der Ermüdungslebensdauer durch Systeme, die physikalische Parameter in Echtzeit messen
- Die Einführung von Zahnriemen als eigenständige Kategorie von Federungssystemen bedeutet
Seine Präsentation zeigte, dass die Branche nun endlich über eine normative Grundlage verfügt, die Innovationen wie beschichtete Seile und Hybridlösungen ohne langwierige Einzelgenehmigungen ermöglicht.
Fachkräftemangel – ohne Klagen: Rolf Rehbold über Ausbildung und Sichtbarkeit
Wer nur jammert, verliert. Diese Botschaft vermittelte Rolf Rehbold (Bildungswerk Metall, Nürnberg) mit entwaffnender Direktheit. Seine Kritik an der in der Branche vorherrschenden „Beschwerdekultur“ angesichts des Fachkräftemangels war erfrischend unkonventionell – und kam gut an.
Anstatt sich dem Chor der Klagen anzuschließen, plädierte Rehbold für ein konsistentes Employer Branding: Sichtbarkeit, authentische Kommunikation und die Ansprache der Generation Z dort, wo sie sich aufhält. Sein einprägsames „Marmeladen-Paradoxon“ brachte das Kernproblem auf den Punkt: Wer online nicht sichtbar ist, existiert praktisch nicht – genau wie die handgemachte Bio-Marmelade, die hervorragend schmeckt, aber im Supermarktregal einfach nicht zu finden ist. Qualität allein genügt nicht. Sichtbarkeit ist unerlässlich.
Kernstück seiner Lösung waren duale Studiengänge, die Mechatronik und Aufzugstechnik kombinierten. Solche Programme würden den Beruf nicht nur für die Generation Z attraktiver machen, sondern auch sein akademisches Ansehen steigern – ohne dabei die praktische Relevanz zu beeinträchtigen, die das Fachgebiet so einzigartig macht. Für eine Branche, die dringend qualifizierte Nachwuchskräfte sucht, war Rehbolds Botschaft ein konstruktiver Aufruf zum Handeln: weniger Klagen, mehr Gestalten.
Arbeitssicherheit: Mehr als nur die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen
Der Nachmittag war dem Thema Arbeitssicherheit gewidmet. Reiner Dummert, ein sehr erfahrener Arbeitssicherheitsexperte, holte das Thema Risikobewertung aus der Theorie in die Praxis.
Sind die Aufzüge nach dem neuesten Standard installiert – oder ist noch ein Paternosteraufzug in Betrieb? Eine Risikobewertung ist ein Muss.
Seine Fallstudien aus dem operativen Geschäft waren so konkret, dass man im ganzen Publikum das Klicken der Laptops hören konnte – es wurden eifrig Notizen gemacht.
Arbeitssicherheit 4.0: Klaus Dietel und Dr. Stephan Rohr
Das technologische Highlight des ersten Tages lieferten Klaus Dietel und Dr. Stephan Rohr (Cobianchi). Gemeinsam präsentierten sie mechatronische Sicherheitsvorrichtungen als innovative Form des Schachtschutzes für Servicepersonal:
- Voraktivierte Festnahmesysteme: Im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Anschlägen verwenden diese Systeme SIL3-zertifizierte Welleninformationssysteme (wie z. B. Elgo Limax), um den Wagen aktiv anzuhalten, bevor ein Techniker gefährdet wird.
- Die Herausforderung der Nachrüstung: Rohr verdeutlichte, dass die Herausforderung weniger in der Sensortechnologie selbst liegt, sondern vielmehr in der rechtskonformen Integration dieser Systeme in bestehende Anlagen. Dietel ergänzte, dass die Nationalbanken (Arbeitsgruppe EK-3) derzeit intensiv an standardisierten Verfahren zur Validierung dieser mechatronischen Lösungen für den freien Markt arbeiten.
Tag 2: Digitalisierung, Regulierung und Unternehmensnachfolge im KMU-Sektor
Der zweite Tag der 43. Heilbronner Aufzugstage war vollständig der Digitalisierung, dem regulatorischen Wandel und der strategischen Zukunftsplanung für Unternehmen gewidmet.
Der Aufzug im digitalen Ökosystem der EU (Tim Ebeling, Henning)
Tim Ebeling eröffnete den Tag mit einer umfassenden Analyse, die verdeutlichte, dass Aufzüge keine isolierten Produkte mehr sind, sondern vernetzte Systeme, die in einen komplexen regulatorischen Rahmen der Europäischen Union eingebettet sind. Er erläuterte das Zusammenspiel von vier wichtigen Rechtsakten:
- Datengesetz: Seit September 2025 haben Nutzer ein gesetzliches Recht auf kostenlosen Echtzeitzugriff auf operative Rohdaten. Hersteller müssen ihre Infrastruktur bis September 2026 so anpassen, dass dieser Zugriff technisch möglich ist.
- KI-Gesetz: Die Regulierung ist risikobasiert. Während Standardanwendungen wie die vorausschauende Wartung als minimales Risiko eingestuft werden, könnten sicherheitsrelevante Funktionen – wie beispielsweise adaptive Notbremsparameter – als risikoreiche KI gelten und strenge Dokumentations- und Aufsichtspflichten auslösen.
- Cyber Resilience Act (CRA): Verpflichtet zu „Security by Design“. Ab Ende 2027 ist Cybersicherheit eine zwingende Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung, wobei die Hersteller verpflichtet sind, während der gesamten Lebensdauer des Produkts (mindestens fünf Jahre) Updates bereitzustellen.
- NIS-2-Richtlinie: Verlangt von Unternehmen die Implementierung eines strukturierten IT-Risikomanagements und legt die Verantwortung für Cybersicherheit explizit auf die Führungsebene.

Nachfolge ohne Schmerzen (Dr. Lars Watermann, Watermann Agens)
Dr. Lars Watermann sprach den erheblichen Nachfolgestau an, der sich in deutschen KMU infolge des demografischen Wandels aufgebaut hat. Seine zentrale Botschaft an die Unternehmer war die Notwendigkeit einer frühzeitigen Planung – in der Regel fünf bis sieben Jahre im Voraus –, um das Unternehmen wirtschaftlich attraktiv und organisatorisch auf den Übergang vorzubereiten. Er betonte, dass jede Nachfolgeentscheidung – ob Verkauf oder interne Familienlösung – stets unter voller Berücksichtigung der jeweiligen Opportunitätskosten getroffen werden sollte.

Neue Wege für urbane Mobilität (Thomas Schmeckpeper, Stadt Heilbronn)
Dieser Beitrag lenkte den Blick vom Aufzugsschacht auf das Seilbahnprojekt in Heilbronn. Er diente als praktisches Beispiel dafür, wie neue Formen urbaner Mobilität in die bestehende städtische Infrastruktur integriert werden können, um den Herausforderungen des modernen Verkehrs zu begegnen.
Was kommt nach 2G – Wie bleibt Ihr Aufzug vernetzt? (Alexander Schmersal, LEG Wohnen)
Alexander Schmersal sprach von einer „regulatorischen Zeitbombe“: der Abschaltung der 2G-Mobilfunknetze – laut Schmersal spätestens im Jahr 2028. Er warnte davor, dass Zehntausende bestehende Notrufgeräte Gefahr laufen, ausfallen zu können, was für die Betreiber ein erhebliches Haftungsrisiko darstellen würde. Sein dringender Appell an Installationsfirmen und Kunden war eindeutig: Installieren Sie keine veraltete Technologie mehr, die innerhalb von zwei Jahren kostspielige Nachrüstungen erfordern wird.
Cloud-Dienste und KI – Mehrsprachige Notrufe (Bodo Adamus, Bosch)
Bodo Adamus präsentierte ein KI-basiertes Notrufsystem, das Panikanrufe, Routineanrufe und Fehlalarme in Echtzeit und in mehreren Sprachen – darunter Türkisch, Polnisch und Arabisch – erkennen kann. Er stellte klar, dass die KI nicht dazu gedacht ist, die menschlichen Mitarbeiter in der Notrufzentrale zu ersetzen, sondern deren Arbeitsbelastung durch die Vorfilterung eingehender Anrufe massiv zu reduzieren.
Offene Daten, echter Wert: Michael Puttrus (Telegärtner Elektronik) über Liftlink
Der zweite Tag schloss mit einer Präsentation von Michael Puttrus von Telegärtner Elektronik, der Ralf Gebhardt vertrat. Er stellte das herstellerunabhängige Portal liftlink vor. Die Plattform aggregiert Betriebsdaten verschiedener Anlagen unabhängig von der Marke und ermöglicht den Betreibern strukturierten Zugriff auf ihre eigenen Maschinendaten über offene Programmierschnittstellen (APIs). Puttrus betonte, dass genau diese offene Architektur der Schlüssel sei, um die Anforderungen des Datenschutzgesetzes in echten, messbaren Mehrwert für die Betreiber umzusetzen – und nicht nur in eine Pflichterfüllung.
Fazit: Heilbronn bleibt unverzichtbar
Die 43. Heilbronner Aufzugstage hat einmal mehr bewiesen, warum diese Veranstaltung so unverzichtbar ist: Sie bietet Raum für die wirklich wichtigen Fragen der Branche – von ISO 8100 bis TikTok, von der Unternehmensnachfolge in KMU bis hin zu mehrsprachigen KI-Notrufen. Das Niveau war hoch, die Themen hochaktuell und das Networking intensiv.
Was diese Konferenz von so vielen anderen unterscheidet, ist ihre einzigartige Kombination: technisches Fachwissen gepaart mit unternehmerischer Praxis, Standardsetzung gepaart mit Menschlichkeit, Bewährtes gepaart mit echter Innovation. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Und wer dabei war, weiß: 2027 wird kommen.